Articles tagged with: München

München, Mitte der 60er Jahre

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Claudia Kaufmann: Das Fräulein mit dem karierten Koffer, Fischer 2021, € 11,00

Sabine ist gerade 19 und die Aufforderung, anständig zu sein, hat ihre ganze Erziehung geprägt. Das Gymnasium blieb ihr verwehrt, nun arbeitet sie als Sekretärin. Bei ihrem ersten Abend in einem Tanzlokal lernt sie Michael kennen, einen Industriellensohn. Alles scheint möglich in der Verliebtheit der beiden. Doch als Sabine schwanger wird sind weder ihr Freund noch ihre Mutter für sie da, alle Träume zerplatzen. Einzig die Mutter ihrer Freundin steht zu ihr und unterstützt sie, Sabine wird in ihrer schwierigen Situation als unverheiratete Schwangere und Mutter erstarken und für Selbstbestimmung und Unabhängigkeit kämpfen. Für den Leser wird  die Stimmung der 60er Jahre aus vielerlei Blickwinkeln sehr nachfühlbar und das emotionale Auf-und Ab der jungen Protagonistin verführt zum Immerweiterlesen und Abtauchen in diese Zeit.

Interkulturelles Liebeschaos

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Angelika Jodl: Laudatio auf eine kaukasische Kuh, Eichborn Verlag 2021, € 18,00

Die angehende Ärztin Olga staht plötzlich zwischen zwei Männern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Dem einen gehört ihr Verstand, dem anderen ihr Herz - wogegen sie sich lange standhaft zu wehren versucht, Der Fantasiereichtum von Jack, der nichts unversucht lässt, um Olga für sich zu gewinnen, gibt der Geschichte herrliche Wendungen. Nach ersten Jahren in Georgien und weiteren in Griechenland kam Olga mit 11 Jahren mit ihrer Familie nach München. Der georgische Hintergrund und eine Reise nach Tiflis geben interessante Einblicker in Mentalität und Lebensweise. Ein Roman, der mitfühlen lässt, der Spaß macht,  Kulturen verbindet,  angenehm unterhält und unbedingt auf ein Happy End hoffen lässt.

Münchenspaziergänge

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Hans Pleschinski: Götterbaum, Beck Verlag 2021, €

Ein Spaziergang dreier Damen durch das frühabendliche München, denen sich zwei Herren dazu gesellen - nicht zufällig, sondern verabredet. Sie alle verbindet ein Interesse an Paul Heyse, der im München des 19. und des angehenden 20. Jahrhunderts eine zentrale bekannte und gefeierte Persönlichkeit war, ausgezeichnet mit dem Literaturnobelpreis. Sie sind auf dem Weg zur ehemaligen Heyse-Villa, in der ein nach ihm benanntes Kulturzentrum entstehen könnte. Die Flaneure tauschen sich aus über den Literaten, zitieren ihn und beobachten parallel dazu die Münchner, die an diesem lauen Märzabend unterwegs sind. Kennt der Leser die Stadt, hat er viele erwähnte Orte und Details sofort vor Augen und spaziert mit den Protagonisten durch Strassen und über Plätze. Ein Münchenroman des Münchner Autors Hans Pleschinski.

1945, Münchner Leichen im Visier

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Heidi Rehn: Das doppelte Gesicht, Aufbau Taschenbuch Verlag 2020 €12,99

Heidi Rehns erster historischer Krimi um den Ermittler Emil Graf bietet in erster Linie das lebendige Bild Münchens 1945 kurz nach Ende des Krieges und weniger den kriminalistisch  spannenden Fall mit der entsprechenden Ermittlungarbeit. Zu sehr sind die einzelnen Figuren verhangen in ihren Erinnerungen, guten, weniger guten oder sogar längst verschütteten. Da ist auf der einen Seite Emil Graf, ein junger Mann, der das Glück hatte, aus der Gefangenschaft in der Normandie heraus mit seinem amerikanische Vorgesetzten zur Münchner Polizei zu geraten. Außerdem kommt die Reporterin Billa ins Spiel, Jüdin, Exilantin mit amerikanischem Pass. Ihr zufälliges Auftauchen im Haus der ersten Leiche, die der Polizeianwärter Emil zu Gesicht bekommt, bringt eine Geschichte ins Rollen, die lange stagniert in eben diesen Erinnerungen. Der Leser darf dabei allerdings den Blick über das bayerische Voralpenland schwenken lassen, über die zerbombte Innenstadt oder die scheinbare Idylle in Nymphenberg. Derweil wird es nicht bei der ersten Leiche bleiben. Für meine Vorstellung von einem Krimi kommt die wirkliche  Ermittlungsarbeit und der damit verbundene Spannungsanstieg leider etwas zu kurz, dafür ist die Geschichte wie alle Titel von Heidi Rehn historisch fundiert und durchaus unterhaltsam.

