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Pia Volk: Deutschlands schrägste Orte, C.H. Beck Verlag 2021, € 20,00

Die Geografin und Ethnologin Pia Volk reist gern. Als ihr Covid 19 die Welt in weite Ferne rückte, entdeckte sie Deutschland. In ihrem Buch „Deutschlands schrägste Orte“ bietet sie Mitreisegelegenheit zu 53 Orten, die man nach der Lektüre sofort besichtigen möchte. Ein Ort, der mit konvertierten Bibern aufwartet, ist in keiner digitalen Karte verzeichnet. Für die Besichtigung der Megalithgräber muss man das Internet zu Schießübungen befragen, da man einen Truppenübungsplatz durchwandert. Wie kommt  ein Kronleuchter in der Kanalisation und weshalb wurden in DDR-Zeiten in Klein-Glienicke Leitern angekettet? Eloquent belebt Volk ihre kurzen Episonden, die sich auch wunderbar zum Vorlesen eigen, mit geografischen und historischen Details, würzt hie und da mit technischem Wissen und gesellschaftlicher Lebensart. Man folgt der Reiseführerin mit staunender Neugier.
Fast zieht man mit ihr  in Erwägung, eine Reise innerhalb Deutschlands könnte selbst heute noch ein Wagis sein, denn warum sonst sind wir das einzige Land mit Autobahnkapellen? Mühelos wechseln wir lesend die Orte, von der Vogelinsel Trischen, einer wandernden Sandbank in der Nordsee zum Freizeitpark Atomkraftwerk, der unterwegs an Loriot denken lässt, bis zu einem Museum für Nahrungsmittelzusatzstoffe. Wer Deutschland zu kennen glaubt findet hier sicher noch Ungeahntes. Dies ist der unterhaltsamste Reiseführer zum eigenen Land und ein perfektes Geschenk für jede Lebenslage.