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Brieflieder mit Johannes Öllinger & Alois Prinz

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Briefe von der Reise, aus dem Exil, aus dem Gefängnis, an eine Freundin, den Liebhaber, die Ehefrau - Briefe von Bismarck, Bonhoeffer, Tucholsky und Koeppen, von Celan an Bachmann, Kafka an Milena oder Rosa Luxemburg an Sophie Liebknecht. Als musikalische Begleitung zu Auftritten des Biografen Alois Prinz, begann Johannes Öllinger ausdrucksstarke Sätze aus Briefen zu sammeln und sie zu Briefliedern zu komponieren. An diesem Abend kommen kleine Meisterwerke zu Gehör. Alois Prinz wird biografisch begleitend in die Absender einführen.

Delikater Gewissensspiegel

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Alois Prinz: Bonhoeffer. Wege zur Freiheit, Gabriel Verlag 2017 € 16,99

Widerstand klingt groß und mutig und ist im Detail doch eine kniffelige Angelegenheit

Im kirchlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist er eine Ikone: Dietrich Bonhoeffer. Ein Heiliger? Ein Held? Ein Unbeirrter? Eine Vorbildfigur. Straßen und Plätze sind nach ihm benannt worden. In der Schule kommt heute kein Jugendlicher an ihm vorbei. Was also ist das Besondere an einer Biografie über Bonhoeffer? Dem routinierten Biografen Alois Prinz gelingt es immer wieder von Neuem, seine Leser auf eine unerwartet faszinierende Lebensreise mitzunehmen. Tief hinein taucht er sie diesmal, in die Erkenntnisprozesse eines Menschen, bei dem nichts, wofür er später stehen sollte, auf der Hand lag. Bonhoeffer war ein ängstliches Kind und ein schulischer Überflieger. Sein Wunsch, ausgerechnet Theologie zu studieren, verwunderte.

Unbändige Sehnsucht nach Leben

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Alois Prinz: Ein lebendiges Feuer. Die Lebensgeschichte der Milena Jesenká, Beltz & Gelberg 2016 € 17,95

Ihre kurze Beziehung zu Kafka, die berühmten "Briefe an Milena" waren nur eine kleine, wenn auch wegweisende Station in Milena Jenenská Leben. Als Professorentochter 1896 in Prag geboren, genoß sie eine gute Schulbildung und entwickelte sich, meinungsstark und widerständig, dem antisemitschen, antikommunistischen und gutbürgerlichen Denken ihres Vaters und seiner Zeit zum Trotz, zur femme fatale. Später, in Wien, war sie in den Kaffeehäusern der Schriftsteller zu Hause, suchte unermüdlich nach Unabhängigkeit und sozialer Gerechtigkeit und nahm dafür eigene Armut in Kauf. Sie wurde zu einer anerkannten Journalistin und leidenschaftlichen Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime. "Entsetzlich klug", urteilte Kafka über sie. Mutig, standfest, leidenschaftlich und von verschwenderischer Hilfsbereitschaft schilderten Weggefährten ihr Wesen, das "Prinzip Milena", welches Prinz Kafkas Welt souverän gegenüber stellt. Das scheinbar unscheinbare Leben packt seine Leser mit voller Wucht. Alois Prinz lässt uns immer wieder von Neuem über das Wesen von Menschen staunen, denken und weinen. Milena Jensenká ist eine wunderbare Entdeckung.

 

 

 

Ein Prinz besucht den Buchpalast

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In seinen Biographien deckt Alois Prinz ein großes Spektrum an Menschen ab. Er schreibt über Hermann Hesse, Hannah Arendt bis hin zu Ulrike Meinhof, sowohl über "gute" als auch über "böse" Menschen. Diese Menschen haben oft ähnliche Voraussetzungen im Leben, und kommen irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich für eine Richtung entscheiden müssen. Dann wird es interessant für ihn, auch wenn er sich bei einigen Biographien erst zum Schreiben überwinden musste, wie etwa bei Jesus: Wie schreibt man über eine Figur, bei der jeder sofort ein Bild im Kopf hat?