Articles tagged with: Freundschaft

Wenn Mobber Menschen mit Bomben vertreiben und Kinder mit Tee und Keksen im Rucksack bei der Queen Gehör suchen.

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Onjali Q. Raúf: Der Junge aus der letzten Reihe, Atrium Verlag 2020 € 15,00

Tom, Josie, Michael und die Ich-Erzählerin sind beste Freunde, so wie es beste Freunde in einer dritte Klassen geben kann: völlig verschieden, aktionsfreudig, neugierig und aufgeschlossen. In ihre Klasse geht auch Brendan. Brendan der Quälgeist, so wie jede Klasse einen Stänkerer hat. Manche Lehrer nennen ihn bloß den Bengel. Die Eltern und Kinder sagen Mobber zu ihm.  Und seit neustem sitzt ein neuer Junge in der letzten Reihe: Ahmet. Ahmet ist still, vielleicht ist er taub? Achmed ist verschüchtert und verbringt die Pausen nicht auf dem Pausenhof.  Vielleicht ist er gefährlich? Oder ansteckend? Schnell kursieren ein Menge Gerüchte über Ahmet unter den Kindern. Nicht zuletzt aufgefüllt mit dem, was sie bei ihren Eltern über Ahmet gehört haben. Achmed ist ein Flüchtlingskind. Ohne Eltern ist er in London gestrandet. In seinem Land werfen Mobber Bomben. Er wird Monate brauchen, sich verständlich zu machen, aufzutauen und ein wenig von sich zu erzählen. Da sind die Erzählerin und ihre Clique schon viele Schritte weiter. Mit Süßigkeiten, Obst und sogar einem Granatapfel versuchen sie Ahmet zu integrieren. Als sie von den Erwachsenen aufschnappen, dass England seine Grenzen für Flüchtlinge schließen wird und Ahmets Eltern noch immer nicht gefunden und nach England gebracht werden konnten, reift in den Kindern ein verwegener Hilfe suchender Plan.

Auf den Hund gekommen

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Sigrid Nunez: Der Freund, Aufbau Verlag 2020 € 20,00

Der Roman ist an den verstorbenen Freund adressiert, so als ob er nur kurz verschwunden wäre. Die Ich-Erzählerin, die (wie die Autorin) in N.Y. Creative Writing lehrt, kann den überraschenden Selbstmord des älteren Freundes und Mentors zunächst nicht akzeptieren. Als seine letzte Ehefrau sie bittet sich um seinen Hund zu kümmern, willigt sie nach einigem Zögern ein und „Apollo“, eine in die Jahre gekommene riesige Dogge, zieht in ihr kleines Apartment ein. Entgegen jeglicher Vorsätze nimmt er sofort ihr Bett in Beschlag. Doch in ihrer Trauer nähern sich Hund und Frau langsam an, während die Ich-Erzählerin unprätentiös und zuweilen sehr witzig von ihrem Alltag erzählt. Immer wieder reflektiert sie über Themen wie Freundschaft, Treue, Tod und Trauer und greift dabei auf einen fulminanten Fundus literarischer Kenntnisse zurück. Sie zitiert u.a. Virginia Woolf, W.G. Sebald, Rilke, G. Simenon in ihren Überlegungen zur Funktion der Literatur und des Schreibens und verpasst gelegentlich dem Literaturbetrieb einen Seitenhieb. Aber auch die Beziehung von Hund und Mensch wird immer wieder erörtert. Sigrid Nunez hat in einer unvergleichlichen Mischung aus Roman, Tagebuch und Essay ein Buch über die Zeit nach dem Tod eines geliebten Menschen geschaffen. 2018 bekam sie dafür den National Book Award. Anne Brieger

Große Kämpferin

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Stefanie Höfler: Helsin Apelsin und der Spinner, Beltz & Gelberg 2020 € 12,95

Helsin geht in die zweite Klasse. Hier werden die Kinder noch liebvoll "Zwerge" genannt, obwohl es im sozialen Gemenge schon hoch her geht. Mit Helsins Wutanfällen, Höfler beschreibt sie durch das ganze Buch hinweg unglaublich gut, kommen die Kinder der Klasse gut klar. Nur der Neue, Louis, holt sich gleich eine blutige Nase, da er Helsins rituelle Entschuldigung nicht annehmen möchte. Helsin, das Hibbelchen, wird von einer Tat in die nächste stapfen, in einer beständigen Mischung aus Verzweiflung, Lügengeschichten und Tränen aber auch großen, warmen Glücksmomenten, an dessen Ende nicht nur die feste Freundschaft mit Louis stehen wird. Sie wird ihre Spinner unter Kontrolle bekommen, einen Adoptivopa gewinnen und eine echte Oma dazu, sie wird wissen, was Schären sind und wie und wo sie selbst adoptiert wurde.  Helsin ist eine große Kämpferin in der neuen Kinderliteratur. Sehr lesenswert.

