wheatle-home-girl

Alex Wheatle: Home Girl, Kunstmann 2020 € 18,00

Wenn man Home Girl im Google Übersetzer eingibt, dann wird einem „Zuhause Mädchen“ angezeigt. Ein Zuhause hat Naomi eigentlich nicht recht, sie ist 14 und hat keine Eltern mehr, die mit ihr zusammenwohnen, die ihr bei den Hausaufgaben helfen, sie trösten wenn sie traurig ist oder ihr ein Eis an ihrer Lieblingseisdiele kaufen. Naomis Mama ist als Naomi fünf war gestorben, ihr Papa hat ihren Tod nicht verkraften können und ist in ein Alkoholproblem reingerutscht.
Immer mal bekommt man mit, dass Naomi versucht hat die Mutter zu ersetzen und sich um den Vater zu kümmern, doch das hat nicht lange geklappt und sie wurde vom Jugendamt in Obhut genommen. Wie gleich am Anfang klar wird, ist sie schon länger auf Suche nach einer Pflegefamilie, besser gesagt ihre Sozialarbeiterin Louise sucht nach vielen Fehltreffern DIE Familie für sie. Naomi ist nicht ganz einfach. Sie hat ihren eigenen Kopf und ihre eigenen Ideen, außerdem hat sie zwei Freundinnen aus dem Heim, die zu jeder Pflegefamilie etwas Negatives finden. Nach vielem Hin und Her kommt Naomi zu einer Übergangsfamilie bis Louise was Festes gefunden hat, denn diese Familie hat eine dunkle Hautfarbe und das passt, laut der Sozialarbeiterin, auf Dauer nicht. Mit der Zeit wird Naomis „harte“ Schale etwas weicher. Sie versteht sich besonders gut mit den zwei kleinen Adoptivkindern der Familie. Eigentlich wäre sie auch damit einverstanden dort zu bleiben, die Familie kümmert sich gut um sie, fördert ihr Tanztalent und lässt sie kochen und backen, auch wenn sie es manchmal vermasselt. Doch dann äußert der Großvater der Familie sich negativ zu Naomi, auf Grund ihrer weißen Hautfarbe. Ihre Freundinnen raten ihr sofort wieder ins Heim zu ziehen, das tut sie dann auch, aber damit ist es nicht getan. Mich hat das Buch an manchen Stellen sehr berührt, ich hätte Naomi manchmal am liebsten in den Arm genommen. Ich fand es aber toll das, dass das Buch die Höhen und Tiefen, wie sie im echten Leben auch vorhanden sind, enthält. Außerdem hat mich besonders beeindruckt, wie schnell eine Pflegefamilie, die das Kind nur für kurze Zeit aufnimmt, das Kind so sehr lieben und ins Herz schließen kann als wäre es das eigene. Hannah, 16 Jahre
gruen-punkt-winzig

Die 14-jährige Naomi hat es schwer im Leben. Ihre Mutter beging vor Jahren Selbstmord und ihr Vater wurde daraufhin zum Alkoholiker, unfähig sich um seine Tochter zu kümmern. Diese lebt nun im ständigen Wechsel von Pflegefamilie zu Pflegefamilie, in der Hoffnung einen Platz zum Bleiben zu finden. Der Leser begleitet sie auf dieser Reise, auf der sie anfangs nur ihre Freundinnen Kim und Nats hat. Denn eigentlich soll Naomi nur zwei Wochen bei den Goldings, einer dunkelhäutigen Familie, unterkommen, doch ausgerechnet bei ihnen fühlt sie sich sogar ein bisschen wohl. Das Buch erzählt einfühlsam von den Gedanken, die Naomi herumtreiben und den Problemen, die ihr Leben mit sich bringt. Alex Wheatle bringt viele wichtige Themen auf eine so authentische Weise zusammen und regt damit sehr zum Nachdenken an. Ich kann dieses Buch nur empfehlen!   Theresa, 14 Jahre

gruen-punkt-winzig


Ich glaub, mich laust der Affe! In Naomis 14-jährigem Leben ist schon so viel unglaubliches passiert, dass dieser Affe in unzähligen Varationen beständig vor ihrem inneren Auge auftaucht und ihr ständiger Begleiter ist. Dieses Buch reißt seine LeserInnen in einen Strom von Ereignissen. Zwischen Lachen und Weinen schließt man Naomi fest ins Herz. Ihr Leben ist bisher nicht gerade von Sonne beschienen. Die Eltern haben nicht für sie sorgen können, so strandet sie im Heim mit einer beherzten Sozialarbeiterin an ihrer Seite, die sich große Mühe gibt, Naomi in eine Pfegefamile zu vermitteln. Mit 14 ist das recht aussichtslos, vor allem, weil auch Naomi sich sträubt und  allem den Kampf ansagt. IhreTräume, Forderungen und Ängste lassen einiges schief gehen. Die Ratschläge ihrer Freundinnen befeuern die Negativspirale. Das Gute und Schöne im Leben gerät immer nur punktuell in Naomis Blickfeld. Für kurze Zeit bringt die Sozialarbeiterin sie in einer farbigen Familie mit zwei weiteren, kleinen Pflegekindern unter. Dieser Aufenthalt soll nur für kurze Zeit sein, schon weil eine ungeschriebene Regel sagt, dass zu allem hier noch Rassismus ein Problem werden könnte. Diese Menschen aber werden für sie zum wichtigen Anker in ihrem Leben. Wheatle, selbst ein Heimkind und jamaikanischer Abstammung, kennt sein Thema bis in alle Details und zeichnet eine sorgsam austarierte, differenzierte Gefühls- und Aktionswelt. Naomis Zungenschlag hat jugendliches Feuer und Authentizität. Die Übersetzung ist hervorragend gelungen. Ein Buch zum Eintauchen und Mitfiebern, zum Kennenlernen, ganz ohne Mitleid zu erwecken. Lesenswert! Katrin Rüger