Advents-Wochenendkalender München Spaziergänge

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Päckchen öffnen und Loslaufen: Schokolade ist Out, Spazieren ist IN. Wir haben für Sie die etwas andere Adventskalender - Idee.

Mit zwei weihnachtlichen Erkundungstouren pro Adventswochenende bietet dieser Adventskalender für Erwachsene genussvolle Bewegung durch München. Die gekonnt gestalteten Leporellos führen  mit thematischem Blick durch unsere Stadt und passen in jeden Hosentasche. Wählen Sie aus 17 "München-Minis" Ihre Lieblingsthemen und -touren für acht Adventskalenderpäckchen. Bestellen Sie diese bei uns per email oder Telefon. Dazu bekommen Sie einen Tischaufsteller und acht Papiere zum Verpacken. Gesamtwert € 63,60

Durchtrieben oder wider besserer Vernunft?

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Bhavya Heubisch: Das süsse Gift des Geldes, Volk Verlag 2020 € 16,90

Als die junge Schauspielerin Adele Spitzeder mittellos in München eintrifft, leiht sie sich Geld und verspricht, es mit gutem Zins zurückzuzahlen. Vor allem die Ersparnisse der einfachen Leute fliegen ihr bald nur so zu und sie gründet eine Privatbank. Das Geld quillt aus Schränken und Schubladen, fast verbrennt es, als ein Feuer im Haus ausbricht. Dass Adele Spitzeders aus der Not geborener Plan nicht aufgehen kann und es sich bei ihren Aktivitäten keinesfalls um seriöse Bankgeschäfte handelt, ist unübersehbar. Adele lebt nun unkonventionell mit einer Frau zusammen, auf großem Fuß. Sie investiert aber auch in Armenküchen. Heubisch erzählt romanhaft und mit sanftem Lokalkolorit. Sie zieht ihre Leser*Innen gekonnt ins beengte und derbe Treiben auf Münchner Straßen und Plätze, auf der sie die Spitzeder (1832-1895) mit ihrer ambivalenten Persönlichkeit wie das Sahnehäubchen schwimmen lässt. Dabei lässt Heubisch offen, ob diese besonders durchtrieben  oder einfach nur wider besserer Vernunft agiert hat. Diese Frage bewegt, fasziniert und trägt durch dieses spannende Stück Münchner Zeitgeschichte.

Anleitung zum Naturgenuss direkt vor unserer Haustür

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Karl Seidl, Christopher Meyer: Wilde Isar. Naturschätze zwischen Hochgebirge, Stadt und Auenlandschaft. Knesebeck Verlag 2020 € 36,00

Dem fließenden Wasser folgend, durchstreift der Betrachter mit fotografischem Auge die Naturlandschaften entlang der Isar. Aus rauhem Karwendel über sanfte Auen hinein in die Stadt. Vogelperspektiven, Nahaufnahmen, vom Sonnenaufgang bis ins Dunkel der Nacht. Vielen tierischen Bewohnern bietet diese mal wilde, mal von Menschen geformte Naturlandschaft ihren Lebensraum. Ein stimmungsvoller Bildband, der rund ums Jahr Lust einläd, sich auf die Fährte zu begeben. Anleitung zum Naturgenuss direkt vor unserer Haustür.

Obacht! Ein preußischer Ermittler in München

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Uta Seeburg: Der falsche Preuße, Harper Collins Verlag 2020 €22,00

Der Debütroman von Uta Seeburg spielt im München des ausgehenden 19. Jahrhundert. Gemeinsam mit Hauptmann Wilhelm Freiherr von Gryszinski bewegt sich der Leser zu Fuß oder mit der Droschke durch die Straßen der schillernden Goßstadt, und ganz besonders durch Haidhausen, Bogenhausen und der Innenstadt. Der preußische Polizist wurde aufgrund seines hervorragenden Ermittlerrufes nach München berufen, wo er mit Gattin, Sohn und einer Haushälterin lebt.  Diesem Ruf muss er natürlich beim ersten Mordfall gerecht werden, was allerdings keine leichte Aufgabe ist. Politische Interessen, hausgemachte Ärgernisse und die fehlende Möglichkeit, in den besser gestellten Kreisen Antworten zu finden, stellen den geradlinigen Ermittler vor diverse Probleme.  Bald schon hat die Autorin ein breit gefächertes Feld an Verdächtigen, an Zeugen und  Nebenschauplätzen entwickelt, so dass man mitunter den Überblick verlieren kann.  Nichtsdestotrotz entfaltet sich in dem Krimi ein lebendiges Zeitbild, das mit mondänen Skurilitäten  aufwartet und interessante Einblicke in die Anfänge der Kriminalistik gibt.

