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Ross Welford: Der 1000jährige Junge, Coppenrath Verlag 2019 € 16.-

In diesem Buch geht es um dem jungen Alfie Monk, der in einem Wald in England mit seiner Mutter ein komplett abgeschottetes Leben führt, und das seit 1000 Jahren. Doch als seine Mutter unerwartet durch einen Waldbrand stirbt, freundet er sich mit Aidan und Roxy an, die in dem nächstgelegenen Dorf wohnen. Seine Mutter hatte ihn immer gewarnt und er hatte mit Freundschaften schlechte Erfahrungen gemacht. Trotzdem fasst er Vertrauen und erzählt seinen neuen Freunden, dass er sein 1000 Jahren elfeinhalb ist. Dieses unendliche elfeinhalbjährige Leben möchte er endlich loswerden.
Mir gefällt das Buch, weil man nie vorhersehen kann, was passiert. Das Cover ist mir zu langweilig gestaltet, außerdem sollte nicht nur Alfie, sondern auch Aidan abgebildert sein, da die Erzälperspektive  zwischen den beiden wechselt und Roxy auch eine große Rolle spielt. Lea, 12 Jahre

Alfie ist elf und lebt zurückgezogen mit seiner Mom in einer Holzhütte im Wald. Als Aidan und Roxy die Hütte entdecken beobachten sie, wie Mutter und Sohn in einer seltsamen Sprache miteinander reden. Roxy ist überzeugt, es mit einer Hexe zu tun zu haben. Und überhaupt scheinen die beiden dort schon sehr lange zu wohnen. Doch ehe die beiden Kinder, deren nachbarschaftliche Freundschaft gerade erst begonnen hat, mehr herausbekommen können, geht die Hütte in Flammen auf. Alfie kann sich in einen Baucontainer retten, wird entdeckt und gibt vor Aidan und Roxy sein Geheimnis preis: er behauptet, schon über 1000 Jahre alt zu sein.
Er ist nicht unsterblich, nein, Lebensperlen aus Wikingerzeiten haben seine Alterung gestoppt. Erst wenn er erneut eine weitere Lebensperle nimmt, kann er wieder altern, wie alle Menschen. Welford gelingt es, dieses Setting witzig und spannend zugleich zu inszenieren. Nicht nur, dass vor 1000 Jahren eine Katze Alfies Aktionismus kreuzt und er versehentlich eine kostbare Lebensperle an sie verschwendet, bald zum Schulbesuch gezwungen, entpuppt sich Alfie in historischen Fragen als notorischer Besserwisser. Alfies und Aidans Erzählperspektive wechseln elegant und Alfies Sprache bleibt gespickt von Seltsamkeiten. Die fieberhafte Suche des Kinderheims nach Alfies Verwandten scheint bald von Erfolg gekrönt. Als ein weiterer Nimmertoter auftaucht und Alfie erfährt, dass die einzige, von ihm und seiner Mutter versteckten Lebensperle ausgerechnet durch Ausgrabungen Gefahr läuft entdeckt zu werden, beginnt ein wahres Abenteuer. Glücklicherweise vermeidet Welford den Parforceritt durch die Geschichte. Nur hi und da erzählt Alfie von Ereignissen und Begnungen, die sein Leben prägten und die dann, wie es im Leben immer so spielt, durch das gesamte Buch eine Rolle spielen und ihn immer wieder einholen. Die Freundschaftsgeschichte zwischen Alfie, Aidan und Roxy ist perfekt und durchweg spannend komponiert.  Welford ist mit diesem Buch eine fesselnde wie faszinierende Lesefutter-Lektüre gelungen, die ich mit großem Vergnügen und mitunter angehaltenem Atem gelesen habe. Katrin Rüger