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Vater und Tochter Gespräche

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Markus Orths, Lola Orths: Ein Elefant macht Handstand, Moritz Verlag 2021 € 9,95

Tochter und Vater schreiben eine Geschichte. Lola bittet ihren Vater, einen Schriftsteller, um Hilfe für ihr erstes Werk. Beide kuscheln im Bett und unterhalten sich. Die Geschichte beginnt im Kopf. Und während Lola Mama und Sofie als Akteure ins Spiel bringt, gibt der Vater behutsam Ratschläge. Eine gute Geschichte braucht das Kopfkino und viele verschiedene Worte und natürlich etwas Verrücktes und Unerwartetes, damit die Geschichte nicht langweilig wird. Manchmal muss man sitzen bleiben und darüber nachdenken, wie die Geschichte weitergehen könnte. Das fällt Lola nicht leicht. Sie turnt im Bett herum, macht Handstand und Purzelbäume. Denn ganz anders als bei Erwachsenen, kommen ihr gerade dann die guten Ideen. Lolas Geschichte führt in den Zoo, zu Papageien, Robben und Elefanten, die Handstand proben. Die Löwenkinder spielen mit einer toten Maus. Da will Sofie lieber heimgehen, denn das ist ja ekelig. Alle Geschichten handeln von Liebe und Tod, erklärt ihr der Papa. Die Liebe spiegelt der Schriftsteller-Vater in dieser ungewöhnlichen Erstlesegeschichte in zahlreichen Gute Nacht Küssen recht offensichtlich. Lola behandelt sie, ganz der Profi, zwischen den Zeilen: "Och, Papa, siehst du das denn nicht? Die Mama, die geht doch überall hin mit, wohin die Sofie möchte. Da muss die Mama die Sofie doch ganz doll lieb haben, oder nicht?" Dieses Buch kann wie ein Theaterstück gemeinsam im Dialog gelesen werden oder als Hilfestellung fürs erste Geschichtenschreiben genutzt werden. Rein dialogisch geschrieben hätte man sich von den Illustrationen, die wie kleine Vignetten im Text verstreut sind, mehr Eigenständigkeit über die  bildliche Umsetzung des gerade Gesagten hinaus gewünscht. Und wie schon im  "Der reichste Junge der Welt" erzählt die Geschichte zwischen den Zeilen von den Bemühungen eines Vaters.  Neben der Kabolz schlagenden, quirligen Lola, mit ihrer sprunghaften Aufmerksamkeit verrückte Ideen an den Tag legt, die eine gute Geschichte braucht, wirkt der lehrende Vater gesetzt, spricht von Tautogien, obwohl ihm das "doppelt gemoppelt" schon auf der Zunge liegt und manchmal würde man ihm beim Lesen gerne einen Ruck geben, ihn zu mehr Verrücktem, Unerwartetem und Einprägsamen anstoßen.