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Der Zoo der Anderen

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Jan Mohnhaupt: Der Zoo der Anderen. Als die Stasi ihr Herz für Brillenbären entdeckte und Helmut Schmidt mit Pandas nachrüstete, Hanser Verlag 2017 € 20.-

Für Außenstehende konnte die tierische Lage im geteilten Berlin sprachlich leicht in Verwechslung geraten. Der Zoologische Garten lag im Westteil, der Tierpark im Ostteil der Stadt. Der Tiergarten war gar kein Zoo und lag wiederum im Westen. Nach dem Mauerbau war er unerreichbar für Ostberliner, auch wenn ein Bericht im "Neuen Deutschland" zum Besuch des neuen Tiergartens riet und dabei den Tierpark meinte. Trotz Teilung behielten die Berliner Gemeinsamkeiten. Sie liebten ihre Zoos. Sie vergötterten ihre Zootiere, wie es in keiner anderen Stadt der Fall war und sie verloren nie ihren Humor. Mehrfach im Jahr ging man, vorallem im Westteil der Stadt, in seinen Zoo, und sicher dachte man dabei nicht an die große Politik. Jan Monhaupt nimmt seine Leser nun kurzweilig, anekdotenreich und unumwunden mit, auf die politischen Spuren, die sich schon in der Lage der Zoos spiegeln. Der Zoologische Garten lag mitten in der neuen City-West. Dicht gedrängt stand hier Gehege an Gehege. Seine Besucher jagte der beengte Parcour von einer Attraktion zur nächsten. Manche Tiere hatten sogar die Bombennächte des Zweiten Weltkrieges in der Stadt erlebt und waren durch die Blockade gefüttert worden. Der Tierpark wurde erst 1958 gegründet und  fand sein Gelände in der großen Weitläufigkeit um das Schloss Ludwigsfelde. Sein Direktor folgte der Idee einen Naturpark erschaffen zu wollen. Hier fand man Ruhe und endlose Spaziergänge von Tier zu Tier. Lag der Ku-Damm, der Kurfürstendamm im Westen gleich um die Ecke, bot der Tierpark  mit seinen Huftiergehängen den Kuh-Damm Ost. Schöner als mit dieser Führung durch zwei Zoos auf den zwei Seiten einer Stadt, lässt sich ins Berlinerische vereint getrennte Mauerleben nicht einsteigen.

Unvergessliche Teams

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Lorenz Pauli, Kathrin Schärer: Rigo und Rosa, atlantis 2016 € 16,95

Einzig die vier Buchstaben ihres Names, beginnend mit einem "R" scheint die Maus und den Zooleoparden zu verbinden. Fressen oder Fragen, überlegt sich der Leopard, als er die Maus in seinem Gehege entdeckt. Erst einmal fragen, denn Fragen nach Fressen geht nicht mehr. So kommen die beiden ins Gespräch. Über sich selbst und den anderen, über die Welt und darüber hinaus. Die Freiheit der Maus bleibt dem Leoparden verwährt. Er bietet ihr Schutz und sie ihm Geschichten. Ihr Aktionismus steckt den trägen Leoparden mitunter an. Manchmal,  wenn es ums Wörter erfinden geht zum Beispiel. Mit dem eigenen Schwanz Springseil springen geht jedoch zu weit.  Stück für Stück ändert das Miteinander ihre Welt. Das Glück wohnt in so vielen kleinen Dingen, nicht nur in der Eichel der Maus, mit der Leopard versucht, einen Baum zu pflanzen. Die kurzen Geschichten mit ihren knappen Sätzen aus einfachen Worten schwingen in jeder Zeile mit einem Kosmos aus Gedanken und Gefühlen. Sie lassen Nachdenken, aber auch Schmunzeln und wärmen das Herz.

Sprachspielspaß

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Pamela Butchart, Niemals wilde Katzen kitzeln, Reprodukt 2015 € 16,00

Zippeln und zappeln, trippeln und trappeln, kribbeln und krabbeln. Line kann nicht still sitzen und sitzt auf ihren Ohren derweil der kleine Zuhörer vom Sprachspielspaß die Ohren spitzt. Im Zoo belästigt sie Bären und streichelt Schlangen und macht auch vor dem Tiger nicht halt. Wieso man niemals wilde Katzen kitzeln sollte erzählt das Bilderbuch in süffisantem Dominoeffekt, sodass selbst Line am Ende zur Einsicht kommt und alles endet gut, wäre da nicht die Idee mal einen Polarbären zu piksen….
 

Ab ins Bett

Rathmann, Gute Nacht Gorilla

Peggy Rathman, Gute Nacht Gorilla, Moritz Verlag € 12,00

Im Licht der Taschenlampe schleicht der Zoowärter von Käfig zu Käfig, den Tieren „Gute Nacht“ zu sagen. In seinem Schatten unbemerkt, der kleine Gorilla, welcher mit des Wächters Schlüsselbund alle Tiere frei lässt. Auf leisen Sohlen folgen sie dem müden Zoowärter ins Schlafzimmer. Licht aus, „Gute Nacht, Schatz“- da tönt es 7x „Gute Nacht“ aus der Dunkelheit und ein paar erschreckte Augen klappen wieder auf. Licht wieder an! Ein kleiner Gorilla erwidert den Blick mit unschuldigem Grinsen. Nun ist die Frau des Zoowärters an der Reihe, die Tiere entgültig ins eigene Bett zu bringen. Ob ihr das gelingen wird?