Weihnachten mit Märchenfigur

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Martin Baltscheit: Der kleine Prinz feiert Weihnachten, Karl Rauch Verlag 2018 € 15.-

Er ist wieder da! Ein weiteres Mal ist der kleine Prinz auf die Erde gefallen. Ausgerechnet an Weihnachten. In der ersten Begegnung vor einer Bäckerei treffen seine unschuldigen Fragen eine verhungerte Krähe. Stück für Stück erfahren die Leser, was mit dem Schaf, der Rose und dem kleinen Planeten B 612 passiert ist. Der kleine Prinz ist auf der Suche nach seinem Freund, dem Piloten und wie selbstverständlich glaubt er ihn zu finden. Ähnlich der Reise von Planeten zu Planeten inszeniert Baltscheit die Begegnungen des kleinen Prinzen auf der Erde im hier und jetzt. Der kleine Prinz wird das Christkind erhören, versehentlich zerstören und als seltsamer kleiner Junge in Polizeigewahrsam genommen werden. Er wird herausfinden, dass die ganze Welt seine Geschichte kennt und natürlich auch, wie der Pilot und Autor heißt. Seine Suche nach ihm, wird ihn auf den Meergrund bei Korsika bringen und uns einen kleinen Ausschnitt unserer Welt durch die Augen des kleinen Prinzen präsentieren. In Verneigung vor dem Autor und seinem Werk wird auch Baltscheits Ende nicht romantisch sein, aber doch einen kleinen Lichtschimmer von Hoffnung aufblinken lassen.

Krimi, Freundschaft und Handicap

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Deutscher Jugendliteraturpreis im Kinderbuch 2019

Erin Entrada Kelly: Vier Wünsche ans Universum, dtv 2018 € 14,95

Virgils Großmutter Lola stammt von den Philippinen. In Virgils Familie sind alle laut und übersprudelnd, doch Virgil, das Nesthäkchen, ist still und sehr schüchtern. Nur seine Großmutter weiß ihn mit ihren alten Geschichten zu verzaubern. Sie ist seine engste Vertraute. Selten sagt er sonst ein Wort, zu niemanden. In seiner Förderklasse beschäftigt ihn die selbstbewusste Valencia. Auch sie ist eine Außenseiterin. Ohne ihre Hörhilfen liest sie von den Lippen und keiner würde ihr, so wie es Santos mit Virgil tut, nachstellen und drohen. Auch wenn Virgil Umwege in Kauf nimmt, es gelingt ihm nicht immer Santos zu entkommen und so schafft er es, Virgils Rucksack im Wald in einen Brunnen zu versenken. Da Virgil an diesem Tag ausgerechnet sein kleines Meerschwein Gulliver im Rucksack transportierte, klettert er todesmutig zu seiner Rettung in den Schacht und fällt dabei selbst hinein.

Inseldrift

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Nick Drnaso: Sabrina, Blumenbar 2019 € 26.-

Calvin, Leutnant der Air Force, beherbergt seinen Schulkammeraden Teddy, dessen Freundin Sabrina seit Wochen vermisst wird. Drnasos Szenen kennzeichnen Sprachlosigkeit und stummen Schmerz, Hilfsbereitschaft in Hilflosigkeit. Illusionslos und unsentimental. Das Leben in gebrochener, matter Farbigkeit leerer Räume. Calvin ist Vater einer vierjährigen Tochter. Frau und Tochter haben ihn verlassenn. Noch hofft er, nach Ablauf der Vertragsfrist die Arbeitsstelle wechseln und wieder in die Nähe seiner Tochter ziehen zu können. Gleichförmig arbeitet er sich durch die Tage, nachts spielt er mit den Arbeitskollegen Egoshooter Spiele. Die gesichtslosen Welten gleiten ineinander. Der gewaltsame Tod Sabrinas kommt per Post als Video in die Redaktionen, lässt die böse Vorahnung real werden, und verbreitet sich als Livestreamact samt vieler Verschwörungstheorien unaufhaltsam im Netz. Calvins mechanische Hingabe zu Teddy, die ignorante Züge trägt, hilft ihm, Shitstorm und Morddrohungen stand zu halten. Teddy s Leere füllt ein zwielichtigem Radiosender, dessen Moderator den Untergang der Welt beschwört und sein Heil verkündet. Ist dies die schöne, neue Welt oder ihr gesellschaftlicher Zerfall, der Wirklichkeit entrückt? Drasno inszeniert Menschen in einer verstörenden Welt, lässt sie an der Oberfläche zu treiben, einem nicht fassbaren, passiven Strom ausgesetzt, auf sich selbst zurückgeworfen, umherwandlend in unterkühlter Starre. Kontaktarm und isoliert ertragen sie eine Welt voller Härte auf der verzweifelten Suche nach Leben, nach Menschlichkeit. Die kleinen Lichtblicke, die Suche Teddys nach der Hauskatze oder Calvins Wohnungsübergabe an einem Kollegen am Ende, seinen Abschied und Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt, wirken wie ganz großes Kino. Die herausragendste Graphic Novel des Jahres, die man gelesen haben muss. Sprachlose Bilder eines befremdlichen und nur allzurealen Miteinanders.

