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Wiedersehen mit Anne-Laure Bondoux

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Anne-Laure Bondoux: Bella Rossas anderes Glück, Carlsen Verlag 2016 € 17,99

Bella Rossa hat genug von ihrem eintönigen Leben in einer kleinen Siedlung mitten im Wilden Westen. Sie will fahrende Händlerin werden. Auf ihrem Weg muss sie nicht nur um Kundschaft kämpfen, sondern auch mit ihrer Liebe zu Jaroslaw und ihrem ewig meckernden, gelähmten Vater fertig werden. Ein Western zur Zeit des Goldrausches aus der Perspektive einer starken, aber auch liebevollen, jungen Frau. Er lebt, wie alle Bücher von Anne-Laure Bondoux, von seinen wundervoll vielschichtigen Charakteren. Clara, 15 Jahre
Ihr neustes Werk spielt in die Zeit des Goldrausches. Viele Familien ziehen im Planwagen nach Westen. Einem verheißungsvollen Glück entgegen. Das Mädchen Bella Rossa wird nach dem Selbstverständnis des damaligen weiblichen Rollenbildes gezwungen, auf diese Reise zu gehen und für ihren Vater zu sorgen, der nach einem Unfall gelähmt im Planwagen sitzt. Eine undankbare Aufgabe, über die sie in all ihrer Stärke fast märchenhaft weit hinauswächst. Diese quirlige, starke Hauptfigur setzt Maßstäbe und zeigt, dass Handeln gefragt ist, wenn man etwas ändern will. Katrin Rüger
PS: Auch ich stimme mit Claras Meinung überein, das Der Mörder weinte ein weitaus faszinierender Titel von Anne-Laure Bondoux ist, ebenso wie Die Zeit der Wunder. Fünf Jahre nach dem ersten Interview  treffen wir die vielseitige Autoren nun in Frankfurt wieder.

Eigenes Urteil gefragt

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Foto: Anne-Laure Bondoux und die Bücherfresser auf der Frankfurter Buchmesse. Zum Interview

Anne-Laure Bondoux, Der Mörder weinte, Carlsen 2014 € 14,90

Es ist eine Geschichte vom Ende der Welt und wie schon "Zeit der Wunder" über eine ungewöhnliche Art von Glück, Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Für den siebenjährigen Paolo beginnt eine neue Zeit, als eines Tages der gesuchte Mörder Angel an seinem Haus am abgelegensten Ende Chiles ankommt und seine Eltern umbringt. Den Jungen lässt der misstrauische und verbitterte Mann am Leben, zieht in das Haus ein und übernimmt Stück für Stück eine Art Vaterrolle für ihn. Es beginnt eine Art Verbindung, Freundschaft zwischen den beiden. Nach einiger Zeit stößt ein weit gereister, nach sich selbst suchender Mann zu ihnen, der ebenfalls eine Vaterfigur für Paolo wird, wenn auch auf eine andere Weise.Diese eigenartige Familie wird jedoch zerstört, als der zum Tode verurteilte Angel hinter Gitter kommt. Clarie, 18 Jahre

Neuen Horizonten entgegen

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nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis Jugendbuch 2012

Foto: Anne-Laure Bondoux mit Bücherfressern auf der Frankfurter Buchmesse. Zum Interview

Anne-Laure Bondoux, Zeit der Wunder, Carlsen Tb €6,99

Kaukasus, 1985: Das Sowjetreich zerfällt und die kleinen Staaten, die Moskau unterstellt waren, wollen unabhängig werden. Dabei gibt es immer wieder auch Anschläge, einer von vielen auf einen Zug. In dem brennenden Zug findet eine russische Helferin, Gloria, eine französische Frau mit ihrem Baby, die im Sterben liegt. Die Frau, Jeanne, fleht Gloria an, ihren Sohn Blaise zu nehmen, und übergibt ihr auch seinen und ihren französischen Pass.So nimmt Gloria Blaise, den sie Koumail nennt, bei sich auf, schlägt sich mit ihm durch ihr hartes Leben, ein Leben der Ärmsten, und erzählt ihm jeden Abend "seine" Geschichte, die ihm Mut und Hoffnung geben soll. Bis auf einen Rucksack mit Gegenständen, die ihnen wichtig sind, haben sie sonst weniger als nichts. Die Gegenstände sind zum Beispiel ein grüner Reiseatlas, auf dem sie ihren Weg verfolgen, und ein Samowar, mit dem sie Tee kochen können. Seitdem ist es Glorias Ziel, ihn nach Frankreich zu bringen, in das Land, in dem die Menschenrechte erfunden wurden.