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Mehr als nur ein Wort: Was bedeutet die Todesstrafe?

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Sarah Crossan: Wer ist Edward Moon? Mixtvision 2019 € 17.-

Edward Moon ist Mitte zwanzig und sitzt seit zehn Jahren in Haft, des Mordes für schuldig befunden, ausgerechnet in Texas, wo auf Mord die Todestrafe steht. Annäherung an diese schwer vorstellbare Lebenssituation bringt Eds kleiner Bruder Joe, dessen lebendige Erinnerungen an seinen großen Bruder aus einer Zeit stammen, als er grade sieben Jahre alt war. Er ist es, der in den letzten Wochen vor dem festgesetzen Termin des endgültigen Strafvollzuges den Weg zum und ins Gefängnis findet und die Gespräche mit dem  Bruder auf sich nimmt. Gekonnt springt Crossan zwischen den zwei Zeitebenen, Joes Erinnerung und seiner Sicht als heute 17jähriger. Dabei verweben sich bald Joes und die eigenen Fragen und mehren die in offenem Raum stehenden Zweifel an der Richtigkeit eines solchen Vollzuges. Kann man sich Eds Schuld überhaupt sicher sein? Gibt es noch Chancen das Urteil aufzuschieben oder gar auszusetzen? Wo bleibt das Gewissen, wenn man im Namen des Staates Todesurteile vollstreckt? Atemlos verfolgt der Leser das Setting, klammert sich an die letzten Hoffnungsschimmer inmitten aller plangenauen Vorbereitungen zum gesetzlichen Mord. Wie auch schon Anne-Laure Bondoux in Der Mörder weinte, beantwortet Sarah Crossan die Frage des Titels  mit der Suche nach dem Menschen, dem Wesen des und der Menschen. Das macht eine Antwort nicht leicht. Umso ergreifender ist es jedoch, Joe zu folgen. Was macht ein Todesurteil mit denen, die es begleiten müssen, mit der Familie, die zerbricht und zurückbleibt? Wie auch schon in ihrem für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierten Vorgängertitel Eins öffnet Sarah Crossan in knapper, packender Sprache eine Tür hinter der ein weites Feld liegt.

Wiedersehen mit Anne-Laure Bondoux

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Anne-Laure Bondoux: Bella Rossas anderes Glück, Carlsen Verlag 2016 € 17,99

Bella Rossa hat genug von ihrem eintönigen Leben in einer kleinen Siedlung mitten im Wilden Westen. Sie will fahrende Händlerin werden. Auf ihrem Weg muss sie nicht nur um Kundschaft kämpfen, sondern auch mit ihrer Liebe zu Jaroslaw und ihrem ewig meckernden, gelähmten Vater fertig werden. Ein Western zur Zeit des Goldrausches aus der Perspektive einer starken, aber auch liebevollen, jungen Frau. Er lebt, wie alle Bücher von Anne-Laure Bondoux, von seinen wundervoll vielschichtigen Charakteren. Clara, 15 Jahre
Ihr neustes Werk spielt in die Zeit des Goldrausches. Viele Familien ziehen im Planwagen nach Westen. Einem verheißungsvollen Glück entgegen. Das Mädchen Bella Rossa wird nach dem Selbstverständnis des damaligen weiblichen Rollenbildes gezwungen, auf diese Reise zu gehen und für ihren Vater zu sorgen, der nach einem Unfall gelähmt im Planwagen sitzt. Eine undankbare Aufgabe, über die sie in all ihrer Stärke fast märchenhaft weit hinauswächst. Diese quirlige, starke Hauptfigur setzt Maßstäbe und zeigt, dass Handeln gefragt ist, wenn man etwas ändern will. Katrin Rüger
PS: Auch ich stimme mit Claras Meinung überein, das Der Mörder weinte ein weitaus faszinierender Titel von Anne-Laure Bondoux ist, ebenso wie Die Zeit der Wunder. Fünf Jahre nach dem ersten Interview  treffen wir die vielseitige Autoren nun in Frankfurt wieder.

Zu knapp

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nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis Jugendjury 2014

Jane Teller, Alles, dtv Tb 2015 € 7,95

Mir persönlich waren die acht Kurzgeschichten viel zu knapp. Meiner Meinung nach kann man Komplexe wie Gewalt/ Rache/ Todesstrafe auf zehn bis fünfzehn Seiten nicht ausreichend darstellen. Viele innere Konflikte oder Hintergründe der Figuren werden nur ganz kurz angerissen, aber für den Leser nicht genügend erläutert. Über die meisten Themen wurde auch schon viel geschrieben, und zum Thema Gewalt haben mich zum Beispiel die Bücher von Kevin Brooks, vor allem "Lucas", sehr viel mehr beeindruckt; sie sind mir länger im Gedächtnis geblieben und haben mich wirklich! zum Nachdenken angeregt. Anne-Laure Bondoux` Der Mörder weinte beschäftigt sich auch mit der Todesstrafe, Ungerechtigkeit/ Selbstverständnis der Gesellschaft, (Un-) Menschlichkeit, aber auf eine Art und Weise, die einen wirklich berührt, die zum Nach-/ Überdenken auffordert und außerdem literarisch großartig ist. Nach den meisten Geschichten aus "Alles" habe ich mich gefragt: was fange ich damit jetzt an?Ein Urteil über die Gesellschaft oder die Figuren kann ich mir persönlich nicht bilden, da ich viel zu wenige Informationen habe; (literarisch) beeindruckt haben mich die Geschichten auch nicht; meiner Meinung nach kann das Buch höchstens kleine Anstöße zum Diskutieren geben. Claire, 19 Jahre