Samson-doppeltot

Gideon Samson, doppeltot, Gerstenberg 2015 € 14,95

Rifka und Düveke sind zwei einwandfreie zwölfjährige Mädchen die in einem niederländischen Dorf zu Grundschule gehen. Rifka ist der King des Pausenhofs, wie sie selbst sagt, und kommandiert alle herum. Für sie sind die anderen Schüler nur das Volk, bestehend aus Dummtussis und Lödeldödel. Und wenn Rifka das denkt, muss es ja stimmen, meint Düüv. Sie ist Rifkas beste Freundin, ein Privileg das nur sie besitzt. Rifka steckt voller Ideen und findet alle möglichen Sachen zum Lachen, auch die Beerdigung eines Mitschülers. Zum Lachen. Das Ereignis bringt sie auf eine ganz neue Idee: Sie will zu ihrer eigenen Beerdigung. Mit einer vorgetäuschten Entführung und einem Versteck im Wald steht der Plan. Düüv macht natürlich mit, wie immer – genau wie Rifka es will. Brav befolgt sie die Anweisungen ihrer besten “Freundin” immer weiter. Doch sie hat Angst und irgendwann macht sie einen Fehler – ein Fehler der Rifkas Plan zerstört. Einen Fehler für den Rifka sie töten würde…
Das Buch ist in drei Teile mit unterschiedlichen Perspektiven unterteilt: Davor, Danach und Währenddessen

Davor wird aus Düüvs Sicht in der Ich-Perspektive erzählt und beschreibt die Vorbereitungen des Plans sowie die Charaktere der beiden Mädchen und ihre Beziehung zu einander. Danach wird aus der Er/Sie/Es-Perspektive von Olivier, Düüvs älteren Bruder, erzählt und Währenddessen wird aus der interessanten Du-Sicht Rifkas beschrieben. Diesen Aufbau fande ich sehr passend und die verschiedenen Sichten sehr gut. Am Schreibstil habe ich allerdings ein bisschen was zu bemängeln. Er war nichts besonderes und auch nicht wirklich schön, geht jedoch als ganz normal durch. Er ist einfach gehalten, sodass man das Buch zügig durchlesen kann. Der Autor bringt meiner Meinung jedoch die Jugendsprache nicht gut herüber und vor allem die Wahl und Benutzung der Schimpfwörter stören mich. Da diese allerdings nicht zu oft vorkommen, ist es ertragbar. Die 220 Seiten habe ich an einem Tag gleich durchgelesen (ich hatte Zeit). Und das Ende war sehr überraschend und hat das Buch für mich um ein sehr vieles besser gemacht! Außer kleineren Mängeln am Schreibstil und der Sprache, gefällt mir das Buch sehr gut. Ich empfehle es unbedingt weiter, da es eine ungewöhnliche Erfahrung war, die ich sehr gerne gemacht habe. Außerdem regt das Werk meine Gedanken ganz schön an und bringt mich jetzt – Tage nach Abschluss, immer noch zum rätseln.