Articles tagged with: Punk

4. Juli 2018 18:30 Uhr: Jochen Till und sein Vorleser präsentieren „Pogo & Polente“ und „Luzifer“

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Jochen Till: Pogo und Polente, Tulipan Verlag 2018 € 13,00

Wie schon in Luzifer, thematisiert Jochen Till auch in Pogo und Polente elterliche Vorbilder und kindliche Rebellion in witziger, ungewohnter Rollenverteilung. Polente, eigentlich Vanessa, wünscht sich, in die Fußstapfen ihres Vaters, eines Polizisten, zu stapfen und spielt gewissenhafter Recht und Ordnung, als es die Polizei erlaubt. Sie ist mit ihrem Vater ausgerechnet in das Haus neben Pogo und seine Eltern gezogen, die in ihrer verfallenen Hütte ein waschechtes Punkerleben führen. Dummerweise entwickelt Pogo seine Zukunftswünsche ebenso gewissenhaft wie Vanessa und dirket an seinen Eltern vorbei. Er ist ein angepasster, strebsamer Einserschüler, der die Schule und das Lernen liebt. Trotz allem läuft es mit Pogo und Polente nicht gleich rund. Erst als ein Fahrraddieb sein Unwesen treibt, beginnen die beiden gemeinsame Sache zu machen. Jochen Till lässt die Welten und Lebensansichten großer wie kleiner Menschen mit viel Spaß, Situationskomik und Augenzwinkern aufeinander prallen, immer mit der Gewissheit,  dass Kinder aus all dem, was sie umgibt, das Beste machen.

London, IRA & der Punk

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Kevin Brooks: Live fast, Play Dirty, Get Naked, dtv 2015 € 9,95

London 1979: Der chaotische Curtis, die anfangs zurückhaltende Lili, der immer schweigende Stan und William, dessen Vater von der IRA ermordet wurde und der nach London gezogen ist, um von der IRA unbemerkt zu bleiben, sind alle komplett verschieden. Trotzdem eint sie die Punkmusik und sie gründen die Band „Naked“ mit der sie auch erste Erfolge erleben. Lili und Curtis sind ein Paar, aber Lili wird immer unzufriedener, weil Curtis Drogen nimmt, noch unzuverlässiger wird und sie betrügt. Curtis selbst hingegen arbeitet fieberhaft an Karriere und Durchbruch, er ist geradezu besessen von Ruhm und Geld. William versucht währenddessen den Tod seines Vaters zu rächen und schleust sich bei der IRA ein.
Kevin Brooks geht auf die einzelnen Charaktere und deren Probleme ein und schildert sehr authentisch, wie die Punkmusik begann. Man kann sich die Geschichte sehr lebhaft und „bunt“ vorstellen, weil viele wichtige Details beschrieben werden und man sich den Personen sehr nahe fühlt, da sie meiner Meinung nach sehr menschliche Schwächen haben.