Münchner Leben – dem Vergessen entrisssen

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Das Tagebuch der Maria Walser. München 1865-1914, Volk Verlag € 19,00

Header © Volk Verlag, Die Walsermühle am Hacklmühlbach um 1890
Mit 12 Jahren wurde Maria Walser Alleinerbin der Walsermühle im Herzen Münchens, dem Lehel. 1886 wurde hier noch eifrig gesägt, geschmiedet und natürlich auch das Korn für die Münchner gemahlen. Das weitläufiges Anwesen brachte der Familie Renomée ein, Kontakte zu allen bekannten Wirten der Stadt, zu renomierten Ärzten und Regenten. Zahlreiche Bedienstete standen bei den Walsers in Lohn und Brot. Eine Mühle, die Nutzung von Wasserkraft, war der einzige Energiebringer jener Zeit. 1897 volljährig, tritt Maria Walser ihr Erbe an. Mittlerweile hält das Elektrische Einzug in das Leben der pulsierenden Großstadt. Das Leben verändert sich rasant. Der erste Weltkrieg und die Inflation werden den Verlust des stattlichen Familienbesitzes beschleunigen. In ihrem Tagebuch legt Maria Walser direkt und unvermittelt Zeugnis vom Leben jeder Zeit. Einer glücklichen, unbeschwerten Kindheit, der des Kaisers Tod (1888) und das Hochwasser in der Stadt nichts anhaben können folgen wechselvolle Jahre und wirtschaftlicher Untergang. Viele historische Details und Fotos machen dieses Tagebuch zum einzigartigen, gut lesebaren Schatz für alle, die gerne dokumentarisch und historisch lesend in alte Zeiten eintauchen wollen. Maria Walser Tagebuch ist eine Entdeckungsreise ins Leben zwischen den bekannten Eckdaten unserer Geschichte.

Starke moderne Frau

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Franziska zu Reventlow: Die Kehrseite des deutschen Wunders, Volk Verlag 2020 € 16,00

1897 gebar Franziska zu Reventlow in München einen Sohn, den sie sehr modern, eigentlich antiautoritär und alleine aufzog. Bald lebten die beiden auf Mallorca, bald in Locarno im Tessin. 1914 kamen sie zurück nach München. Hier beginnt der außergewöhnliche Text von Reventlow, in dem sie ihre Eindrücke von dem nun  preußisch millitarisch geprägten Leben und Denken in der Stadt festhält. Die unpolitische Bohèmien treiben Patriotismus und Kriegsbegeisterung auf die Seite der Pazifisten. 1916 folgt ihr Sohn, jetzt 17-jährig, der Einberufung in den Krieg. Auf seinem ersten Heimaturlaub kennt die mutige und unkonventionelle Frau und Mutter nur ein Ziel: Sie will ihrem Sohn bei seiner Desertation helfen. Einer Desertation von der Junge bis zu seiner Ankunft in Konstanz freilich noch gar nichts weiß. Reventlows Text, ein Zufallsfund, beeindruckt von der ersten Zeile an. Modern und unabhängig im Denken, unkonventionell, wagemutig und immer ganz auf sich selbst focussiert gibt er doch ein lebendiges Bild vom Leben in München und darüber hinaus, in Zeiten des ersten Weltkrieges. Er macht die Beschränktheit des Reisens bewusst, wie die Bestechlichkeit von Menschen, die umso größer zu werden scheint, je restriktiver ein System ist. Eine Fotobildstrecke und ein Kommentar der Herausgeber runden Reventlows Text ab, der hier jedem zur Entedeckung ans Herz gelegt sei.

Ein lang gehütetes Geheimnis

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Ellen Sandberg: Das Erbe, Pinguin TB 2019 €15,00

München, Nähe Odeonsplatz, Altbau, beste Lage - wer würde nicht gern Alleinerbin des Schwanenhauses werden. Mona jedenfalls ist im ersten Moment überwältigt von dem unerwarteten Erbe der entfernten Großcousine Klara. Der Zeitpunkt des Erbens  könnte kein besserer sein, denn Monas langjähriger Freund und zugleich Chef beendet die Beziehung. Klingt nach schmerzvoller Erfahrung mit Happy End? Die Autorin Ellen Sandberg hat anderes mit dem Leser vor. Nach und nach taucht er zusammen mit Mona in die geheimnisumwitterte Geschichte des Hauses ein. Die wechselnden Erzählstimmen und Zeitebenen sind anfangs gewöhnungsbedürftig, doch die gesamte Konstruktion löst sich am Ende in großen Offenbarungen und Schuldzuweisungen auf.  Einst in jüdischem Besitz, musste das Schwanenhaus auch Gewalt und Verrat durchleiden, genau wie Mona, die am Ende eine überraschende Entscheidung trifft.