Vom Regen in die Traufe

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Michael Engler, Jan Birk, Joelle Tourlonias: Regenland + Trockenland, Verlag 360 Grad 2019 € 18.-

Beide Seiten dieses Wendebuches erzählen eine ähnliche Geschichte: Im Regenland und im Trockenland brechen Kinder aus ihrer wetterbedingt nicht lebensfreundlichen Welt auf und machen sich auf die Suche nach einer bessere Zukunft. Rückschläge und Perspektivlosigkeit entmutigen diese starken, einsamen Kinder nicht. Zielstrebig und unerschrocken laufen sie der Buchmitte entgegen, wo sie sich treffen und Freundschaft schließen werden. Sollte diesem Buch ein erster Beitrag zum Verständnis für Klimaflüchtlinge im Kindergartenalter gelingen? Leider geht das Buch nicht der Frage nach, warum es in einem Land so trocken und in dem anderen so naß ist. Ebenso finden Rahmenbedingungen und Strapazen einer Flucht keine Erwähnung.  Das Buch setzt beide Lebenssituationen auf eine Stufe, obwohl die eine, die Dürre, schon heute extrem lebensbedrohlich auf der Welt ist und die andere zunächst nur schlechte Laune und andere Lebensbedingungen schafft. Die Bilder des Buches bedienen vollumfänglich alle Klischees und der Text gleicht einem Märchen. Alles ist auf Stimmung angelegt. Kennt man Jan Bircks Illustrationen zu Zarah & Zottel, Flätscher und anderen Büchern, wundert man sich wie sehr sich sein Strich an den von Joelle Tourlonias anpasst.  Warum wählte man eigentlich verschiedene Illustratoren? Ecken, Kanten und Widersprüche wirken unerwünscht. Als Lamar aus der Regenwelt mit seinem Boot plötzlich im Wüstensand strandet und ins saubere, weiße Nichts der Wüste, dem "Irgendwohin" läuft, bleibt man ratlos zurück. Läuft er hier, in diesem menschenleeren Buch, nicht vom Regen in die Traufe? Vielleicht möchte das Buch aber einfach nur von Aufbruch und Freundschaft erzählen, mit gebügeltem Strich und zarter Regenbogeninsel, die am Ende befriedigende Wohlfühlatmosphäre in einer romantischen Welt schafft. Und warum gibt es auf dieser langen Reise eigentlich nie etwas zu essen? Der Hunger der Kinder nach Wissenswertem über unsere Welt wird hier nirgends gestillt.

Von kleinen und großen Abschieden

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Nina LaCour, Alles okay, Hanser Verlag 2019 € 16,00

Marins Verlust ist einer von denen, die den Leser mit in eine Tiefe ziehen, aus der er gemeinsam mit der Protagonistin im Verlauf der Geschichte nach und nach wieder auftaucht. Als Kind hat Marin ihre Mutter verloren, einen Vater gab es nie. Gerade erwachsen,verliert sie den Großvater, ihren Mittelpunkt ihres Lebens, und damit auch sich selbst.  Seither ist nichts mehr okay, Marin verkriecht sich vor der Welt und ihren Freunden. Das erste Wiedersehen der besten Freundinnen nimmt die Autorin zum Anlass, um Marin und Mabel zaghaft zurückblicken zu lassen: Auf die letzten Sommertage. Auf die Zeit des Schulabschlusses, angefüllt mit Plänen, Hoffnungen und vielen letzten Malen. Marin und Mabel ist klar, dass sich ihre Wege wegen des Studiums trennen werden. Ungeplant war jedoch, wie sich in dem ganzen Taumel ihre Herzen und Körper finden. Hatte die zarte, heimlich gelebte Liebe je eine Chance? Ein intensives und emotional starkes Jugendbuch über Liebe, Freundschaft, Verlust und den Weg aus dem Dunkeln ans Licht.

