Articles tagged with: Comic

Paristrip

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Dorothée de Monfreid: Hundebande in Paris, Verlag Reprodukt 2020  € 16,00

Der Onkel hat die Hundebande zum 100sten Geburtstag eingeladen.  Erst einmal in Paris, wird  die Rue du Gros-Caillou, die Straße zum großen Stein, nicht zu übersehen sein, denkt sich die neuköpfige Truppe.  Sie sind für jedes Abenteuer gerüstet. Mit einem Stadtplan samt Ketchupfleck geht es kreuz und quer durch die Stadt, von Montmarte zum Centre Pompidou , dem Louvre, Notre Dame, auf die Seine und in den Jardin du Luxembourg und natürlich hinauf auf den Eifelturm. Doch so hoch oben sie auch stehen, es findet sich nichts, dass nach einem großen Stein aussieht. Derweil kann Popov nur noch ans Essen denken. Er sieht nur Würstchen, Zuckerwatte und....Als das Taxi endlich vor der roten Tür des Onkels hält ist die Schachtel mit Keksen viel leichter als vorher. "Wer war das?" So eine Reise macht doch alle hungrig. Gut, das Onkel Jakob sich dringend eine leere Schachtel für seine Hausschuhe gewünscht hat. So bleibt am Ende ein toller Ausflug nach Paris und ein rundum gelungenes Geburtstagsfest. Die mit Sprechblasen erzählte, turbulente Geschichte erfreut nicht nur Hundefans. Sie eignet sich auch prima auch für Lesestarter und Kurzstreckenleser.

Leben in regenbogenfarbener Welt

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Peer Jongeling: "Hattest du eigentlich schon die Operation?" JaJa Verlag 2020 € 11,00

In sechs kurzen Comicgeschichten zeichnet Jongeling den Alltag von Ari, Lilly, Paul und Ray nach. Sie bezeichnen sich selbst als transgender Personen. Was damit und den vielen anderen Begriffen gemeint ist, erkärt Jongling im Vorsatz. Das Feld im Bereich Sexualiät ist groß und variantenreich. Doch das Leben für Menschen, die sich nicht in dem Geschlecht zu Hause fühlen, in dem sie geboren wurden, ist weder einfach noch selbstverständlich. Unsere Welt unterscheidet überall klar zwischen Männern und Frauen und erkennt diese an Äußerlichkeiten. Etwas dazwischen wird zuviel oder zuwenig beäugt, verdrängt, abgewiesen, oder passt nicht hinein ins Bild, wie man es sich doch wünschen würde. Das ist es, was plötzlich ins Bewusstsein tritt. Selbstverständliches wie ein Kleiderkauf in der Damenabteilung mit tiefer Stimme, oder der Besuch beim Frauenarzt braucht für transgender Personen aktive Akzeptanz der Person. Jongeling bringt uns dieses Wissen über ein Leben im Dazwischen alltäglich und unaufgeregt, einfach zur Kenntnis. Ein wichtiges Plädoyer für eine regenbogenfarbenerer Welt.

Endlich verliebt

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Samine Lemire, Rasmus Bregnhoi: Mira 03. #kuss #kunst #familie

Mira ist ein richtig großes Mädchen geworden und endlich, endlich ist sie auch verliebt. Wie konnte sie sich früher nicht sicher sein, ob sie verliebt ist? Jetzt weiß sie, dass einem das völlig klar ist! Ansonsten ist alles beim Alten. Ihre chaotische, liebenswerte Mutter ist nur noch viel öfter als früher voll peinlich. Ihr Oma ist der Fels in der Brandung wechselnder Gefühle und ihr richtiger Papa, den sie noch nicht so lange kennt ist also wirklich ihr richtiger Papa. Ein wenig zweifelt Mira noch uns stellt unerlaubte Nachforschungen im Tagebuch ihrer Mutter an. Und natürlich sind da noch ihre Freundinnen und Freude und ein große Müll-Schrott- Kunstprojekt. Jeder Mira-Band scheint noch besser als der Vorhergehende. Unbedingt Lesen! Das darf gerne so weitergehen.

Zwischendurchlektüre

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Jem Packer: Mia voll verdoodelt. Krokodile lieben Fischstäbchen, ars edition 2017 € 9,99

Als ich das Buch das erste mal in die Hände bekam, sah es für mich nicht allzu verlockend aus. Viele Bücher sind in letzter Zeit so nach dem Motto Tagebuch in Comicromanform aufgebaut, was mich schon etwas langweilt. Auch das Thema ist jetzt nicht sooooo außergewöhnlich interessant, denn es handelt von Mia, die aus ihrem ziemlich chaotischen Leben als Dusk-Light-Saga- Fan mit ihrer Freundin Cordy und ihrer Feindin Clarissa auftritt. Beim Lesen war ich etwas überascht, das Buch hat in gewissem Maße auch wirklich Spaß gemacht zu lesen! Ich finde es ist eine gute Abend- oder Zwischendurchlektüre, von der man sich aber nicht zu viel versprechend sollte. In Schulnoten eine 3+.

Ungeheuer witzig

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Jochen Till: Monsterstarke Geschichten, Ravensburger Verlag 2020 € 9,99

Der Autor Jochen Till und sein Illustrator Zapf sind ein eingespieltes Team. Sie wissen genau, wie sie mit Witz in der Geschichte, aber vor allem mit anspruchsvoll gestalteten Bildern alle Herzen der Leseanfänger erobern. Freddy ist nur scheinbar ein Menschenkind. Er ist ein wenig aus der Art geschlagen. Seine Mama ist eine elegante Krake, sein großer Bruder Floyd sieht aus wie ein zu lange geföhnter lila Wischmopp und Herbert, die große Schwester glättet mit dem Feuerwerfer nicht nur ihre Augenbrauen sondern übt sich damit wahrscheinlich auch im Gewichtheben. Sie ist ein "Schrank" von Ungeheuer. Kein Wunder das Freddy, klein und zart, nach dem Umzug der Familie in die Menschenstadt eine Menschenschule besuchen muss. Und da ist eben vieles anders als bisher. Diese Reihe überrascht trotz ihrer Fantastik mit ungeahnter Logik in seinen Settinges, weit davon entfernt lehrreich sein zu wollen wird von Famile, Freundschaft, Toleranz und dem Anderssein erzählt. Natürlich hat Freddy auch ein Monstermerkmal. Lasst euch überraschen. Ich bin schon gespannt, wie er damit im Schwimmbad zurecht kommen wird.

Kindsein in der DDR

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Nadja Budde, Such dir was aus, aber beeil dich! Kindsein in zehn Kapiteln, Fischer Schatzinsel Tb 12,95

Das Buch ist eine Mischung zwischen Comic und Graphic Novel. Es wird eine Kindheit in der DDR beschrieben, auf die Nadia Budde zurückblickt. Ich fand es witzig und auch nachdenklich. Im ersten Kapitel habe ich mich an meine Großeltern erinnert, die auch auf dem Land leben. Das Buch wird ab 14 empfohlen, aber ich glaube, dass man es als Erwachsener, der auf seine Kindheit zurückschaut, noch besser versteht. Man muss auch ein bisschen über die DDR wissen, weil es viele Anspielungen darauf gibt. Meine Mutter hat das Buch gelesen, es hat ihr sehr gut gefallen und ihr sind einige Sachen aufgefallen, die ich gar nicht bemerkt hätte. Trotzdem ein sehr unterhaltsames Buch!!