Articles tagged with: Till

Opas wilde Abenteuer – ein Hausbuch für die ganze Familie

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Jochen Till, Wiebke Rauers: Memento Monstrum, Coppenrath Verlag 2020 € 18,00

In seiner opulenten Aufmachung kommt Jochen Tills Memento Monstrum wie ein Hausbuch daher, ein Klassiker des Horrorgenres. Frohlockend schaut uns Opa Dracula aus dem Portrait ins Gesicht. Sein blutverschmierter Mund ist zu einem breiten Grinsen verzogen. Die kleinen Fledermauskrallen greifen aus dem Rahmen heraus. Opa Dracula ist 589 Jahre alt und macht den Eindruck eines unerschrockenden Vampires. Die Aussicht auf ein Wochenende allein mit seinen drei Enkelkindern bringt ihn allerdings um den Verstand, so wie die aufgehende Sonne. Bei den Vampiren hat die Emanzipation Einzug gehalten. Vlads Frau und seine Tochter wollen ein Wellnesswochende in Paris genießen und haben die drei Kinder kurzerhand bei ihm abgesetzt.

Perfekt verrückte Antworten auf alle Warum-Fragen

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Jochen Till: Raubritter Rocko und die rostige Rüstung, Tulipan Verlag € 8,95

„Wieso, weshalb, warum?“, fragen Kinder anhaltend bei den einfachsten Behauptungen. Jochen Till beweist in dieser Erstlesegeschichte, dass man mit wenigen Worten ein Meister plausibel verrückter Antworten darauf sein kann. Mitten im schönsten April langweilt es Raubritter Rocko so sehr, dass selbst sein Knappe Rotznase, jahreszeitenumfassend geplagt von Grasschnupfen, Heuschnupfen, Laubschnupfen und Schneeschnupfen, keinen Rat weiß. Alle Winterspiele sind hundert Mal gespielt und die Schneemannarmee ist bis auf ein paar Reste ritterlich geköpft worden. Die letzten Dahinschmelzenden allerdings, verfolgen Rockos Treiben neben dem Text mit reservierter Skepsis und Groll. Auch das Raubschwein Roulade, welches immer wieder Gefallen an ihren Möhrennasen findet, mögen sie nicht. Schon diese, rein durch Illustration lebensprall gefüllten Charaktere auf dem Nebenschauplatz fesseln auf den ersten Blick.

Coole Großeltern

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Jochen Till: Opa müffelt, Oma schnarcht, Tulipan 2019 € 10.-

Die Reihe "Tulipan Kleiner Roman" richtet sich an gute Leser ab 7. Handlich und klein passen die Bücher unter jede Bettdecke oder ins Handgepäck für unterwegs. Auch Jochen Tills Hauptfigur Lutz befindet sich auf dem Rücksitz des Autos seiner Eltern. Sie bringen ihn zu Oma & Opa. Dort soll er zwei Tage bleiben. Lutz, der vier Jahre mit seinen Eltern in Amerika lebte, kann sich an seine Großeltern überhaupt nicht erinnern und malt sich das Wochenende in den schrecklichsten Farben aus. Aber dann kommt natürlich alles ganz anders und Oma & Opa sind viel cooler, als er gedacht hat. Ein typisches Jochen Till Buch kommt natürlich nicht ohne verstolperte Missverständnisse und viel Witz aus. Eine schöne Wochenendlektüre fürs Grundschulalter.

Jochen Till und sein Vorleser präsentieren „Pogo & Polente“ und „Luzifer“

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Jochen Till: Pogo und Polente, Tulipan Verlag 2018 € 13,00

Wie schon in Luzifer, thematisiert Jochen Till auch in Pogo und Polente elterliche Vorbilder und kindliche Rebellion in witziger, ungewohnter Rollenverteilung. Polente, eigentlich Vanessa, wünscht sich, in die Fußstapfen ihres Vaters, eines Polizisten, zu stapfen und spielt gewissenhafter Recht und Ordnung, als es die Polizei erlaubt. Sie ist mit ihrem Vater ausgerechnet in das Haus neben Pogo und seine Eltern gezogen, die in ihrer verfallenen Hütte ein waschechtes Punkerleben führen. Dummerweise entwickelt Pogo seine Zukunftswünsche ebenso gewissenhaft wie Vanessa und dirket an seinen Eltern vorbei. Er ist ein angepasster, strebsamer Einserschüler, der die Schule und das Lernen liebt. Trotz allem läuft es mit Pogo und Polente nicht gleich rund. Erst als ein Fahrraddieb sein Unwesen treibt, beginnen die beiden gemeinsame Sache zu machen. Jochen Till lässt die Welten und Lebensansichten großer wie kleiner Menschen mit viel Spaß, Situationskomik und Augenzwinkern aufeinander prallen, immer mit der Gewissheit,  dass Kinder aus all dem, was sie umgibt, das Beste machen.

Höllisch gutes Lesefutter, auch für Vielleichtleser

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Jochen Till: Luzifer junior 01. Zu gut für die Hölle, Loewe 2017 € 12,95

Luzifer ist der Sohn des Teufels, und soll eigentlich so schrecklich sein wie sein Vater, doch leider ist er viel zu gutmütig dafür. Auf der Generalversammlung schlägt sein Onkel vor, ihn in ein Internat zu den Menschen zu schicken, um dort zu Lernen ein bisschen böse zu sein ..... Dann kommt er auf das St. Fidibus Internat für Knaben, aber Luzifer muss sich aber erst an alles gewöhnen ( zum Beispiel, dass man ohne Kleider duscht) und soll sich bei Torben und seinen Kumpanen abschauen wie man böse ist. Doch dann ist da Lilly die Nichte des Hausmeisters und bringt ihn auf ganz andere Gedanken....Das Buch ist wirklich super aber eher lustig als spannend. Die Zeichnungen sind auch alle spitze. Super Buch von Jochen Till! Paul, 12 Jahre

Ungeheuer witzig

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Jochen Till: Monsterstarke Geschichten, Ravensburger Verlag 2020 € 9,99

Der Autor Jochen Till und sein Illustrator Zapf sind ein eingespieltes Team. Sie wissen genau, wie sie mit Witz in der Geschichte, aber vor allem mit anspruchsvoll gestalteten Bildern alle Herzen der Leseanfänger erobern. Freddy ist nur scheinbar ein Menschenkind. Er ist ein wenig aus der Art geschlagen. Seine Mama ist eine elegante Krake, sein großer Bruder Floyd sieht aus wie ein zu lange geföhnter lila Wischmopp und Herbert, die große Schwester glättet mit dem Feuerwerfer nicht nur ihre Augenbrauen sondern übt sich damit wahrscheinlich auch im Gewichtheben. Sie ist ein "Schrank" von Ungeheuer. Kein Wunder das Freddy, klein und zart, nach dem Umzug der Familie in die Menschenstadt eine Menschenschule besuchen muss. Und da ist eben vieles anders als bisher. Diese Reihe überrascht trotz ihrer Fantastik mit ungeahnter Logik in seinen Settinges, weit davon entfernt lehrreich sein zu wollen wird von Famile, Freundschaft, Toleranz und dem Anderssein erzählt. Natürlich hat Freddy auch ein Monstermerkmal. Lasst euch überraschen. Ich bin schon gespannt, wie er damit im Schwimmbad zurecht kommen wird.