Articles tagged with: Bayern

Für Aktivisten, Geschichtsinteressierte und Träumer

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Stefan König: Zugspitze. Berg der Kontraste, AS Verlag 2020 € 35,00

Seit 1820 ist der von uns aus unweit gelegene, höchste Berg Deutschlands rundum Spielwiese für Alpinisten, Ausflügler und Sportler. Stefan König teilt diese Bergmonografie in viele kleine, reich bebilderte Etappen, in die man nach Lust und Laune eintauchen kann. Mal krakseln wir mit dem Autor an der Wetterkante und weiter zur  Geschichte der Wetterstation. Dann erzählt er von der Errichtung der Zugspitzkreuzes und vom Münchner Haus, von Seilbahnen und technischer Erschließung. Von Wegen auf den Berg und Blicken hinab und gleich wieder hinauf, auf umliegende Gipfel. Wir steigen hinab, an die Orte am Fuße und erproben seine Umrundung mit dem Mountainbike. König lüftet Geheimnisse und erzählt viel Wissenswertes.  Doch wenn der Berg im Wolkenmeer liegt, oder die Morgensonne seine Grate zum Glühen bringt, der Schnee seine Flanken bepudert hat, springt, ganz ohne Worte, ein Stück Magie und Erhabenheit, die nur ein Berg in sich tragen kann, auf den Betrachter über. Ein erstaunlich kompaktes Bildbuch, das für Aktivisten, Geschichtsinteressierte und Träumer etwas zu bieten hat.

Obacht! Ein preußischer Ermittler in München

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Uta Seeburg: Der falsche Preuße, Harper Collins Verlag 2020 €22,00

Der Debütroman von Uta Seeburg spielt im München des ausgehenden 19. Jahrhundert. Gemeinsam mit Hauptmann Wilhelm Freiherr von Gryszinski bewegt sich der Leser zu Fuß oder mit der Droschke durch die Straßen der schillernden Goßstadt, und ganz besonders durch Haidhausen, Bogenhausen und der Innenstadt. Der preußische Polizist wurde aufgrund seines hervorragenden Ermittlerrufes nach München berufen, wo er mit Gattin, Sohn und einer Haushälterin lebt.  Diesem Ruf muss er natürlich beim ersten Mordfall gerecht werden, was allerdings keine leichte Aufgabe ist. Politische Interessen, hausgemachte Ärgernisse und die fehlende Möglichkeit, in den besser gestellten Kreisen Antworten zu finden, stellen den geradlinigen Ermittler vor diverse Probleme.  Bald schon hat die Autorin ein breit gefächertes Feld an Verdächtigen, an Zeugen und  Nebenschauplätzen entwickelt, so dass man mitunter den Überblick verlieren kann.  Nichtsdestotrotz entfaltet sich in dem Krimi ein lebendiges Zeitbild, das mit mondänen Skurilitäten  aufwartet und interessante Einblicke in die Anfänge der Kriminalistik gibt.

Berührende Kindheit im Werdenfelser Land

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Michael Frank: Schmalensee, Picus Verlag 2020 € 22.-

Die Holzbaracken von Schmalensee lagen verstreut am Fuße des Karwendels, im Voralpenland um Mittenwald. Sie waren die ehemaligen Unterkünfte des Reichsarbeitsdienstes. Als Jüngster und achtes Kind wurde Michael Frank dort in eine Großfamilie hineingeboren. Ein Nachkriegskind. Die Lebensverhältnisse seiner Familie waren sehr bescheiden, streng katholisch und von wilder Natur umgeben. Der Vater, ein angesehener Instrumentenbauer, die Mutter, eine von der Arbeit für die Familie vollkommen besetzte, zurückhaltende Frau.

Üppige Körperertüchtigung

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Andreas Lechner: Heimatgold. Volkverlag 2019 €22.-

