Articles tagged with: Zwischenwelt

Kluft zwischen Magischen und Nicht-Magischen

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Selin Visne: Die Überlieferung der Welt, dtv 2020 € 10,95

Laelia, die mit kleineren Diebstählen versucht, ihre Mutter und ihren Bruder zu versorgen, gerät in große Schwierigkeiten, als Nero, der Boss der kriminellen Unterwelt, es ihr verbieten will. Aber auch ihre magischen Kräfte können nicht den Hunger ihrer Familie stillen, also sieht sie sich gezwungen weiter zu klauen. Als Nero das herausfindet, flieht sie zusammen mit Hadrian, der sich gegen seinen Boss gewandt hat. Ein geheimnisvoller Seher überzeugt die beiden, sich ihm anzuschließen. Seinen Visionen folgend suchen sie drei weitere magische Begabte, um ein geheimnisvolles Ritual durchzuführen, dass jedem von ihnen einen geliebten gestorbenen Menschen zurückbringen soll.

Unterwegs ins Jenseits – ganz großes Kino

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Claire McFall: Ferryman. Der Seelenfahrer, Arctis Verlag 2020 € 19.-

Als Dylan nach einem Zugunglück erwacht, muss sie feststellen, dass sie gestorben ist. Jetzt befindet sie sich im Niemandsland, in dem der Ferry Man Tristan sie vor Geistern beschützen und sie sicher in das Totenreich führen soll. Auf ihrer Reise kommen sich die beiden immer näher, doch Tristan kann sie nicht ins Totenreich begleiten und Dylan kann nicht im Niemandsland bleiben. Die Geschichte wird abwechselnd aus Dylans und Tristans Sicht erzählt. Der Wechsel ist aber nicht gekennzeichnet, wodurch nicht immer klar ist, aus welcher Sicht gerade erzählt wird. Hinzu kommt, dass die Charaktere blass bleiben und nur schwach ausgestaltet sind. Unter anderem wirken die plötzlichen Gefühlsschwankungen der Personen aufgesetzt und nicht realistisch. Von der Welt erfährt man nicht viel und es bleibt unklar, wieso das Niemandsland existiert oder wer es erschaffen hat. Positiv aufgefallen ist, dass die Autorin beschreibt, wie das endgültige Totenreich aussehen wird, was in vielen Büchern nicht erwähnt wird. Allerdings blieb die Geschichte einseitig. Es gab keine überraschenden Wendungen und manche Handlungen wiederholen sich in dem Buch mehrmals, sodass irgendwann keine neuen Aspekte mehr dazukommen, sondern immer wieder die alten Geschehnisse in einem anderen Kontext neu erzählt werden. Insgesamt war das Buch sehr klischeehaft und die Gefühle der Charaktere wirkten sehr künstlich. Juliana, 16 Jahre