Rosie zieht mit ihrer Mutter in die Wohnung eines Hochhauses. Das eher zurückhaltende Mädchen fühlt sich fremd, bis sie Moussa aus dem Stock darüber kennen lernt. Er zeigt ihr seine Lieblingsplätze und verstrickt sie dabei versehentlich in ein ziemlich spannendes Abenteuer. Bei Moussa ist vieles anders als bei Rosie. Wo Rosie die Wohnung mit ihrer Mama allein bewohnt, zählt Moussas Familie fünf Personen. Im nun dritten Band zieht auch noch Onkel Ibrahim ein, der wegen fehlender Papiere Deutschland vielleicht wieder verlassen muss. Rosies Mutter glaubt nur, was sie sieht. Von Onkel Ibrahim erfahren Rosie und Moussa, dass es viele Dinge gibt, die man nicht sehen kann. Wind zum Beispiel. Den kann man aber fühlen, so wie man die Liebe auch nur fühlen kann. Rosie Zurechtfinden in ihrer bunten Lebenswelt, ihr kindlicher Blick und ihre glasklaren Erklärungsversuche für alle Ungereimtheiten und Neuigkeiten geben der Geschichte Witz und Charme. Eine multikulturelle Großstadtfreundschaft, der es an nichts fehlt. Auch Vorleser werden hier ihre Freude haben.
Dies ist keine „Erstlesereihe“, doch der größere Schriftgrad und vor allem die Illustrationen machen die schmalen Bücher zum Hingucker für „Kurzstreckenleser“. Die belgische Illustratorin Judith Vanistendael zeichnet graphic novels. Ihr Strich ist von emotionalem Schwung, ihre Perspektiven und Detailaufnahmen sind ungewöhnlich kunstvoll für ein Kinderbuch, abwechslungsreich und sehr lebendig.