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Zarte Trauerbewältigung

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nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis Bilderbuch 2011

Stein Erik Lunde, Papas Arme sind ein Boot, Gerstenberg Verlag € 12,95

Papa hört kein Radio. Er sitzt im Wohnzimmer. Es ist ganz still, nur das Feuer im Kamin knistert und knackt.“ Zitat: Linde, Papas Arme sind ein Boot
Worte eines kleinen Jungen fließen nach dem Tod seiner Mutter auf schwarzen Grund. Daneben ein schlichtes Haus in weißer Papierlandschaft. Eine Birke, ein Stein, ein Stück Brot und eine rote Schaukel. Verwaist hängt sie am Baum und lässt mit ihrem Rot den Blick des Betrachters nicht gehen, welcher bald in Gedanken, den Jungen auf der Schaukel sitzen sieht. Sein Vater steht wohl dahinter und gibt ihm Schwung. Ihr imaginäres Lachen erfüllt das Rund. „Das ist jetzt schon eine Weile her“ sagt der Text und führt den Leser zurück in die beseelte Traurigkeit des Buches. Natürlich kann man da nicht schlafen. Der Junge nicht, welcher von der äußersten Ecke seines Gitterbettes zu uns aufblickt, und der Vater, in sich versunken vor dem Kamin, auch nicht. Der Raum und die Gefühle scheinen unermesslich groß und weit. Da flüchtet sich der Junge in die Arme seines Vaters, als kleines Knäuel hält Papa ihn fest und schreitet mit ihm Wange an Wange durch ihre „verrutschte Welt“. Der windschiefe Spültisch mit seinen aufgeklappten Laden in Seitenansicht, der Esstisch daneben in Draufsicht, die Zungen des Feuers hinter dem Pfosten verwirbelt zum Segel.