Articles tagged with: alleinerziehend

Drama mit Happy End

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James Gould-Bourn: Pandatage, Kiepenheuer & Witsch 2020 € 20,00

Dank eines Pandakostüms finden Vater Danny und Sohn Will (11 Jahre alt) zueinander. Liz, Frau und Mutter, verstarb bei einem Unfall und die Unfassbarkeit, der Schmerz,, die Leere stehen zwischen Danny und Will, der in Sprachlosigkeit abtaucht. Man könnte meinen, solch eine Geschichte könne sich nur traurig lesen. Aber Dank einer Tragikomik mit einem großen Einfallsreichtum an ungewöhnlichen Situationen hat der Roman eine Leichtigkeit, die erstaunt. Und dann verhilft das Pandakostüm, einige Rückschläge inbegriffen, zu einem Happy End, das man sich unbedingt für die liebgewordenen Akteure wünscht.

Rendezvous am Blumenstand

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Fabio Geda: Vielleicht wird morgen alles besser, Knaus Verlag 2018 € 20,00

Fabio Geda hat eine beindruckende Fähigkeit, von den Gedanken, Fragen und Nöten Jugendlicher zu erzählen, so dass ein erwachsener Leser von der ersten bis zur letzen Seite gefesselt ist. In seinem neuen Buch "Vielleicht wird morgen alles besser" sind es der 14jährige Ercole und seine 5 Jahre ältere Schwester Asia, die sich schon sehr früh um sich selbst kümmern müssen. Ercole war 6, als die Mutter verschwand und der Vater ist mit dieser Situation absolut überfordert. In dieser labilen Normalität bedeutet ein feiner Riss oft schon einen tiefen Graben - und Ercole droht mehrfach, darin abzurutschen. Man schließt den Jungen gleich ins Herz und muss aushalten, dass er in den besten Absichten immer wieder Katastrophen auslöst. Die Hoffnung geht aber nie verloren!

Von der märchenhaften Kunst des Miteinanders

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Mareike Engelke, Annette Feldmann: Vor den 7 Bergen, Kunstanstifter 2017 € 22.-

Davon, wie Schneewittchens Enkel in die Berge wollen und alles schief geht.

"Nie schneit es! Immer nur Regen, Regen, Regen." Sieben "Zwerge" wollen Schnee und der liegt in den Bergen, bei Oma. Das wissen die Kinder und da wollen sie jetzt hin. Gleich wird mit der Oma am Pad ein Treffen vereinbart. Diese sieben Geschwister sind selbstständig und selbstbewusst. Ihre Mutter arbeitet auf dem Markt und kommt erst spät. Sie ist einverstanden. Doch es kommen, ganz unmärchenhaft, die Windpocken dazwischen, dann die Apfelernte und ein kaputtes Auto. Bo, der Eisverkäufer, den Mama auf dem Markt kennengelernt hat,  schleppt ihr Auto über sieben Hügel. Im Familienalltag von Schnewittchens Enkel geht es mal geordnet zu und mal drunter und drüber und jeder muss mit anpacken. Auch für den Prinzen ist es mit einem Kuss nicht getan. Doch kaum ist er da, wird er ins Leben integriert. Hier herrscht mal Wut, mal Ungeduld und mal Freude. Die Illustrationen in sparsamem Schwung zeigen mal deckend ausgemalt, mal nur die Form der Konturen, darüberliegend mit durchscheinendem Hintergrund die verschiedenen Schichten von Leben, die am Ende das entdeckenswerte Ganze ergeben. Die Geschichte wird von der Kunst des Miteinanders beherrscht. "Wie schön, dass ihr da seid!", sagt Oma endlich. Nun aber raus, zum Schlitten fahren. Das Leben ist ein Kunstwerk und dieses Bilderbuch ist es auch.

 

Elke öffnet Herzen

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Christian Duda: Elke, Beltz & Gelberg TB 2017 € 6,95

Warum heißt dieses Buch eigentlich Elke und nicht Kasimir, wie es doch für ein typisches Kinderbuch nahe läge, denn in Kinderbüchern soll es ja um Kinder gehen. Logisch. Aber auch um Erwachsene, denn Kinder sind von ihnen abhängig und müssen sich immer mit ihnen arrangieren. Oft möchten Kinderbücher Kindern Lebenswelten eröffnen und sie daran wachsen lassen. Aber auch beim Vorleser ist es für das Wachsen nie zu spät. Selten öffnet sich im Kinderbuch der Blickwinkel durch das Erzählte so gleichberechtigt für alle wie es in Elke der Fall ist. Elke ist eine übergewichtige Frau, die es versteht sich Dünne zu machen. Kasimir, das Kind in einer bunten Kiez-Gemeinschaft, ist nur ein Rädchen von vielen. Als er zufällig über Elke stolpert, löchert er sie mit Fragen. Seine ungebremste, kindliche Neugier auf andere, ein wichtiger menschlicher Überlebensinstinkt, schafft ihm schnell neue Bekanntschaften, die durch weitere Vehemenz bald zu Freundschaften werden. Der kleine Kerl mit alleinerziehendem Vater kann immer Hilfe gebrauchen.