München 1948 – düster, spannend, kriminell

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Martin Calsow: Kill Katzelmacher, Grafit Verlag 2020 €13,00

München 1948, das bedeutet eine Stadt in Trümmern unter amerikanischer Besatzungsmacht, ehemalige Wehrmachtssoldaten bei der Polizei, Armut, der berüchtigte Schwarzmarkt in Bogenhausen, unterdrückte Wut und Misstrauen, aber auch offener Hass. Der jüdische US-Offizier Marcus Feinstein legt seinen Hass gegenüber den Deutschen mitunter offen zur Schau. Ausgerechnet er wird Chef der Münchner Polizei. Was ihn am allermeisten widerstrebt, ist Kollege Steinmüller, einer dieser ehemaligen Wehrmachtssoldaten, mit dem er auf Geheiß seines Vorgesetzten zusammenarbeiten muss. Feinstein muss sich in seine Rolle fügen, möchte gute Arbeit leisten, er diskutiert und streitet viel mit dem nicht weniger engagierten Kollegen Steinmüller. Ein Ermittlerteam, das erst noch zu einem werden muss.  Calsow schafft es, genau wie in seinen Regionalkrimis eine authentische Stimmung zu erzeugen, die Spannung wächst nach und nach, und die Straßen Münchens, der Tegernsee und die Gegend um Kreuth bieten einen großartigen Schauplatz für diesen schwierigen Fall in einer schwierigen Zeit. Historische Spannung vom Feinsten.

Doch noch entdeckt!

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Georg M. Oswald: Vorleben, Piper Verlag 2020 € 22,00

Die Journalistin Sophia kommt von Berlin nach München, um das Programmheft des staatlichen Symphonieorchesters zu konzipieren. Gleich nach der ersten Begegnung beginnen Sophia und der ältere Cellist Daniel eine leidenschaftliche Beziehung. Wenn er bei ihr ist, fühlt Sophia sich in seiner Wohnung zuhause, ist er fort, tauchen Fragen und Zweifel auf. Was weiß sie eigentlich über sein Vorleben? Warum spürt sie eine unsichtbare Grenze auf der Schwelle zu seinem Arbeitszimmer? Die Journalistin in ihr kann nicht anders, als einem kleinen Hinweis nachzugehen und dieser führt sie zu einer Geschichte, die sie atemlos weiterforschen lässt. Wenn man diesen Roman liest, meint man, es sei eine wahre Geschichte, die sich da im Münchner Glockenbachviertel zugetragen hat!

Kartographie der Reifung

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Charlotte Roth: Die ganze Welt ist eine große Geschichte und wir spielen darin mit, Eisele Verlag 2019 € 24.-

Die Fotos im Vorsatzpapier sind Vertaute aus Kindertagen: Versonnen hält Michael Ende mit seiner Nase auf den Schildkrötenrücken zu, sanft streichelt er seine Kassiopeia, die so quälend langsam Momo den Weg zeigen wird, derweil man beim Lesen mit vor Aufregung klopfendem Herzen die Zeilen überfliegen muss. Die grauen Herren hängen Momo so dicht an den Fersen. Das Bild zeigt den Autor in sich versunken, ganz die Ruhe selbst. Kaum zu glauben, dass Michael Ende, welchem Charlotte Roth mit großer Sorgfalt auf zahlreichen Schauplätzen nachspürt, zunächst fast am Leben verglüht. Die surrealen Traumwelten der Bilder seines Vaters Edgar Ende entführen den Jungen schon früh zu geheimnisvollen Innenwelten. Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegswirren konfrontieren den ihn mit Trennung, Armut, Gewalt und Tod. Er hält entgegen und reißt das Leben an sich, wird Schürzenjäger, Nichtsnutz und Schauspieler der Schwabinger Bohème. Langsam und über Umwege, von einer ewig sorgenden Mutter behütet und einem über Kunst beständig diskutierenden Vater gefordert, eröffnet sich ihm sein eigener Weg zur Literatur. Roth hält respektvoll, fast ehrfürchtig Distanz zu ihren Figuren, die sie für sich sprechen lässt. Sie schafft Raum, die Zeit zu spüren, die für den Schaffensprozess in der Kunst vergehen muss und nie nutzlos ist. Michael Endes Kinderbücher brauchen Jahre der Reifung. Dies ist neben vielen Details über Menschen und ihr Leben in Garmisch, München und Italien wohl das Faszinierenste an diesem Buch. Roth zeigt, wie das Credo des wohl wichtigsten deutschen Kinderbuchautors der Nachkriegszeit, dessen Bücher dem unerschöpflichen Reichtum fantastischen Kinderdenkens eine Sprache, Klang und Ton geben, aus dem Leben erwächst und fest mit ihm verankert ist.

