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Sommerleicht für junge Erwachsene

Neudecker_Sommernovelle

Christiane Neudecker, Sommernovelle Luchterhand 2015, € 16,99

Die beiden fünfzehnjährigen Mädchen Panda und Lotte, die nach Tschernobyl die Umwelt retten wollen, leisten im Sommer 1989 zwei Wochen ökologischen Dienst in einer Vogelstation auf Sylt. Dort werden den so idealistischen Mädchen merkwürdige Aufgaben zugeteilt, sie treffen auf einen desillusionierten Professor, einige Studenten und Rentner. Einer von ihnen wird zum väterlichen Freund von Panda, die mit ihm ihre Liebe zu Büchern und Geschichten teilt. Lotte begegnet dagegen dem Studenten Julian. Aber was auch passiert, die Mädchen bleiben beste Freundinnen. Später kehrt Panda, erwachsen geworden, noch einmal nach Sylt zurück, und denkt über diesen besonderen Sommer nach.Die Sprache schafft eine schöne, greifbare Atmosphäre, die Landschaften entstehen leicht vor dem inneren Auge, trotzdem wird nicht zu dick aufgetragen. Es wird nicht alles explizit ausgesprochen, die Sprache ist leicht, ruhig.Das Thema Umweltschutz und die Frage "Wie kann man als Einzelner die Welt verändern? Scheitert der Idealismus irgendwann an der Realität?" ist ja immer noch hochaktuell, das macht das Buch zusätzlich spannend. Viele Szenen sind mir im Gedächtnis geblieben: wie die beiden Mädchen, die sonst nur mit dem Fahrrad fahren, bei ihrer Ankunft mit dem Auto abgeholt werden; wie eine Party auf der Station gefeiert wird oder wie Panda das Meer auf der Suche nach der versunkenen Stadt Rungholt beobachtet. Von außen unscheinbar, ist Sommernovelle ein wunderschönes Buch, eine Mischung aus neuen und alten Freundschaften, weiten Landschaften, skurrilen Orten und Menschen, Umweltschutz, nüchternen Zahlen und literarischen Fantasiewelten. Claire, 19 Jahre

Luft & Sonne

ludwig-schwarze-haeuser

Sabine Ludwig, Schwarze Häuser, Dressler Verlag € 14,99

Deutschland vor vierzig Jahren: Vier Mädchen werden zusammen mit vielen anderen Kindern zur Erholung für 6 Wochen in ein Kinderkurheim geschickt. Uli, Fritze, Freya und Anneliese. Zuerst nur Zimmerkameraden doch dann wurden sie gute Freundinnen. Doch das Kurheim ist alles andere als Urlaub. Das Essen ist grausam, die Kinder dürfen nur einmal in der Woche duschen und die Strafen sind grausam. Doch die Strafen stehen sie gemeinsam durch. Kurz vor dem Ende der 6 Wochen, an dem ersten Advent verschwindet Freya. Wo ist sie hin verschwunden? Uli, Fritze und Anneliese machen sich während des Weihnachtsvorspiel auf den Weg, um Freya zu finden und entdeckten sie im Watt. Dieses Buch ist spannend und witzig. Man kann sich in die Charaktere gut hineinversetzen. Man merkt, das Sabine Ludwig aus ähnlicher Erfahrung schreibt. Man schmeckt das Essen und man fühlt mit den leidenden Mädchen mit, zB die vielen Ohrfeigen. Von mir bekommt das Buch die Schulnote 1. Anna, 12 Jahre