Queenies Name ist stark. Majestätisch sogar. Ihre Mutter gab ihn ihr im Wissen, dass sich Queenies Leben ebenso wenig einfach gestalten werden wird, wie ihr eigenes. Mit ihrer Hautfarbe ist sie dem täglichen Rassismus mit unzähligen Herabwürdigungen ausgesetzt. Obwohl Queenie seit drei Jahren als Redakteurin bei einer Tageszeitung einen soliden Job hat, läuft vieles schief in ihrem Leben.
Ihr Freund hat eine Auszeit durchgesetzt und sie auf die Straße gesetzt. So trifft sie sich mit Männern von einer Datingplattform und denkt ihren Körper darbieten zum müssen, in Hoffnung auf ein wenig Anerkennung. Carty-Williams Roman, ein klassisches Young adult, erzählt schnell, hart, direkt und unmittelbar in sich mischenden Textformen, geschlossener Prosa, Postings und Chats. Zunächst nimmt Queenie die Dinge, wie sie sind: die fehlende Wertschätzung oder Romantik, Freundschaften, die um lapidare Postings mäandern, Datings, die nie halten, was sie versprechen, eine Familie, die wenig Hilfe bieten kann. Dann setzen die Panikattacken ein. Die Leerstellen im Text und in Queenies Leben, die dazu führen, müssen ihre Leser*innen selbst ergründen, ebenso wie Queenie, die an diesem Punkt professionelle Hilfe akzeptiert, sich damit Stück um Stück ihrer selbst und ihrer Familiengeschichte bewusst werden wird und an Stärke Fahrt aufnehmen wird. Das behebt zwar nichts, aber es schafft eine Grundlage für eine klare Haltung und Durchsetzungsvermögen, wenn es darum geht, einfach nur als Mensch wahrgenommen zu werden.
So schafft die junge britische Autorin Carty-Williams mit ihrem Roman, in tonal gelungener Übersetzung von Henriette Zeltner, die mit der Übersetzung von Angie Thomas Roman: The hate U give mit dem Jugendliteraturpreis der Jugendjurys ausgezeichnet wurde, einen denkwürdigen und erhellenden Beitrag in der aktuellen black lifes matter Debatte. Eine lebendige Schicksalsgeschichte zum Spüren des Anderen, zum Weinen und Mitfiebern für junge Leser oder alle, die es Wissen wollen.
Die fünf Halbgeschwister lernen sich durch eine Wochenendlaune ihres Vaters kennen, wobei der neunjährige Prynce zum ersten Mal seinen Vater sieht. Cyril ist ein geselliger Typ und kein Mann von Traurigkeit, Ehrlichkeit oder Verlässlichkeit.
Sie kämpfen, obwohl sie wenig besitzen, für das es sich zu kämpfen lohnt. Sie geben nicht auf. Sie glauben. Sie schweigen nicht. Sie verlieren. Sie vergessen nicht.