Der Roman im Roman

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Christoph Poschenrieder: Der unsichtbare Roman, Diogenes Verlag 2019 € 24,00

Christoph Poschenrieder schreibt einen Roman über einen Roman, der offenbar nicht geschrieben werden will, denn er stürzt seinen Urheber in eine große Schaffenskrise. Es ist das Jahr 1918, als Gustav Meyrink in seiner Villa am Starnberger See vom Auswärtigen Amt in Berlin den Antrag bekommt, einen Roman zu schreiben, der die Freimaurer für den 1. Weltkrieg verantwortlich macht. Gustav Meyrink ist absolut unpolitsch und die Auftragsarbeit widerstrebt ihm, dem Dichter, der seiner Phantasie gern freien Lauf lässt. Aber das Geld braucht er und so sagt er zu. Er holt sich Anregungen in den Münchner Schriftstellerkreisen, vor allem bei Erich Mühsam, der die Revolution kommen sieht und unterstützt. Weiterhin erhofft Meyrink sich Inspiration beim Rudern auf dem Starnberger See und beim Yoga, das ihm schon manches Mal geholfen hat - aber die Ideen, Bilder, Wörter wollen nicht kommen. Eines Nachts aber beginnt die Schreibmaschine zu klappern...Christoph Poschenrieder spielt galant mit Wahrheit und Fiktion und manchmal vermischen sie sich auf wundersame Weise, so wie sich die persönliche Geschichte Meyrinks mit der Münchens im Revolutionsjahr 1918 verbinden.

Üppige Körperertüchtigung

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Andreas Lechner: Heimatgold. Volkverlag 2019 €22.-

Die Geschichte von Andreas Lechners Großvater beginnt zwischen Mehlsäcken. Unermütlich stemmt Josef sie in die Höhe. Allerlei alte Eisengeräte dienen als zusätzliche Hantlen. In der Dachkammer des elterlichen Bauernhofes in Kolbermoor hat der 16-jährige Bursche sich seine Muckibude geschaffen. Sein Ziel ist es, das Mehlsacklaufen des Ortes zu gewinnen. Eine goldene Taschenuhr winkt als Preis und natürlich die Aufmerksamkeit des hübschesten Mädchen vor Ort. Diese mit bayerischem Schmackes erzählte Szene spielt 1910. Auch hier, wo man auf Tradition setzt, hält die Moderisierung, vom Staunen der Kinder begleitet, Einzug auf den Feldern. Große Saat- und Erntemaschinen, dampfende Ungetüme ersetzen zunehmend die Knechte und Mägde. Josef träumt davon Sportler zu werden, ein starker Mann. Den ersten Weltkrieg erlebt er in seiner ganzen, schwer in Worte fassbaren Brutalität. Er überlebt. Körperlich, aber auch seelisch offenbar wenig beschädigt. Lechner treibt es schnell weiter, in die Zeit zwischen die Weltkriege. Josef Strassberger eilt von Sieg zu Sieg und steigt in München zu einem bekannten Gastronom auf. Die Geschäfte übernimmt seine Frau, derweil er, der Lebemann, in großbürgerlichen und adligen Kreisen hausiert und seinen Körper durch unermüdliches Training stählt. Lechner zeichnet das Bild eines unpolitischen Mannes, den es, "aus der dörflichen Gemeinschaft kommend durch seinen Erfolg in die Münchner Gesellschaft hinauf katapultierte". So, wie er aufsteigt, fällt er mit ausbleibenen Siegen wieder herab. Ein erneuter Krieg vollbringt das Übrige. Fast pathetisch lässt Lechner Strassberger am Ende seine Olympiagold von 1928 im Trümmerschutt verlieren. Bildmächtig, süffisant bayrisch, und mit einer ganzen Reihe lebendiger Romandetails gespickt wird es dem Leser inmitten dieses satten Münchner Lebensbildes nicht langweilig. Katrin Rüger

Verschüttete Feindschaften

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Inge Löhnig, Unbarmherzig, Ullstein TB 2019 €12,99

Alte Geheimnisse, die aufgedeckt werden. Alte Feindschaften, an die gerührt werden. Dazu ein Doppelmord inmitten von Altbrück, der längst verjährt sei könnte. Die Spezialistin für Cold Cases bei der Kripo München Gina Angelucci und ihr Kollege setzen sich mit allen Mitteln dafür ein, dass die verscharrten Leichen wieder ein Gesicht, einen Namen und eine Geschichte bekommen. Das Tagebuch eines der Opfer erzählt die eine Geschichte, die Familie der Verdächtigen eine andee. Der Leser nähert sich gemeinsam mit der resoluten Kommissarin Schritt für Schritt der Wahrheit.

