Dieser Roman hat definitiv Sogwirkung. Von Beginn an befindet man sich quasi im Kopf der Protagonistin Marie, die im Dunkeln einen einsamen Berg erklimmt, um sich vor ihrem gewalttätigen Ehemann zu einer einsam gelegenen Hütte zu retten. In der Hütte bei den Großeltern hat Marie als junges Mädchen häufig Zeit mit ihrer Cousine Johanna verbracht. Jetzt gibt es nur noch Johanna, die dort seit Jahren wie eine Eremitin lebt und Marie keineswegs mit offenen Armen empfängt. Dafür ist die Beziehung der Cousinen zu sehr belastet von schwierigen Kindheitserfahrungen, über die nie jemals gesprochen wurde. So beäugen sich die Cousinen stumm, Johanna versorgt Marie mit Essen, Kleidung und einem Bett, während Marie ihr schon bald bei den notwendigen Arbeiten im Haus und mit den Tieren hilft. Als Marie das Schweigen bricht und Fragen nach der Vergangenheit stellt, schickt Johanna sie fort. Doch Marie kommt wieder, denn sie weiß im Grunde nicht wohin. Nach und nach nimmt sie das einfache, dem Willen der Natur ausgesetzten Leben an und sucht in Johanna eine Verbündete. Am Ende überrascht die Autorin noch ein letztes Mal, indem sie unerwartete Wahrheiten auf den Tisch bringt.