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Husain Zangana: Theater als therapeutische Erinnerungsarbeit, utzverlag 2020, € 52,00

Gedichte über kurdische Frauen, die 1988 Opfer der Al-Anfal-Ereignisse wurden, bei denen 182.000 Menschen im Irak verschleppt worden waren, bewegten den in München lebenden Theaterwissenschaftler Hawre Zangana (Künstlername von Husain Zangana) zum Schreiben des Theaterstücks Amanat. Unter Gefahren wurde Amanat 2007 in der Nähe von Kirkuk aufgeführt.Mit Beteiligung der Hinterbliebenen wurde eine Gedenkstein mit den Namen der seit fast 20 Jahren vermissten Personen aufgestellt. Für jedes Opfer pflanzten die Angehörigen einen Baum. 2016 wurde innerhalb eines theatralen Rituals ein Theatermonument eingerichtet. In vielen Ländern ist der Zugang zu Therapie keine etablierte Kultur. Belastende Erinnerungen machen das Leben und Denken schwer. Das Ende eines Krieges ist nicht das Ende des Krieges in den Köpfen vieler Menschen. Welche therapeutische Wirkung hat das Theater auf Menschen, die Angehörige durch ein Gewaltereignis verloren haben? An wen richtet sich ein therapeutischesTheatermodell? Lesen Sie eine Forschungsarbeit, die viele Brücken aus dem Elfenbeinturm schlägt und auch Menschen in München betrifft! Annette Spieldiener