walton,wörter

Julia Walton, Wörter an den Wänden, Arctis Verlag 2020 €18,00

Wenn Wörter unausgesprochen bleiben, aber die Stimme auf Papier fließt , hat man diese Stimme sehr eindringlich im Ohr. Der Leser begleitet den 17Jährigen Adam ein knappes Jahr durch sein Leben mit Schizophrenie.  Aktuell nimmt er an einer Medikamentenstudie teil, die sehr hoffnungsvoll beginnt und von Ärzten und seinem Therapeuten begleitet wird. Er weigert sich allerdings, mit dem Therapeuten zu sprechen und schreibt stattdessen ein Tagebuch in Briefform. Er schreibt von seinen Hoffnungen und Ängsten, davon, dass der Therapeut ihm das Verständnis entgegen bringt, das er im Außen nie finden wird. Denn Adam traut seinen Halluzinationen und Aussetztern nicht über den Weg. Sie sind Schuld, dass er die Schule wechselt. Sie sind mit ein Grund, warum er in der neuen Schule seine Krankheit verschweigt, Als er sich zu Maya, die gern aneckt und feine Antrennen hat, hingezogen fühlt, wird er anfangs den starken Part einnehmen. Er wird Maya aufbauen, wenn sie zweifelt, und ihr schöne erste Male bescheren. Nur von seiner Schizophrenie erzählt er nichts. Und das wird am Ende zu seinem größten Problem, an dem er und die zarte Beziehung beinahe zerbricht. Die Autorin erzählt auf ihre besondere Weise von einem Leben am Rand der Gesellschaft und gleichzeitig schreibt sie ein einfühlsames Buch über das Erwachsen werden.