Articles tagged with: Klassengemeinschaft

Schülerprotokoll einer Klassenfahrt

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Tamara Bach: Sankt Irgendwas, Carlsen Verlag 2020  € 13,00

Das Buch erzählt hauptsächlich in Form eines Schülerprotokolls von einer Klassenfahrt ohne Handys und einem ungerechten Lehrer. Das Protokoll ist aber keineswegs langweilig und sachlich, sondern fasst die Gedanken und Gefühle der Schüler sehr gut zusammen. Außerdem wurde die Sprache sehr jugendlich und witzig gehalten. Kurz und knapp. Es wird sehr eindrücklich und realitätsnah von den Geschehnissen der Klassenfahrt erzählt, die mich stark an eigene, ähnliche Erfahrungen erinnerten. Das Buch ist eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, Klassengemeinschaft und alltägliche Schulprobleme wie nervige Lehrer. Es bringt einen dazu, sich an seine eigenen Klassenfahrten zurückzusehnen. Juliana, 16 Jahre

Selbstverständlich, neugierig, souverän. Ein Krimi zum Anbeißen.

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Rieke Patwardhan: Forschungsgruppe Erbsensuppe, Knesebeck Verlag 2019 € 13.-

Lange schon hat sich Nils Klasse einen Flüchtling gewünscht. Als die Lehrerin ihnen Lina ankündigt, glaubt Evi, sie käme aus Schweden. Evi ist nicht gerade auf den Mund gefallen und ein wenig grobmotorisch. Eine Außenseiterin. In der Klassenbande der 22 Fragezeichen will sie keiner haben. Auch der stille Nils war am Tag der Bandengründung krank. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als Evis Wunsch nachzukommen und mit ihr eine zweite Bande zu gründen. Die Bandenaufgabe ist bald gefunden: Linas Integration.

Von der Liebe zu den Menschen und der Besonderheit des Anderssein

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Britta Teckentrup: Die Schule, Jacoby & Sturart 2018 € 19,00

Die seitenfüllenden Gesichter der Kinder ziehen sofort in Bann: in neugieriger Erwartung, zurückhaltender Beobachtung oder stiller Verzweifung schauen Paul und Max, Tom, Lisa, Linda und Djamila, Peter und Laura aus dem Buch heraus und öffnen dem Betrachter den Blick in ihre Seelen. Handlungsort ist die Schule, eine das Leben dieser Kinder bestimmende Zweckgemeinschaft, eine bunt zusammengewürfelte Klassengemeinschaft mit ihren Lehrern, wo sich Freunde finden und Feinde nicht ausbleiben, wo man sich hilft stark und mutig zu sein, wo Angst regiert und man dem Mobbing die Stirn bieten muss. Ein Ort großer Gefühle. In diesem Raum eröffnet sich ein Gegeneinander und Miteinander in der Gemeinschaft. Die Geschichten der Kinder sind typisch, doch fällt Teckentrup dabei nie ins Klischee. Sie inszeniert zart und in stiller Hochachtung vor jedem Menschen die Besonderheiten des Anderssein und das Glück etwas allein oder gemeinsam geschafft zu haben. So ist dieses Buch eine Schule der Aufmerksamkeit, der Achtung vor Anderen, ein starkes Buch zu großen Fragen, denen man sofort nachzugehen möchte, um weitere zu stellen. Die Brisanz des Themas umfängt Teckentrup mit ihren Bildern, die Innehalten lassen, und staunen machen, weil man sich glatt in jeden dieser Menschen verlieben könnte.