Das Spiel mit den Geschlechterrollen beginnt Meschenmoser, wenn der Mann, als die Mutter der kleinen Hühnerküken, das Futter verabreicht. Chick ist, so wie alle anderen, alles andere als schick oder hübsch. Oft ist er der Letzte, so träumt er davon, Bosshahn zu werden. Ein anderes Küken, Henriette, begleitet ihn stumm bei seinen Eskapaden. Darüber vergehen die Tage und die Küken wachsen. Chicks Hahnenschrei bleibt mehr Gepiepse und Henriette öffnet zum ersten Mal den Schnabel und kräht. Kann das möglich sein? Er eine Henne und sie der Hahn? „Keine Abenteuer, keine Heldentaten?“, fragt sich Chick. Plötzlich überstürzen sich die Ereignisse und was Chick spielerisch so oft geübt hat, kann sie nun einsetzen. Eine richtige kleine Heldin, eben doch. Meschenmoser zeigt erneut, wie gut er Tiere mit seinem Bleistiftstrich aufs Papier zu bannen versteht. Mutig und einfach rundum großartig.
Vielschichtig erzählt das Bilderbuch vom Eichhorn, dem der Mond auf den Kopf gefallen ist, der sich am Ende als Käse entpuppt. Die einfachen Bleistiftzeichnungen gelingen Menschenmoser in vollendeter Lebendigkeit. Einfach grandios!
Die Faszination dieses Bilderbuches liegt in den menschlichen Zügen, die Menschemoser seinen Tieren einhaucht, wenn er sie auf die Hinterpfoten stellt und ihrem versonnene Blick das kleine Glück des Lebens einhaucht.