revedin-patagtonien

Jana Revedin: Flucht nach Patagonien, Aufbau Verlag 2021 €22,00

Die Faszination dieses Romanes liegt für mich darin, dass man auf lesende Weise Menschen begenet, die selbst Großes geschaffen haben. Pablo Picasso, Igor Strawinsky, Jean Cocteau, André Maurais, Klaus und Thomas Mann, Coco Chanel oder Walter Elias Disney - genannt Walt - um nur einige zu nennen. Die Autorin rückt in ihrem neuen Buch allerdings den österreichischen Möbeldesigner Jean-Michel Frank und seine Gönnerin und zugleich Freundin seiner Mutter,  Eugenia Erràzurìz, ins Zentrum des Geschehens. Sie ist diejenige, die den Anstoß zu seinem schnellen Ruhm gegeben hat, da sie nicht nur über Geld, sondern auch über wichtige Kontakte verfügt Im ersten Teil des Buches erzählt Frank in Rückblicken von seinen Erfahrungen als verkrüppelter Sohn der reichen Bankiersfamilie ohne große Ziele im Leben, seine Homosexualität entdeckend und in Paris in den 30er Jahren durchaus lebbar. Zwischendrin schwenkt Franks Blick auf seine Reiesebegleitung, besagte Mäzenin, mit der er sich im Februar1937 auf einem Schiff Richtung Buenos Aires befindet, um in deren Heimat in Patagonien das erste Grand Hotel vor Ort auszustatten. Was eine Fahrt ins große Abenteuer sein könnte, ist in Wirklichkeit ein gut ausgeklügelter Plan von Eugenia, um ihren "Jean Cheri" als Jude vor den Fängen des Nationalsozialismus zu schützen. Erst das pulsierende Paris, dann im. zweiten Teil des Romans das exotische Patagonien ... atemlos liest man über die Reise nach Patagonien genauso wie über schwere Verluste, das ruchlose Leben der Pariser Surrealisten üder über Franks depressive Phasen.