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Charles Lewinsky: Der Stotterer, Diogenes, € 24,00

Johannes Hosea, ein Junge, der stottert. Seine Eltern gehören einer christlichen Sekte an und sind deren Vorsteher hörig. So lassen sie es zu, dass ihr Sohn Johannes geschlagen wird, um ihm das Stottern auszutreiben - ohne Erfolg. Doch er wird ein effektives Mittel finden, um DInge zu seinen Gunsten zu beeinflussen: das geschriebene Wort. Und er wird es nicht so genau nehmen mit der "Wahrheit". Nun sitzt er als Erwachsener im Gefängnis eine Strafe ab. Der Gefängnispfarrer findet Gefallen an den  Antworten auf seine Fragen, die Johannes aufschreibt, um das Stottern zu umgehen. Der Bitte des Pfarrers um mehr Geschichten aus seinem ungewöhlichen Leben wird Johannes nachgehen, als dieser ihm im Gegenzug die Stelle als Leiter der Gefängnisbibliothek vermittelt. Und so haben wir Leser eine so packende wie vielseitig erzählte Geschichte vor uns. Der Stotterer schreibt nicht nur aus seinem aktuellen Leben im Gefängnis. Er schreibt für den Pfarrer von früher, er schreibt Tagebuch für sich, er schreibt Briefe und noch etwas, das hier nicht verraten werden soll. Und er schreibt mit einer gewissen Distanz und Ironie, die uns Leser allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder schmunzeln lässt.