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Patrick Ness, Siobhan Dowd: Sieben Minuten nach Mitternacht, cbj € 9,99

Du hast dir nur gewünscht, dass der Schmerz aufhört“, sagte das Monster. „Dein eigener Schmerz. Der dich so einsam gemacht hat. Das ist der allermenschlichste Wunsch, den es gibt.“ Kurz vor der Preisverleihung zum Deutschen Jugendliteraturpreises 2007 starb die Autorin Siobhan Dowd viel zu jung an Krebs. Die Regeln des Preises bestimmten, dass sie für diesen Preis, der nur an lebende Autoren vergeben werden darf, nicht mehr in Frage kam. „When does a writer really die?“ fragt Frank Cottrace Boyce, welcher gemeinsam mit Siobhan Dowd auf der Nominierungsliste stand, zurecht. Nach ihrem Tod kamen noch vier ihrer Bücher auf den deutschen Markt. Bei „Sieben Minuten nach Mitternacht“ blieb ihr nur noch die Zeit für ein Exposé.
Connor ist ein viel zu braver Junge. Er kocht und putzt für sich und seine Mutter, welche von der dritten Chemo oft zu geschwächt ist, um aufzustehen. Nachts holt ihn ein Monster ein, ein riesiges, zerstörungswütiges Gewächs, ein schauriger Baum, eine Eibe, die heilen kann. Aber warum heilt sie nicht, verdammt noch mal, sondern erzählt Conner merkwürdige Gleichnisse in denen man gar nicht weiß, wo gut und böse zu finden sind. Derweil Conner sich darüber den Kopf zerbricht kommt seine Mutter wieder ins Krankenhaus. „Alles wird gut,“ sagt sie ihm, doch wo kann in einer solchen Geschichte das „gut“ zu finden sein? - spürt der Leser mit Conner doch schon längst, dass alles nicht wieder so werden wird wie früher.
Siobhan Dowd, die diese Geschichte kurz vor ihrem Tod entwarf, legt den Focus nicht auf ihre eigene Rolle, sondern auf diejenigen, welche sie in den Tod begleiten müssen. Da ist Conners Großmutter, die Mutter seiner Mutter, mit der sich Conner gar nicht gut versteht. Sie fordert Ehrlichkeit und Wahrheit Conner gegenüber, der doch, wäre er ehrlich mit sich, ganz genau weiß, wie es um seine Mutter steht und den es schier zerreißt zwischen Hoffen und Bangen und dem großen Wunsch, dass alles endlich bloß ein Ende nähme, auch wenn er das momentan Wichtigste dabei verlieren würde.
Patrick Ness, der Siobhan Dowds Geschichte posthum auserzählt hat ist ein großer, tief berührender Text voller Herzenswärme, Traurigkeit und Poesie ist ihm gelungen, der einfach Staunen lässt. Die geschabten, naturbetonten, bedrohlich lebendigen schwarzweiß Illustrationen sind von gleicher beeindruckender Intensität. Sie verstärken die Seele des Textes und inspirieren die gedankliche Kehrseite vom Wissen und Fühlen des Lesers in der Geschichte. „Death, it seems, is no disqualification.“, meint Boyce, dem ich mich unbedingt anschließen möchte. Mit diesem Buch könnte die preiswürdige Siobhan Dowd nun noch mal auf´s neue eine Chance bekommen, vielleicht den Deutschen Jugendliteraturpreis zu gewinnen. Katrin Rüger
Ich befand das Buch als sehr gut, da es sehr fantasievoll, aber am Schluss auch sehr emotional ist. Mein Lob auch an Patrick Ness,der den Rohbau der Geschichte von Sibohan Dowd, die leider an Krebs verstorben ist, übernommen hat, da er diese Geschichte wirklich wunderbar vollendet hat (was sicher sehr schwierig gewesen sein muss).Was ich noch zu Sibohan Dowds Beziehung zu dem Buch sagen wollte: Ich vermute,dass sie dieses Buch geschrieben hat, um mit ihrem Schicksal fertig zu werden und vielleicht auch, um ihren Angehörigen zu sagen, dass man sie einfach ziehen lassen muss, da es eben ihr Schicksal ist. Katharina 12 Jahre