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Martina Wildner: Der Himmel über dem Platz, Beltz & Gelberg 2021 € 13,95

Jolanda (Jo) hat einen großen Traum. Sie möchte eine supergute Fussballerin werden. Dafür wechselt sie in eine Jungenmannschaft. Doch das Training fällt ihr schwerer als sie dachte. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es einfach wunderbar geschrieben ist. So gut, dass ich in die Welt und die Gefühle von Jo eintauchen konnte. Beatrice, 10 Jahre
Der Kunstrasen glüht in der Sommerhitze. Die Luft ist staubig. Jo klebt das Trikot am Körper. In diesen Punkten gleichen sich die Fussballturniere der Mädchen und Jungen. In allem anderen unterscheiden sie sich für Jo gewaltig. Jo möchte Profispielerin werden. Für ein intensiveres Training wechselt sie von einer Mädchenmannschaft zu den Jungen. Hier scheinen die Anforderungen an ein Mädchen höher zu liegen, als an die Jungen. Die Jungen und ihre Väter lassen sie spüren, wie wenig willkommen sie ist und Jo befindet sich in einer verzweifelten Lage. Ein Zurück gibt es nicht und das Voran kostet Tränen über Zweifel, Demütigungen und Ungerechtigkeiten, die Jo nicht mehr aushält. Ist das der richtige Weg? Wilder verankert die Geschichte von Jo in einen gut ausgestalteten Rahmen von Mitspielern und Gegenspielern, sodass das klassische Genderthema an Bandbreite und Tiefe gewinnt. In ihrer Familie kämpft Jo mit  den Erwartungen und der Ignoranz ihrer getrennt lebenden Eltern und ihre Rolle als Sporttalent, als bevorzugte kleine Schwester. Und wie in jeder guten Geschichte gibt es natürlich Geheimisse, die entdeckt werden wollen. Geheimnisse, die Joes Willen und ihre Tatkraft stärken werden, die sie sehend machen, für die Wege der anderen und nicht zuletzt für ihren eigenen Weg. Ein rundum gelungenes Buch, dass sich für Jungen wie Mädchen gleichermaßen zu lesen lohnt.