Poetische Verfassung

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Martina Bergmann: Mein Leben mit Martha, Eisele Verlag 2019 € 18,00

Martha ist in "poetischer Verfassung" - was für ein schöner Begriff für eine demenzerkrankte alte Dame! Und wie bereichernd und berührend liest sich der Roman mit ihr als Hauptfigur, geschrieben von Martina Bergmann, die aus Sympathie für diese Dame und ihren Weggefährten ihr Leben mit den beiden alten Menschen teilt. Nicht nur im Roman, auch in der Realität, von der sie humorvoll erzählt, alle Widrigkeiten umschiffend, die engstirnige Nachbarschaften und Bürokratie zu bieten haben. Ein mutmachendes Plädoyer für Toleranz, Menschlichkeit, Lebensfreude und generationsübergreifendes Miteinander!

Emotionaler Wirbelsturm

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Nicolai Houm, Lügen schmeckt wie Knäckebrot, Oetinger 2019, 15,00€l

Vilde hasst Lügen. Und trotzdem fängt ihr neues Leben nach dem Umzug mit ihrer Mutter in der neuen Klasse mit einer Lüge an. Einer Lüge, hinter der ein so großes Geheinnis steckt, dass die 12jährige deswegen Herzklopfen, Bauchweh und Wut zugleich in sich trägt. Niemand darf wissen, dass ihr Vater seit Jahren im Gefängnis ist. Wie ein Kind dieses Wissen emotional aushält, sich aber ständig nach seinem Vater sehnt, der Mutter insgeheim Vorwürfe für ihre eigene Distanz zur gemeinsamen Vergangenheit macht, ist sprachlich dicht und packend geschrieben. Eine starke Geshichte über Freundschaft, Ehrlichkeit und der Sehnsucht nach Halt in der Familie. die es so nicht mehr gibt.

Mit Sonnenschirm und Taschenlampe

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Titel

Die Geschichte ist der Klassiker: Zwei gegensätzliche Seiten, zwei unterschiedliche Wesen, die all ihren Mut zusammen nehmen, einander zu begegnen, um Freunde zu werden. Das hochaufgeschossene Struppige lebt in der dunklen Düsternis, das eiförmige Zarte im hellen Licht. Traumhaft schön inszeniert Julie Völk in spezieller Fototechnik, der Cyanotypie, zwischen Pflanzen- und Blütenstengeln mit sattem blau, gelb und Rot diese verwunschene Welt. Ein Buch voll zarter Gefühle, dass optisch magisch anzieht.

Erwachsenwerden

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Matthias Brandt: Blackbird, Kiepenheuer & Witsch 2019 € 22,00

Matthias Brandt versetzt sich in den 16-jährigen Morton, der aus einem eigentlich behüteten Alltag heraus mit gravierenden Veränderungen konfrontiert wird: der Trennung der Eltern und einem neuen Zuhause zu zweit mit der Mutter. Dem ersten körperlich gespürten Verliebtsein und dem Erleben, dass manchmal Menschen mit den Gefühlen anderer spielen. Und der Trennung von seinem langjährigen, besten Freund durch eine heimtückische Krankheit. Die inneren Unseicherheiten und ihren Ausdruck im Verhalten schildert der Autor anschaulich nschvollziehbar - jugendliche Leser können sich verstanden fühlen, ältere können sich erinnern und verstehen.

Lange Sommertage

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Barbara Schwarcz: Sommerverschwendung, Picus Verlag 2019 € 22,00

Ein Mädchen hat mit sieben Jahren seine ersten Sommerferien. Die Geschwister sind wesentlich älter und haben ihre eigenen Pläne, die Nachbarskinder verreist und es passiert äußerlich wenig. Aber sie macht sich viele Gedanken über die Wörter und Sprachen, sie beobachtet und wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem auch ihre Familie in den Urlaub fahren wird: nach Ungarn zur Familie des Vaters. Das Buch spürt feinfühlig dem Sommer und dem Warten nach, dem Jüngstesein und der Gedankenwelt einer aufgeweckten Erstklässlerin.

Im Marschland

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Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse, Verlag hanserblau € 22,00

Kya wird das Mädchen genannt, das fast ganz auf sich gestellt in dem Marschland North Carolinas aufwächst. Sie ist zunächst noch ein Kind, das sich selbst beibringen muss, Mahlzeiten zu bereiten, das sich in der Natur mehr zuhause fühlt als in der Hütte, die mal eine große Familie beherbergte. Sie wird einige wenige Menschen finden, die ihr zugewandt sind während sie den Bewohnern des nahegelegenen Küstenstädtchens fremd und sogar gefährlich erscheint. Als junges Mädchen wird sie die Nähe eines jungen Mannes lieben lernen, doch auch hier lauert die Gefahr des Verlustes. DIe Schilderung ihres Lebens und ihrer Entwicklung ist verknüpft mit literarisch beglückenden Naturbeobachtungen von Flora und Fauna. Zunehmend an Spannung gewinnend zieht ein Todesfall mit Mordverdacht den Leser in Bann. Ein besonders geglücktes Debüt, das in all seinen Facetten absolut überzeugt und begeistert!

