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Nikola Huppertz: Schön wie die Acht, Tulipan Verlag 2021 € 14,00

Maltes von Zahlen geordnete Welt gerät ins Wanken,  als seine ältere Halbschwester Josefine vorübergehend in seine kleine Mama-Papa-Kind Familie einzieht. Bald hallen  Streits  durchs Haus und stören Maltes mathematische Kreise, denn Maltes Vater ist auch der von Josefine. Josefine behauptet er hätte sie und ihre Mutter im Stich gelassen. Oder war es vielleicht doch ganz anders?
Josefine hat eine starke eigene Meinung. Sie schreibt  Gedichte, die sie Malte zum Lesen gibt und Malte herausfordern. Wer ist Wunschkind und wer war unerwünscht. Wo wurde geschwiegen und wo liegt die Wahrheit?  Für Malte eröffnen schmerzhaften Fragen. Und wie bei seiner Lieblingszahl, der Acht, die für Malte die perfekte Zahl ist, weil  man sie an zwei Symetrieachsen spiegeln kann, spiegelt sich auch seine Geschichte auf noch eine weitere Ebene. Im Matheclub taucht ein neues Mädchen auf, in das sich Malte zum ersten Mal verliebt.  In dieser Sache hilft Josefine ihrem 13 jährigen Halbbruder, der mehr und mehr zum richtigen Bruder wird, durch diese ersten Kommunikationswirrnisse, wie ein echte große Schwester. Natürlich gibt es, auch im Matheclub, noch jemanden, der auf Josefine ein Auge geworfen hat. Er möchte von Malte Hilfestellung. Der gordischen Knoten ist von Huppertz also perfekt geknüpft und es macht beim Lesen diebische Freude, all das zu entwirren. Ein Buch mit Links- und Rechskurven, Liebe, Familie und Mathematik, der acht und der 11. "Einer stolpert hinter dem anderen her. Da bleibt der Vordere stehen, dreht sich zu dem Hinteren um und streckt ihm seine Hände entgegen. Und sie werden ein M, wie Miteinander." Besser könnte es nicht passen.