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Jurga Vile, Lina Itagaki: Sibiro Haiku, Baobab Verlag € 25,00

Die Geschichte von Algis ist eine wahre Geschichte. Sie schildert ein dunkles Kapitel in der Geschichte Litauens. Unter sowjetischer Besatzung hat Stalin Lehrer, Intellektuelle, Journalisten und ihre Familien nach Sibirien verschleppen lassen. So auch den Vater der Autorin mit seiner Familie. Hunger,  Kälte, nichts wovon oder womit man leben konnte und schwere körperliche Arbeit brachte die Menschen in der fernen Steppe um.  Die Kinder kehrten als Halbwaisen oder Waisen zurück. Erfindungreichtum und Fantasie wärmte die Seelen. So werden die Äpfel und der Ganter Martin zum immer wiederkehrenden Mantra. Vile findet eine erstaunliche Balance zwischen Schrecken und Übetrlebenswille, sowie auch Bild und Text rasant und ausgewogen erzählen, sodass man mit Genuss eintaucht und sich schnell einlässt, auf ein lang verschwiegenes Kapitel stalinistischer Schreckensherrschaft und das Leid, das es nicht zu vergessen gilt.