Freundschaft per Email

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Holly Goldberg Sloan, Meg Wolitzer: An Nachteule von Sternhai, Hanser Verlag 2019 € 17.-

Avery Blom ist ein ganz normales, schlaues Mädchen mit einem alleinerziehenden, schwulen Vater. Eines Tages erhält sie eine Email der ihr unbekannten Bett Devlin, die behauptet ihre beiden Väter wären ein Paar. Nun wollen die Väter ihre Mädchen zusammen in ein Feriencamp schicken, damit sie Freundinnen würden. Und das wollen Avery und Bett um alles in der Welt NICHT. Für Avery ist das zuerst ein Schock, aber vielleicht wäre es doch möglich, eine neue Freundin zu finden.
Ich finde dieses Buch fantastisch, da die beiden in ihren Persönlichkeiten so verschieden sind, sich in ihren Problemen und Hindernissen aber auch ähneln. Außerdem ist es faszinierend, wie die beiden Autorinnen es geschafft haben, zusammen eine so spannende Geschichte zu schreiben. Unbedingt lesen! (das macht auch "Nicht"-Lesern Spaß)

Endlich der Sommer!

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Petra Hartlieb: Sommer in Wien, Du Mont Verlag 2019 € 18,00

Nach Winter und Frühling können wir nun das sympatische junge Mädchen Marie durch den Wiener Sommer begleiten. Sie ist mir schon recht ans Herz gewachsen in ihrer natürlichen, aufgeschlossenen und einfühlsamen Art! Nach zwei Jahren als Kindermädchen im großbürgerlichen Haushalt Arthur Schnitzlers wird sie sich nun im Jahre 1913 in ein eigenes Zuhause und ein unabhängigeres Leben aufmachen. Hoffentlich wird es bald Herbst in Wien! Diese schmalen, vom Du Mont Verlag so schön gestalteten Romane von Petra Hartlieb sind eine herrliche Entspannungs- und Wohlfühllektüre für jedes Alter und wie ein Blumenstrauss zu vielen Gelegenheiten zu verschenken.

Vom Piemont nach New York

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Raffaella Romagnolo: Bella Ciao, Diogenes Verlag 2019 € 24,00

Ein kleiner Ort im Piemont, Anfang des 20.Jahrhunderts. Giulia, Anita und Pietro sind seit der Kindheit beste Freunde. Sie teilen Freud und Leid eines arbeitsreichen und kargen Lebens. Als sie 20 Jahre alt sind, sieht Giulia sich veranlasst, von einem Moment zum anderen zu Verschwinden, ohne sich zu Verabschieden, ohne ein Zeichen zu lassen. Sie schifft sich nach New York ein und lässt ihre Vergangenheit hinter sich, bis sie 1946 zusammen mit ihrem Sohm zum 1.Mal wieder in ihrem Heimatort ist. Über die Jahre in Italien erfährt der Leser, indem er in Anitas Familie die Menschen von vier Generationen begleitet: in der Landwirtschaft, bei der Hausarbeit, in der Fabrik, in den zwei Kriegen, im politischen Agieren, unter Partisanen, in ihren Beziehungen, ihren Sehnsüchten, Lieben, und in ihrem Verzweifeln. In New York lebt Giulia mit Mann, Sohn und Enkeln, hat erst einen, dann weitere Lebensmittelläden in Little Italy unter den Einwanderern und in anderen Stadtvierteln. Sie erlebt Vorurteile und wirtschaftlichen Aufstieg und vermisst die Freundin Anita, die immer die richtigen Fragen stellte. Ob sie sie nun, nach fast 50 Jahren, wiederfinden wird? Und mit ihr den inneren Frieden, nach dem sie sich sehnt? Raffaella Romagnola beschreibt das Fühlen und Handeln der Menschen so anschaulich, dass ich mich ihnen sehr nah fühlte und in ihr Erleben in diesen düsteren Jahrzehnten hineinversetzt wurde. EIn Roman, wie ich ihn mir sprachlich und inhaltlich besser nicht erträumen könnte!

Freundschaft, stärker als die Diktatur

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Judith Burger: Gertrude Grenzenlos, Gerstenberg 2018 € 12,95

Ina lebt in der DDR. Als eine Neue in ihre Klasse kommt, merkt Ina sofort, dass sie anders ist als alle, die sie bisher kennt. Gertrude trägt Westklamotten, hat ein nettes Lächeln und schöne blaue Augen. Aber es gibt auch einen anderen Grund, weshalb sie nicht so ist wie die anderen. Ihr Vater schreibt Gedichte, die angeblich den Staat schlecht machen und deshalb verboten sind. Aus diesem Grund wird die Freundschaft von Gertrude und Ina nicht gerne gesehen. Nicht nur von den Lehrern, sondern auch von Inas Mutter, die ihr sogar verbietet, sich mit Gertrude zu treffen. Doch Ina überlegt sich einen Plan, um ihre Freundschaft zu retten.

