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Appetitanregender Nonsensgedichte aus aller Welt

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Kenn Nesbitt, Christoph Niemann: Jetzt noch ein Gedicht, und dann aus das Licht! Poesie zur Guten Nacht, Hanser Verlag 2019 € 22.-

Wie beschreibt man eine grandiose, Gefühl und Verstand sättigende Gedichtesammlung? Zunächst sind es die Bilder von Christoph Niemann, die Appetit anregen. Sein dicker Pinselstrich tanzt über die Seiten. Hier quetscht sich ein dicker, kugelrunder Elefantenbauch durch einen Eingang und verschmilzt mit der Tür, dort tänzelt ein Eisbär mit seiner Zehenspitze auf einem Eiswürfel im weiten Meer. Niemann braucht nur eine einzige Farbe, um die Welt ad absurdum zu führen. Die Gedichte, übersetzt von 115 namhaften Schriftstellern, folgen ihm nach. Zwischen Erwachen und Schlafenszeit erzählen sie von Sonne und Mond, Flora und Fauna, der ganzen, wundervollen Welt. Sie fangen Geräusche ein und lassen die Worte rhythmisch tanzen, erzählen witzig und weise, dass es knirscht und kracht. Wie nahrhaft kann Fantasie doch sein, eine große Kraft, die Kinder beseelt. Sollten wir es vergessen haben, diese 150 gereimten Verse und Nonsensgedichte, mit Kindern gelesen, sind eine Verjüngungsspritze.

Trau Dich!

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Arne Rautenberg: Unterm Bett liegt ein Skelett, Peter Hammer Verlag 2016 € 13,90

Mumien, Zombies, Geisterschnecken zwischen Smartphonefressern und ipads? Wer sagt, dass Gedichte altertümlich sein müssen? Arne Rautenberg ist ein famoser Spieler. Sein Werkzeug sind die Musik der Sprache, die Worte, unverhoffte Settings und Figuren. Dieses Buch ist ein Gedicht. Nicht nur für Gruselfans und Jungs. Dieses Buch ist ein Spiel mit Freiheit. Auch mit der Freiheit von Pädagogik und Sinn. Mit Genuss lassen sich diese Gedichte  auswendig lernen, wenn man darauf herumkaut. Denn manch Horrorszenario entspringt, im Lichte betrachtet, eben nur einer Weingummi- Halloween- Mischung.