Articles tagged with: Spanien

Emanzipiert im 16. Jahrhundert

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Alexa Hennig Von Lange: Die Wahnsinnige, Dumont Verlag, € 20,00

Ein historischer Roman, der nichts mit den 500- Seiten- Schmökern gemein hat. In der historischen Figur schwingt die Auseinandersetzung der Autorin mit den zentralen Themen mit und so ist es in Inhalt und Sprache trotz des Schauplatzes in lang vergangener Zeit ein durchaus aktueller Roman. Er führt den Leser ins 16. Jahrhundert nach Spanien und Belgien in die Zeit der Regentschaft von Isabella der Katholischen. Zentrale Figur ist ihre Tochter Johanna, genannt die Wahnsinnige, denn sie will nicht so funktionieren, wie es von ihr erwartet wird. Um ihren Gehorsam zu erzwingen, wird sie sogar gefangengehalten und von Mann und Kindern getrennt. Johanna ist eine junge Frau, die versucht, der verlogenen Welt ihrer Eltern zu entkommen. Sie möchte kein fremdgesteuertes Leben, sich nicht den Regeln ihrer Eltern, der Gesellschaft  und der Religion unterwerfen. Sie wurde nach politischen Interessen jung verheiratet mit Philipp I., Erzherzog von Österreich und Herzog von Burgund. Dass sie Phiipp tatsächlich liebt, beglückt sie, aber bereitet ihr auch viel Kummer. Sie sehnt sich nach Verbundenheit, Vertrauen und erwiederter Liebe, gleichzeitig sucht sie in der Ehe nach Eigenständigkeit und möchte als gleichberechtigte Partnerin wahrgenommen werden. Hier ist sie ihrer Zeit weit voraus und rennt gegen vielerlei Mauern. Ein sehr lesenswerter Roman!

Ein Unfall mit dramatischen Folgen

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Dolores Redondo, Alles was ich dir geben will, Btb 2019 €22,00

Ein unerwarteter Tod. Ein dunkles Familiengeheimnis. So der Klappentext ... für mich ist das Buch eine unerwartete Entdeckung. Die Autorin führt den Leser in eine Welt voller Geheimnisse inmitten der Weinberge, kleiner Dörfer und Gärten,  hinein in die Intrigen, Verdächtigungen und Drohungen einer reichen spanischen Familie. Allem voran steht der vermeintliche Unfalltod von Alvaro Muniz de Davila, auf dessen Spur sich sein Mann Manuel machen wird. Der berühmte Schriftsteller muss erkennen, dass sein Ehemann nicht nur ein Doppelleben geführt hat, sondern ihn vor grausamen Wahrheiten schützen wollte. Doch Manuel spürt diesen Wahrheiten anfangs unwilig, dann verzweifelt und am Ende fast schon besessen nach. Ein spannungsgeladener Roman mit der großartigen Kulisse Galiciens.

Spionageroman vom Feinsten

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Arturo Pérez-Reverte: Der Preis, den man zahlt, Insel Verlag, 22,00€

Ein Spionageroman vom Feinsten: mit der Hauptfigur Lorenzo Falcò gerät der Leser in diverse konspirative Treffen, Verfolgungsszenarien und Folterkammern; gestorben wird in diesem Roman nicht auf natürliche Weise...Falcó befindet sich im Spanien des Bürgerkriegs, Franco hat seine Position noch nicht gefestigt, der Kampf zwischen Falangisten und Kommunisten fordert Opfer auf beiden Seiten.Ein interessanter Einblick in diesen Abschnitt der spanischen Vergangenheit!