Dicht auf den Fersen der Ausreißer

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marian De Smet: Hendrik zieht nicht um, Gerstenberg 2019 €12,95

Wegen seines besten Freundes Berkan will Hendrik keinesfalls aus seinem alten Haus wegziehen. Und wenn die Eltern ihm nicht ernsthaft zuhören - sie sind mit Kisten packen beschäftigt - wird Hendrik selbst eine Lösung finden und eben bei Berkan einziehen. Das ist schneller gedacht als getan, denn eigentlich ist in Berkans Haus für Berkan schon kein Platz, denn seine Familie ist viel größer als die von Henrik. Da liegt es nahe, dass beide zusammen sich auf die Suche nach einer gemeinsamen neuen Bleibe machen.

Fesselnde Lesefutter Lektüre um ewiges elfeinhalbjähriges Leben

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Ross Welford: Der 1000jährige Junge, Coppenrath Verlag 2019 € 16.-

In diesem Buch geht es um dem jungen Alfie Monk, der in einem Wald in England mit seiner Mutter ein komplett abgeschottetes Leben führt, und das seit 1000 Jahren. Doch als seine Mutter unerwartet durch einen Waldbrand stirbt, freundet er sich mit Aidan und Roxy an, die in dem nächstgelegenen Dorf wohnen. Seine Mutter hatte ihn immer gewarnt und er hatte mit Freundschaften schlechte Erfahrungen gemacht. Trotzdem fasst er Vertrauen und erzählt seinen neuen Freunden, dass er sein 1000 Jahren elfeinhalb ist. Dieses unendliche elfeinhalbjährige Leben möchte er endlich loswerden.

Auf Bärenfährte

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Katja Gehrmann: Stadtbär, Moritz Verlag 2019 € 10,95

Wenn man in eine andere Gegend zieht, lebt es sich angepasst leichter. Das weiß jedes Tier. Selbst der Bär, noch neu in der Stadt, bemerkt nach seiner ersten Kollision mit einem Menschen: "Solche Sachen trägt man hier also? Dann mach ich das besser auch so." Schwupps setzt er Hut und Sonnenbrille auf und nimmt die Tasche unter den Arm, die der Mensch liegen gelassen hat. Sie ist voller.....das sei hier aber nicht verraten. Der Bär macht sich auf die Suche nach seinen Freunden: dem Fuchs, dem Biber, dem Dachs und dem Marder. Alle sind in Stadt umgezogen, denn hier gibt es reichlich Nahrung und guten Unterschlupf. Es lebt sich bequem, solange man eben unbemerkt bleibt. Aber wie soll ein großer Bär unbemerkt bleiben?

Einfach Miteinander

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Alyssa Hollingsworth: 1x Pech und 11x Glück, Loewe Verlag 2019 € 14,95

Samir lebt erst vier Wochen in Amerika, als ihm das Einzige, das ihm aus seiner Heimat Afghanistan geblieben ist, eine Saiteninstrument, die Rubab seines Großvaters, in der U-Bahn entrissen und geklaut wird. Entlang der verzweifelten Suche und der genialen Idee, wie man Geld für ihren Rückkauf beschaffen könnte, erzählt Hollingworth eine Geschichte von sich langsam aber stetig vollziehender Gemeinschaft und Migration, aber auch von den Lebenswelten afghanischer Familien. Samirs Tauschgeschäfte bringt die Menschen ins Gespräch. Gewissenhaft recherchiert und auf eigener Erfahrung mit Afghanistan basierend erzählt dieser Text neben dem spannenden Krimi, der Generationengeschichte und Flucht, von Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft und Freundschaft, einem Miteinander der Menschen, das immer dann funktioniert, wenn das Wissen und das Miterleben von anderen Lebenswelten Vorurteilen keinen Raum mehr lässt, dafür aber die Neugier weckt, mehr aus erster Hand zu erfahren. Dieser, uns alle betreffende Ansatz ist absolut gelungen und das Buch sei als guter Einstieg in die Flüchtlingsthematik wärmstens empfohlen.

