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Lauren Wolk: Das Jahr in dem ich lügen lernte, Hanser Verlag 2017 € 16,00

Bis zu dem Moment im Herbst 1943, an dem die Zwergenschule auf dem Dorf eine neuen Mitschülerin bekam, verlief das Leben von Annabelle in friedlichen Bahnen. Auf der Farm, auf der Kinder tatkräftig mithalfen, lebten drei Generationen geruhsam unter einem Dach. Ab und zu half Toby mit, ein alter Landstreicher, über den keiner mehr zu erzählen vermochte, als dass er als Infantrist im ersten Weltkrieg diente. Seitdem lief er mit drei alten Gewehren um den Hals herum. Betty, die Neue, verbündete sich gleich mit den rabaukigen Jungs und begann Annabelle, die 12-jährige Erzählerin, zu erpressen. Annabelle versucht sich zunächst selbst zu helfen, dann trifft ein fliegender Stein das Auge ihrer Freundin. Auch im Krankenhaus ist es nicht mehr zu retten. Annabelle ist sich sicher: Diesen Stein hat Betty geworfen. Doch plötzlich ist Betty verschwunden. Der anfänglichen Erleichtung macht sich sich bald eine neue Angst breit. Toby soll etwas mit dem Verschwinden zu tun haben. Man tut sich leicht mit Vorurteilen und Urteilen. Annabelle weiß und weiß auch wieder nicht. Wen kann sie ins Vertrauen ziehen? Was sagen? Was verschweigen? Ist Schweigen schon lügen? Vor unseren Augen dreht sich diese kleine, anfangs harmlos wirkende Geschichte zwischen wenigen Figuren zum Tornado auf. Ein faszinierendes, eindrückliches Leseerlebnis, das man lange nicht vergessen wird.