Die Geschichte von Andreas Lechners Großvater beginnt zwischen Mehlsäcken. Unermütlich stemmt Josef sie in die Höhe. Allerlei alte Eisengeräte dienen als zusätzliche Hantlen. In der Dachkammer des elterlichen Bauernhofes in Kolbermoor hat der 16-jährige Bursche sich seine Muckibude geschaffen. Sein Ziel ist es, das Mehlsacklaufen des Ortes zu gewinnen. Eine goldene Taschenuhr winkt als Preis und natürlich die Aufmerksamkeit des hübschesten Mädchen vor Ort. Diese mit bayerischem Schmackes erzählte Szene spielt 1910. Auch hier, wo man auf Tradition setzt, hält die Moderisierung, vom Staunen der Kinder begleitet, Einzug auf den Feldern. Große Saat- und Erntemaschinen, dampfende Ungetüme ersetzen zunehmend die Knechte und Mägde. Josef träumt davon Sportler zu werden, ein starker Mann. Den ersten Weltkrieg erlebt er in seiner ganzen, schwer in Worte fassbaren Brutalität. Er überlebt. Körperlich, aber auch seelisch offenbar wenig beschädigt. Lechner treibt es schnell weiter, in die Zeit zwischen die Weltkriege. Josef Strassberger eilt von Sieg zu Sieg und steigt in München zu einem bekannten Gastronom auf. Die Geschäfte übernimmt seine Frau, derweil er, der Lebemann, in großbürgerlichen und adligen Kreisen hausiert und seinen Körper durch unermüdliches Training stählt. Lechner zeichnet das Bild eines unpolitischen Mannes, den es, "aus der dörflichen Gemeinschaft kommend durch seinen Erfolg in die Münchner Gesellschaft hinauf katapultierte". So, wie er aufsteigt, fällt er mit ausbleibenen Siegen wieder herab. Ein erneuter Krieg vollbringt das Übrige. Fast pathetisch lässt Lechner Strassberger am Ende seine Olympiagold von 1928 im Trümmerschutt verlieren. Bildmächtig, süffisant bayrisch, und mit einer ganzen Reihe lebendiger Romandetails gespickt wird es dem Leser inmitten dieses satten Münchner Lebensbildes nicht langweilig. Katrin Rüger

Münchner Bohème und Baltikum um 1900

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Klaus Modick: Keyserlings Geheimnis, Kiwi 2019 € 10,00

Es ist die Zeit von 1875 in den Beginn des 20.Jahrhunderts. Eduard von Keyserling, Sohn aus baltischem Gutsadel, studiert in Dorpat Jurisprudenz, um dann in Wien zu entdecken, dass er sich im Literaturbetrieb heimisch fühlt. Nach einigen Jahren auf dem elterlichen Gut schließt er sich den Schwabinger Künstlerkreisen an. Es wird philosophiert, geraucht, getrunken und geliebt und jeder gerät mal mehr oder weniger in die Bredouille. Für die Sommerfrische haben die Künstler den Starnberger See entdeckt und so residieren dort Max Halbe, Lovis Corinth, Frank Wedekind und Eduard von Keyserling. Der Leser taucht ein in diese Idylle zwischen See, Schreibtisch, Staffelei und Kartenspiel. Klaus Modick ist es wieder einmal aufs Beste gelungen, sich in die Stimmung und Sprache einzufühlen, in der seine Protagonisten sich bewegen.

Geheimtipp zum Valentinstag

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 In München verliebt. Ein Stadtführer für Paare und sehnsuchtsvolle Singles. August Dreesbach Verlag, 2017 € 19,80

War "München geheim" schon ein Geheimtipp, so ist es das neue Buch aus dem August Dreesbach Verlag bestimmt: "In München verliebt" ist der besondere Stadtführer für Paare in jedem Stadium der Beziehung als auch für sehnsuchtsvolle Singels. Da gibt es Vorschläge für den perfekten Tag zu jeder Jahreszeit, für Liebesfilme mit Schauplatz München, für lauschige Ecken zum Sonnenuntergang, für Do-it-yourself-Liebhaber und solche, die sich lieber verwöhnen lassen. Textlich umrahmt durch  Interviews und Zitate, visuell durch Bilder aller Art, fehlen natürlich nicht die guten Ideen für Kulinarisches und Kulturelles und Ausflüge in die Umgebung. Und für wenn dann alles so wunderbar war, zu zweit: die Hochzeitsplaning.

Auf der Zugspitze

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nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis Jugendbuch 2015

Christoph Wortberg, Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß, Beltz & Gelberg Tb 2016 € 7,95

Das Buch packt einen emotional und ist sowohl traurig als auch mutmachend. Es setzt sich mit den Themen Tod und Verlust auseinander, Dinge mit denen jeder Mensch einmal klar kommen muss. Bewegend und poetisch geschrieben mit realistischen Charakteren.

Neues Leben in Bayern

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Rena Dumont, Paradiessucher, Hanser Verlag € 14,90

Deutschland 1986: Lenka ist 17 Jahre alt und lebt in Tschechien, also im Osten. Ihr größter Traum ist es Schauspielerin zu werden, doch sie wurde nicht zugelassen, obwohl sie im Test alles richtig hatte. Wegen solcher Ungerechtigkeiten will Lenka in den Westen, wo alles besser und nicht so ungerecht ist. So sagen es zumindest alle. Und so kam es, dass eines Tages eine Einladung (Visum) vom Westen kam und Lenka mit ihrer Mutter ein neues Leben begann. Doch plötzlich schien ihr diese Welt auch nicht Recht ohne ihren zurückgelassenen Freunden und Familie. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, da die Geschichte sehr lebendig und offen geschrieben ist und es zeigt sich, dass Zuhause dort ist, wo man mit seinen Freunden wohnt, egal an welchem Ort man lebt. Hauptsache man lebt mit Freunden und Familie und ist nicht alleine. Sara, 13 Jahre