Von der Liebe zu den Menschen und der Besonderheit des Anderssein

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Britta Teckentrup: Die Schule, Jacoby & Sturart 2018 € 19,00

Die seitenfüllenden Gesichter der Kinder ziehen sofort in Bann: in neugieriger Erwartung, zurückhaltender Beobachtung oder stiller Verzweifung schauen Paul und Max, Tom, Lisa, Linda und Djamila, Peter und Laura aus dem Buch heraus und öffnen dem Betrachter den Blick in ihre Seelen. Handlungsort ist die Schule, eine das Leben dieser Kinder bestimmende Zweckgemeinschaft, eine bunt zusammengewürfelte Klassengemeinschaft mit ihren Lehrern, wo sich Freunde finden und Feinde nicht ausbleiben, wo man sich hilft stark und mutig zu sein, wo Angst regiert und man dem Mobbing die Stirn bieten muss. Ein Ort großer Gefühle. In diesem Raum eröffnet sich ein Gegeneinander und Miteinander in der Gemeinschaft. Die Geschichten der Kinder sind typisch, doch fällt Teckentrup dabei nie ins Klischee. Sie inszeniert zart und in stiller Hochachtung vor jedem Menschen die Besonderheiten des Anderssein und das Glück etwas allein oder gemeinsam geschafft zu haben. So ist dieses Buch eine Schule der Aufmerksamkeit, der Achtung vor Anderen, ein starkes Buch zu großen Fragen, denen man sofort nachzugehen möchte, um weitere zu stellen. Die Brisanz des Themas umfängt Teckentrup mit ihren Bildern, die Innehalten lassen, und staunen machen, weil man sich glatt in jeden dieser Menschen verlieben könnte.

Das Harmonium auf dem Dachboden

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Francesco Vidotto: Der Klang eines geanzen Lebens, Lübbe Verlag 2018 € 16,00

Das einfache, arme, dörfliche Leben vor, während und nach dem 2. Weltkrieg in den Dolomiten; kindliche Freundschaft, die zu Liebe wrid; Verlust geliebter Menschen; Musik, die von den Bergen und den Sternen erzählt; tragische Unfälle und das Leben danach, lang erprobte und unerwartete Freundschaft; Füreinanderdasein. Ein schönes, kraftvolles, trauriges, berührendes Buch!

Lebensrettendes und lebenszerstörendes Schmuggeln

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Mechtild Borrmann: Grenzgänger, Droemer Knaur 2018 € 20,00

Kaum hat der Leser die Zusammenhänge von Henriette Schönings Kindheit und Jugend in der 50er Jahren und der 1970 erhobenen Anklage wegen doppelten Mordes verstanden, lässt ihn der Fall nicht mehr los. Die Nachkriegszeit in dem kleinen Ort in der Eifel bringt Henriette große Verluste und viel Verantwortung. Ihrem lebensvertrauendem und tatkräftigen Charakter ist es zu verdanken, dass sie und ihre drei Geschwister gut über die Runden kommen. Bis zu dem Moment, als ihre jüngere Schwester stirbt und ihr Vater folgenschwere Entscheidungen trifft, die das Leben der verbleibenden Geschwister zur Hölle werden lassen. Der Roman enthüllt erschütternde Verhältnisse in einem Kinderheim, beschreibt den Missbrauch von Autoritäten, die unverantwortliche Verbreitung von Verdächtigungen und die faszinierende Entwicklung zweier gerichtlicher Prozesse. Ein sehr gelungengenes romanhaftes Zeitzeugnis!

 

Am Familientisch

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Donatella Di Pietrantonio, Arminuta, Kunstmann, € 20,00

Die Romane von Donatella Di Pietrantonio: direkt, mit großer Ehrlichkeit und Offenheit die jeweilige Lebenssituation beleuchtend, mich als Leserin berührend. So ging es mir auch bei ihrem neuen Roman "Arminuta". Die Geschichte eines Mädchens, das plötzlich erfährt dass das Ehepaar, bei dem es als Einzelkind in der Stadt am Meer im Wohlstand aufwuchs, nicht seine leiblichen Eltern sind. Von einem Tag auf den anderen findet es sich ohne weitere Erklärung in einer Familie mit fünf Kindern in engen, ärmlichen, dörflichen Verhältnissen auf dem Land. Ratlosigkeit und Wut durchfluten es immer wieder aber es lernt auch die vorbehaltlose Rückendeckung einer pfiffigen jüngeren Schwester kennen und entdeckt erstaunt kleine Zeichen der Zuwendung an ungeahnter Stelle. Nach "Meine Mutter ist ein Fluss" und "Bella mia" hat die Autorin wieder eine Geschichte erzählt, die ich nicht missen möchte!

