Articles tagged with: Roadmovie

Rasantes Roadmovie vor den Toren Berlins

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Martin Muser: Kannawoniwasein. Manchmal muss man einfach verduften, Carlsen 2018 € 12.-

Finn ist elf, als er zum ersten Mal allein zu seiner Mutter nach Berlin fährt. Doch dann wird ihm im Zug sein Rucksack gestohlen, in dem sich seine Fahrkarte und sein Handy befinden. Als der Schaffner Finn erwischt, übergibt er ihn an der nächsten Haltestelle an die Polizei. Gemeinsam mit Jolla, einem polnischen Mädchen flieht er. Dann beginnt eine lustige und abenteuerliche Reise, als sie sich mit einem Traktor, zu Fuß und per Anhalter nach Berlin durchschlagen und versuchen, den Rucksackdieb ausfindig zu machen. Mir gefällt an dem Buch, dass es mit Humor erzählt wird und gleichzeitig immer spannend bleibt.

Die Herausfordung des eigenen Lebensweges

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Gabriele Clima: Der Sonne nach, Hanser Verlag 2019 € 14.-

Sozialstunden sollen den unüberlegt agierenden Dario lehren auf den richtigen Weg zu gelangen und zu tun, was man von ihm verlangt. So lernt er den vollkommen von Pflege abhängigen Andy kennen. Dieser kann sich weder bewegen noch sprechen und sitzt im Rollstuhl. Damit gehört er für Dario zur Gruppe der Behinderten.  Aber nein, er ist ein Mensch mit besonderen Fähigkeiten. Doch diese sprachliche Gleichstellung wird von seiner Betreuerin nicht gelebt. Sie behandelt Andy wie ein Baby und bemerkt dabei: er sei doch "kein normaler Mensch". Sie hält ihn für einen Idioten, das spürt Dario sofort, denn auch ihn hält man für eine Niete. Unkompliziert, dirket und immer ein wenig rebellisch, wie Dario so ist, nimmt er den Rollstuhl samt Andy unter den Arm und schiebt damit, mal wieder ohne einen Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden, einem Abenteuer entgegen.

Aug in Auge

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Badey, Kühn: Strom auf der Tapete, Beltz & Gelberg TB 2018 € 7,95

An seinem 16. Geburtstag hat seine Mutter Ron Robert das atemraubende, weiße Cabrio mit roten Ledersitzen für eine gemeinsame Spritzfahrt an den Straßenrand gestellt. Leider wird dieser selig machende Geburtstagsanblick durch ein aus dem Fenster auf die Straße fliegendes Radio zerstört. Ein Nachbarschaftsstreit, der die Polizei auf den Plan ruft. Doch da sitzt Ron Robert schon am Steuer, neben ihm die Klassenkameradin Clara, auf dem Rücksitz ihr Rolli und raus geht es, aus Frankfurt/ Oder, weg von den Streitigkeiten in der sozialen Unterschicht, den Alltagssorgen, den Männerbekanntschaften und dem Alkoholkonsum  in Mutters Umfeld. Ron Robert macht sich auf die Suche nach seinem Vater, zusammen mit Clara, die viel mehr auf ihren eigenen Beinen steht, als man es beim Anblick des Rollstuhs vermuten würde. Dem Schreiberinnen-Duo Andrea Badey und Claudia Kühn ist ein rasantes Roadmovie mit überzeugenden Akteueren gelungen, in dem Klaras Behinderung nur eine von vielen Beeinträchtigungen ist, die einem das Leben schwer machen können. Immer wieder erstaunen die schlagkräftigen, witzigen Dialoge, die klaren Gedanken, welche nichts vernebeln und schönreden und  dabei entwaffende Leichtigkeit verbreiten. Gegen Ron Roberts Albträume gibt es nur eine Lösung: Schau dem Wolf in die Augen und tu was! Selbst wenn es mal schiefgeht, das ist der Weg. Alles andere wird sich finden. Ein briliant durchkommponierter Text, der auf sich selbst vertraut und mit nichts als Selbstverständnis zu überzeugen versteht. Unbedingt lesenswert und als Klassenlektüre zu empfehlen.

Literatur: von Jugendlichen geliebt

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Deutscher Jugendliteraturpreis Jugendbuch

Wolfgang Herrndorf: Tschick, Rowohlt Tb € 10,00

In dem Buch tschick geht es um zwei 14-jährige Jungen, die mit einem geklauten Auto eine Reise machen. Der Name des Buches kommt daher, dass die Kinder in Maiks Klasse den Namen des neuen Schülers Andrej Tschichatschow nicht aussprechen können und ihn deshalb kurzerhand Tschick nennen.
Anfangs haben die beiden kaum miteinander zu tun, doch dann kommt Tschick zu Beginn der Sommerferien Maik mit einem geklauten Lada besuchen. Von da an treffen sie sich öfters und kommen auf die Idee mit dem Auto in den Urlaub zu fahren. Maiks Eltern sind für zwei Wochen weg und Tschicks Bruder hat nichts einzuwenden. Sie machen sich also auf den Weg Richtung Walachei. Wo das liegt vermuten die beiden nur so ungefähr. Unterwegs passieren ihnen dauernd Sachen, wie zB, dass Tschick sich ein Bein bricht oder ihnen geht das Benzin aus und sie können ja nicht ohne Führerschein und minderjährig an die Tankstelle fahren, wieder volltanken. Mir hat das Buch sehr gefallen und ich empfehle es weiter für Jugendliche ab 13 Jahren. Victor, 13 Jahre