Das geht unter die Haut

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Romy Hausman, Liebes Kind, DTV Taschenbuch 2019 €15,90

Einen derart verstörenden Thriller habe ich lange nicht mehr in Händen gehabt. Ich war immer wieder versucht, das Buch wegzulegen, griff dann doch wieder danach Ich musste einfach wissen, was die Autorin vor hat. Eine junge Frau, Lena, ist nach einer Partynacht in München-Haidhausen verschwunden. Fast 14 Jahre später taucht eine Lena auf, die in einer Hütte festgehalten wurde und ihrem Peiniger entkommen konnte. Wäre da nicht die kleine Hannah, die behauptet, Lenas Tochter zu sein und der jungen Lena wie aus dem Gesicht geschnitten ist, die DNA der Beiden aber nicht übereinstimmt. Wäre da nicht Lenas Vater, der sich in die Ermittlungen der Polizei einmischt und dadurch verdächtig macht. Wäre da nicht Lenas grausame Geschichte, Lena, die eigentlich Jasmin heißt... Bis zuletzt hält die Autorin den Leser im Ungewissen und zugleich in Atem. Absolut nichts für schwache Nerven.

Mit Daniela Crescenzio auf italienischen Spuren in München.

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München ist die nördlichste Stadt Italiens, sagen die Münchner mit Stolz, und sicher haben Sie sich schon immer gefragt, warum. Daniela Crescenzio verführt an diesem Abend im Buchpalast zu Italienischen Spaziergängen in München und zeigt bekannte wie auch überraschende italienische Aspekte der Isar-Metropole – von den architektonischen Werken mit den Vorbildern in Florenz und Rom bis zu den florentinisch inspirierten Bronzearbeiten. Besonders am Herzen liegen ihr die Biografien von Italienern, die in München gelebt haben, vor allem die Geschichten von italienischen Frauen, wie beispielsweise Felicitas Blangini, Ehefrau von Leo von Klenze, oder der stolzen Giovanna San Germano d'Agliè, die sich das Porcia-Palais in der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße vom Hofbaumeister Enrico Zuccalli erbauen ließ.

Zwei eigenwillige Frauen

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Beate Teresa Hanika: Vom Ende eines langen Sommers, Btb € 20,00

Die 40-jährige Bildhauerin Marielle hat nie die ersehnte Nähe zu ihrer Mutter, beziehungsweise  Adoptivmutter, erleben dürfen. Nachdem diese verstorben ist, gelangen Tagebücher ihrer Mutter zu ihr, in denen diese von ihren Erlebnissen 1944 in der Toskana erzählt. Auf dem Landgut in den Hügeln nahe Lucca, in dem Marielle seit Kleinkindzeiten ihre Sommer verbringen wird, erleben beide Frauen ganz Entscheidendes und Lebensbestimmendes. Ein auch zeitgeschichtlich interessanter Roman über zwei eigenwillige Frauen!

Münchner Bohème und Baltikum um 1900

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Klaus Modick: Keyserlings Geheimnis, Kiwi 2019 € 10,00

Es ist die Zeit von 1875 in den Beginn des 20.Jahrhunderts. Eduard von Keyserling, Sohn aus baltischem Gutsadel, studiert in Dorpat Jurisprudenz, um dann in Wien zu entdecken, dass er sich im Literaturbetrieb heimisch fühlt. Nach einigen Jahren auf dem elterlichen Gut schließt er sich den Schwabinger Künstlerkreisen an. Es wird philosophiert, geraucht, getrunken und geliebt und jeder gerät mal mehr oder weniger in die Bredouille. Für die Sommerfrische haben die Künstler den Starnberger See entdeckt und so residieren dort Max Halbe, Lovis Corinth, Frank Wedekind und Eduard von Keyserling. Der Leser taucht ein in diese Idylle zwischen See, Schreibtisch, Staffelei und Kartenspiel. Klaus Modick ist es wieder einmal aufs Beste gelungen, sich in die Stimmung und Sprache einzufühlen, in der seine Protagonisten sich bewegen.