Jochen Till und sein Vorleser präsentieren „Pogo & Polente“ und „Luzifer“

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Jochen Till: Pogo und Polente, Tulipan Verlag 2018 € 13,00

Wie schon in Luzifer, thematisiert Jochen Till auch in Pogo und Polente elterliche Vorbilder und kindliche Rebellion in witziger, ungewohnter Rollenverteilung. Polente, eigentlich Vanessa, wünscht sich, in die Fußstapfen ihres Vaters, eines Polizisten, zu stapfen und spielt gewissenhafter Recht und Ordnung, als es die Polizei erlaubt. Sie ist mit ihrem Vater ausgerechnet in das Haus neben Pogo und seine Eltern gezogen, die in ihrer verfallenen Hütte ein waschechtes Punkerleben führen. Dummerweise entwickelt Pogo seine Zukunftswünsche ebenso gewissenhaft wie Vanessa und dirket an seinen Eltern vorbei. Er ist ein angepasster, strebsamer Einserschüler, der die Schule und das Lernen liebt. Trotz allem läuft es mit Pogo und Polente nicht gleich rund. Erst als ein Fahrraddieb sein Unwesen treibt, beginnen die beiden gemeinsame Sache zu machen. Jochen Till lässt die Welten und Lebensansichten großer wie kleiner Menschen mit viel Spaß, Situationskomik und Augenzwinkern aufeinander prallen, immer mit der Gewissheit,  dass Kinder aus all dem, was sie umgibt, das Beste machen.

Am Bauhaus in Weimar

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Tom Saller: Martha tanzt, List Verlag € 20,00

Martha sieht schon als Kind Formen, wenn sie Musik hört. Wolfgang, der wie ein väterlicher Freund in Marthas Familie lebt, versteht sie und weiß vom neu eröffneten Bauhaus in Weimar. Vielleicht findet sie dort heraus, wie sie diese Fähigkeit umsetzen kann? So folgt der Leser Martha ins Weimar der 1920er Jahre und ihrem Weg zu den großen Meistern, zu ihrer ersten Frauenfreundschaft, zum Ausdruckstanz und  beobachtet mit ihr das Erstarken der rechten Kräfte. Nach fünf Jahren kehrt Martha in ihre Heimat Pommern zurück, wo sie ihren sehr eigenen Weg geht. Wie sie die Kriegszeiten überlebt, erschließt sich aus der Rahmenhandlung in der heutigen Zeit, da ihr Tagebuch auftaucht und einen jugendlichen Leser in seinen Bann zieht.

Eine kleine Familie

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Eugène Dabit: Petit-Louis, Schoeffling &Co € 22,00

Der erstmalig ins Deutsche übersetzte, 1930 im französischen Original erschienene Roman führt den Leser ins Paris von 1900 - 1920. Er erzählt von einer Arbeiterfamilie mit einem Sohn, Petit-Louis, die das einfache familiäre Miteinander lebt und liebt. Als der Ehemann und Vater zu Beginn des 1. Weltkrieges als Soldat fortgeht, ist dies für die Zurückbleibenden schwer zu ertragen. Petit-Louis ist als Jüngster an seiner Arbeitsstelle Hänseleien ausgesetzt und meldet sich freiwillig zum Militär, um sich zu beweisen und um die Welt zu sehen. Der Leser begleitet ihn in seiner Entwicklung vom Jugendlichen zum jungen Mann, in der Begegnung mit sehr verschiedenen Männern, die ihm Freunde werden und ihm sehr unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben zeigen. Das Leben hinter und an der Front wird dem Leser vorstellbar und er hofft mit Petit-Louis, dass die kleine Familie wieder zusammenfinden möge. Eugéne Dabit hat autobiografische Erlebnisse in diesem Roman verarbeitet und eine sehr lesenswerte Liebeserklärung an seine Eltern und das Leben geschrieben.

Deutschland, Texas, Utah

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Hannes Köhler: Ein mögliches Leben, Ullstein Verlag € 22,00

1944 in der Normandie: Franz, ein junger deutscher Soldat, wird Kriegsgefangener der USA. Auf der Schiffspassage lernt er Paul kennen: Amerikaner mit deutschen Wurzeln, der gegen den Willen seiner Eltern freiwillig als Wehrmachtssoldat nach Deutschland gegangen war. Sie werden nicht nur Freunde sondern auch "Prisoners of war". Sie merken sehr bald, dass es auch innerhalb des Gefangenenlagers Fronten gibt: die weiterhin Nazitreuen und die, die sich vom Hitlerregime und dessen Kriegshandlungen distanzieren. Es bleibt nicht bei Worten und Drohungen sondern kommt zu brutalen Angriffen bis hin zu Mord. Umrahmt wird dieser zeitgeschichtlich spannende Teil des Romans von der Familiengeschichte der Hauptfigur Franz. Aus was für einer Familie kommt er, wie wirkt sich das Erlebte auf seine Beziehung zu Frau und Tochter aus und was geschieht zwischen ihm und seinem Enkel, als dieser mit dem inzwischen fast 90-jährigen an die Orte seiner Vergangenheit in Texas und Utah reist? Ein sehr gut geschriebener, fesselnder Roman über ein ganz besonderes Kapitel des 2. Weltkrieges in Verknüpfung mit einer Familiengeschichte, die zum Nachdenken anregt.