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Mikael Ross: Goldjunge. Beethovens Jugendjahre. avant Verlag 2020 € 25,00

Ross beginnt seine Graphic Novel im 8. Lebensjahr Beethovens und begleitet ihn bis um sein 30. Lebensjahr, bis zur  Veröffenlichung seiner ersten Kompositionen, die ihn als Klaviervirtuose in die fürstlichen Konzertsäle führte. Die kugelrunden Kinderaugen von Erkenntis oft weit aufgerissen, oder fest zusammengekniffen in Schmerz und Fieberwahn, jagt Ross einen hochsensiblen Jungen mit seinen Fantasmen durch die Pannels. Von den Kindern verspottet, vom Vater nachts aus dem Bett gezerrt und ans Klavier gesetzt, von Pocken gequält. In Beethovens Kopf herrscht ständiges Feuerwerk. Später kämpft er mit weiteren körperliche Leiden, Magenkrämpfe und Durchfall und qualvollen Geräusche in den Ohren. Die Welt um ihn herum bleibt dreckig und wenig glanzvoll. Hinzu kommt der Rausch der Musik, welcher Beethoven an den Instrumenten entströmt und zur Auflösung alles Materiellen und Widerwärtigen führt, aber auch zur restlosen  körperlichen Erschöpfung. Faszinierend und temporeich taumeln die Bilder am Rand des existentiellen Abgrundes, an dem nichts golden strahlt, nicht einmal die Liebe. Und aus dieser energetisch überbordenden Qual steigt Beethovens Musik auf. Man scheint sie mit den Augen hören zu können. Ross hat sie in seine Bilder gebannt, dass man beim Lesen nicht nur an der Dramatik des Lebens klebt sondern selbst in einen Rausch gerät, dem man sich nur schwer entziehen kann.