Bühnenliterat Jaromir Konecny performt aus dem Migrantenleben

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Jaromir Konecny: Die unglaublichen Abenteuer des Mirgranten Nemec, Ecowin Verlag 2017 € 20.-

"Arm sind die Menschen, die keine Geschichten haben."
Zitat aus Konecny: Die unglaublichen Abenteuer des Migranten Nemec
Selbst in Prag geboren und 1982 nach Deutschland emigriert, erzählt Konecny vom schelmisch, tragischen Flüchtlingsdasein seines Helden Lolek Nemec. Die Übersetzung seines tschechischen Nachnamens "Nemec" lautet "Deutscher", ein Grund, warum Nemec schon immer meinte, nach Deutschland zu gehören. Hochmotiviert hier sein Leben zu meistern, stolpert der Migrant und Geschichtensammler durch ein deutsches Leben in und um München, welches von osteuropäischen Lebensgewohnheiten geprägt bleibt. Die Sache will  ihm nicht ganz gelingen. Auf der Suche nach seinem Glück und immer neugierig auf alle Menschen, denen er begegnet, führt er den Leser in ein amüsantes, sprachwitziges, episondenhaftes Lesevergügen unseres schrecklich herrlichen Miteinander.

Unvergessliche Geschmackssymphonie

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Diana Hillebrand: Zuhause im Café, Volk Verlag, € 29,90

Kaffee und andere Köstlichkeiten

"Das kenn ich doch!", "das sieht gemütlich aus, da will ich mal hin", "dieses Buch schenke ich meiner Freundin und lade sie zum Cappuccino ein ins Café ihrer Wahl "- so und ähnlich hören wir unsere KundInnen, wenn sie in dem neu erschienenen Buch über Münchens individuellen, inhabergeführten Cafés blättern. Diana Hillebrand besuchte sie und sprach mit den Besitzern, Johannes Schimpfhauser bannte das Ambiente auf stimmungsvollen und detailreichen Fotos, Rezepte zum Nachahmen finden sich auch. Ein rundum geglücktes Buch!

 

Anekdoten gespickte Pastete, regionale Spezialität

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Volker Weidermann: Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen, Kiepenheuer& Witsch, € 22,00

Revolution in München

Mitreißend und lebendig erzählt Volker Weidermann über die Revolution 1918 in München. Der Leser ist dabei, wenn Kurt Eisner seine feurigen Reden hält, er schaut Thomas Mann über die Schulter, wenn er in sein Tagebuch schreibt und trommelt mit Oskar Maria Graf die Münchner Bürger zur großen Versammlung zusammen. Auch anderen literarischen Größen kommt der Leser ganz nah: Ernst Toller, Rainer Maria Rilke Erich Mühsam, Viktor Klemperer. Er fiebert mit ihnen und ihren Visionen, wie Kunst und Politik zusammen etwas Neues schaffen können. Das subjektive Einfühlen in historische Begebenheiten ist Volker Weidermann glänzend gelungen. und bevor die Schüsse fallen, die Kurt Eisner das Leben kosten, darf auch herzhaft gelacht werden!

 

Ein Journalist kämpft für die Wahrheit

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Achim Zons: Wer die Hunde weckt, C.H.Beck Verlag 2017 €14,95

Einer der besten Journalisten einer Münchner Zeitung im Außendienst in Hongkong erhält geheime Informationen, die ihn fast das Leben kosten. Eine Geheimoperation, bei der ein deutscher Kommandeur eine für sein Leben katastrophale Entscheidung trifft. Auf beide Männer wird aus unterschiedlichen Gründen Jagd gemacht. Und beide schlagen sich lange Zeit sehr gut. Sämtliche Zeitungen sind hinter deren Geschichte her, auch die Münchner Zeitung will die Sensationsstory exklusiv haben. Aus diesem Material ist der Stoff dieses Buches geschrieben, das den Leser von Hongkong über München bis ins tiefste Afghanistan führt. Glaubwürdige Charaktere und jede Menge Acton bietet dieser spannungsgeladene Politthriller, den ich gern empfehle.

Geheimtipp zum Valentinstag

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 In München verliebt. Ein Stadtführer für Paare und sehnsuchtsvolle Singles. August Dreesbach Verlag, 2017 € 19,80

War "München geheim" schon ein Geheimtipp, so ist es das neue Buch aus dem August Dreesbach Verlag bestimmt: "In München verliebt" ist der besondere Stadtführer für Paare in jedem Stadium der Beziehung als auch für sehnsuchtsvolle Singels. Da gibt es Vorschläge für den perfekten Tag zu jeder Jahreszeit, für Liebesfilme mit Schauplatz München, für lauschige Ecken zum Sonnenuntergang, für Do-it-yourself-Liebhaber und solche, die sich lieber verwöhnen lassen. Textlich umrahmt durch  Interviews und Zitate, visuell durch Bilder aller Art, fehlen natürlich nicht die guten Ideen für Kulinarisches und Kulturelles und Ausflüge in die Umgebung. Und für wenn dann alles so wunderbar war, zu zweit: die Hochzeitsplaning.

