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Eva Rottmann: Mats und Milad. Nachrichten vom Arsch der Welt,  Verlag Jacoby & Stuart 2021 € 16,00

Mathilda ist fünfzehn Jahre alt, sehr groß für ihr Alter und wohnt erst seit kurzem mit ihrer Mutter in dem Haus neben ihrer Großmutter. Sie hat keine Freunde und eigentlich langweilt sie ihr Leben. Bis sie Milad trifft. Bei ihm ist Mathilda nicht Mathilda. Sie ist Mats. Mathilda beginnt das Leben zu genießen. Auch wenn es ihr die beliebte Alex aus ihrer Klasse, Hans der Freund ihrer Mutter oder nicht zu vergessen die komischen Jungs aus dem Dorf nicht immer leicht machen.Schon zu Beginn wird einem klar, das wird keine normale Liebesgeschichte zwischen zwei Jugendlichen.
Milad liebt das Zeichnen und braucht den Kick zum Leben. Das Gefühl, bei dem man mal wieder so richtig merkt, dass man lebt. Zu Beginn der Geschichte ist es noch das „vor den Zug springen“. Mit der Zeit wird Mats zu seinem „vor den Zug springen“ Moment. Neben der Liebe wird das Thema Rassismus von Seite zu Seite immer präsenter. Nachdem die eigentliche Asylunterkunft des Dorfes von Asbest befallen ist, muss Platz für die Flüchtlinge gemacht werden und die Sporthalle, der Aufenthaltsort der Jungs, wird zur Verfügung gestellt.Nicht nur die Meinungen der Erwachsenen spalten sich bei diesem Thema. Was zuerst nur so aussieht, als würden die Jugendlichen um ihren Sport - und Aufenthaltsplatz kämpfen, entwickelt sich mit der Zeit immer mehr in die rassistische Richtung. Milad, dessen Vater aus dem Libanon kommt, hat von Beginn eine klare Haltung und auch Mathilda und ihre Mutter setzen sich für die Flüchtlinge ein. Nichts desto trotz gerät das ganze Dorf mit der Zeit in solch eine Unruhe, dass auch die Glücksblase von Milad und Mats zu platzen droht.
Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt. Zum einen hat mich die Geschichte von Mats und Milad berührt. Mats, die durch Milad so sein kann wie sie möchte. Ich konnte ihre Schmetterlinge bis in mein Zimmer spüren. Milad, der es nicht leicht hat und trotzdem aus allem das Beste macht. Von seiner Art möchte ich mir gerne eine Scheibe abschneiden. Zum anderen fand ich es sehr beeindruckend, dass ab der Hälfte des Buches noch die Thematik des Rassismus aufgegriffen wurde. Dies wurde so gut mit in die Geschichte einbezogen, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Mich hat es zudem sehr ergriffen und erschrocken zu lesen, dass auch junge Leute schon so eine strikte politische Einstellung haben können. Zwischenzeitlich wurde ich richtig sauer und hätte den Jungs, die gegen die Flüchtlinge waren, am liebsten meine Meinung mitgeteilt. Außerdem hat mich das Buch zum Nachdenken angeregt. Warum macht es so einen Unterschied ob man in Deutschland geboren ist oder woanders? Warum fällt das überhaupt noch so auf ob man dunkel, hell, aus Deutschland oder eben nicht kommt? Wann hat dieser ewige Konflikt endlich ein Ende? Wir müssen jetzt was dagegen machen!Ich bin im Nachhinhein sehr dankbar das dieses Thema noch aufgegriffen wurde und ich hoffe es regt noch mehr junge Leute zum Nachdenken oder gar zum Handeln an.

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