Münchner Ermittlungen mit Witz

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Jaromir Konecny: Tote Tulpen, dtv 2015 € 9,95

Leon wurde vor kurzem aus der Jugendstrafanstalt wegen eines Tresorraubes entlassen. Da er keine Eltern mehr hat, kommt er auf Bewährung in die Familie Samper, die einen Blumenladen besitzt. Nur dumm, dass gerade an dem Tag, wo er das erste mal in den Laden kommt, die Leiche einer schönen Frau mit einer schwarzen Tulpe und einem unheimlichen Gedicht auf der Brust auf der Theke liegt! Er und die gleichaltrige, SEHR schöne Tochter der Sampers versuchen den Mörder von Friederike Schnippköter zu finden und es ist klar, das das nicht leicht wird!  Eins der besten Dinge an dem Buch ist die Art wie es geschrieben ist! Es ist einfach wunderbar die lockere und witzige Art von Jaromir Konecny zu lesen! Gleichzeitig ist das Buch natürlich so spannend geschrieben, dass man immer weiterlesen muss! Ich kann das Buch vorallem für 11-12-jährige empfehlen, denn es ist schon ein bisschen schaurig. Aber grundsätzlich ein total tolles Buch das jeder einmal gelesen haben sollte!

Prekäre Ermittlungen

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Prekäre Ermittlungen

Miroslav Nemec: Die Toten von der Falkneralm, Knaus Verlag, €19,99

Tatort Schauspieler Miroslav Nemec schlüpft in seinem ersten Krimi nicht in die Rolle eines Kommissars. Trotzdem macht er sich auf dem Weg zur Falkneralm Gedanken darüber, was seine Zuhörer von ihm erwarten werden: er ist auf die Alm zu einem Event mit dem vielversprechenden Namen "Mörderisches Wochenende"eingeladen, um dort vor den Gästen zu lesen. Doch schon am ersten Abend  kommt es ganz anders. Ein Unweter zieht auf, die Alm ist abgeschnitten vom Ort, und ein Gast kommt auf mysteriöse Weise um. Bis die Polizei am nächsten Morgen auftaucht, haben die Gäste - allen voran Nemec - versucht, die Spuren zu sichern, nach Motiven zu suchen,  und den einen oder anderen zu verdächtigen. Doch als der Sturm am nächsten Morgen nachlässt, ist es längst nicht bei einer Leiche geblieben... Der Krimi verspricht vergnügliche Lesestunden mit regionalem Charme, wobei die Spannung eher zweitrangig bleibt.

Italien – Deutschland

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Italien - Deutschland

Valeria Vairo: Il sapore della vita - Der Geschmack des Lebens, dtv 2016 € 9,90

Leichtfüßig und anekdotenhaft erzählt Valeria Vairo von einer italienischen Familie, die vom Süden Italiens in den Norden zog und Giulia, die Hauptfigur, weiter nach München. Es  geht um Fremdsein und Integration, um das Gefühl von "Zuhause". Da sich das oft mir dem Essen verknüpft, findet der Leser am Ende jeden Kapitels ein Rezept aus Apulien oder der Lombardei. Und nicht nur das: das Buch ist in der Reihe "dtv zweisprachig" erschienen und kann auf Italienisch und/oder Deutsch genossen werden. Lesevergnügen zweisprachig!

Körperliche Grenzen und über sie hinaus

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Katja Brandis: Freestyler, Beltz & Gelberg 2016 € 16,95

Die 17-jährige Jola ist Sprinterin und träumt von der Olympiade im Jahr 2032 in Argentinien. Für diesen Traum trainiert sie sehr hart, doch sie hat eine Schwachstelle -ihre Achillessehne. Da das Buch im Jahr 2030 spielt, gäbe es für Jola die Möglichkeit, sich optimieren zu lassen. Das heißt, neue stärkere Muskeln und Sehnen implantiert zu bekommen. Dies findet Jola aber garnicht gut. Für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Osaka findet sie einen Sponsor. Die Ausscheidungsläufe absolviert sie in Höchstleistung bis ihr im Finale wieder die Achillessehne dazwischen kommt. Der Sponsor würde sie trotzdem weiter sponsorn, unter der Bedingung, daß sie sich die Beine optimieren lässt. Ihr neuer Trainer Till spornt sie dazu an, doch ihre Familie und Ryan, der ebenfalls ein Sprinter ist, bei einem Autounfall seine Beine verloren hat und deshalb mit Prothesen läuft, raten ihr davon ab. Bald aber wird Jola 18 und sie wird selber entscheiden dürfen. Das Buch ist eine Geschichte über Leistungssport und wie Leistungssportler an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen. Im Hintergrund des Buches läuft auch eine Liebesgeschichte zwischen Jola und Till, die zusammen sind, aber Jola Ryan eigentlich auch mag.
Ich fand es war ein super Buch und das Katja Brandis sehr realistische Charaktere geschaffen hat.