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Grit Poppe, Abgehauen, Oetinger Tb 2015 € 6,99

Abhauen. Das ist scheinbar das einzige, was Gonzo, die offiziell Nicole heißt, tun kann, um den Jugendwerkhöfen der DDR zu entkommen. Und sie versucht es immer wieder, egal wie oft sie erwischt wird. Denn Gonzo hört nicht auf, von der Freiheit zu träumen, außerhalb der Grenzen des Drills, des Gehorsams und der Gewalt in den Jugendwerkhöfen. Doch als ihr letzter Fluchtversuch glückt und sie auf René trifft, eröffnet er ihr sogar eine neue Freiheit: Flucht in die BRD. Gemeinsam reisen sie 1989 nach Prag und schließen sich den Menschen an, die dort die Botschaft der Bundesrepublik besetzen, immer in der Hoffnung auf ihr Happy End. Dramatisch, realitätsnah und spannend vor allem für diejenigen, die Deutsche Geschichte bisher nur aus dem Schulunterricht kannten. Kathi,17 Jahre

Foto: Grit Poppe im Gespräch mit den Bücherfressern auf der Frankfurter Buchmesse. Zum Interview hier....

Grit Poppe,Weggesperrt, Oetinger Tb € 6,95

Im Jugendwerkhof

DDR 1988/89: Als Anjas Mutter beim Verteilen von Flugblättern erwischt wird, wird Anja ihrer Mutter weggenommen und kommt zur „besseren Erziehung“ in einen Jugendwerkhof. Dort ist es wie in einem Gefängnis: Stahltore, Gitter, Willkür, Einzelhaft. Anja versucht zu fliehen und hätte wohl keine Chance, wenn nicht die politische Welt in Leipzig gerade mit montäglichen Demonstrationen oder deren Verhinderung beschäftigt wäre. Eines der wenigen Jugendbücher, die auf erschreckende Weise Jugendalltag im diktatorischen Regime der DDR schildern.

Im Würgegriff des Überwachungsstaates

Grit Poppe: Schuld, Dressler Verlag € 9,99

Jana wächst in einem partei- und linientreuen Elternhaus auf. Gerade ist sie in eine schöne Villa am Stadtrand Berlins gezogen. Ihr Vater hat die Leitung eines Hotels übernommen. Neben ihr in der neuen Klasse sitzt Jakob. Seine Eltern haben einen Ausreiseantrag gestellt. Er gilt als Einzelgänger. Besser man hat keinen Kontakt zu ihm. Die beiden Außenseiter finden sich und Jana lernt die Welt Jakobs kennen, erst naiv, dann erstaunt und am Ende gefangen in vielen widerstreitenden Gedanken, in denen sie sich fast selbst verliert. Jakob hingegen geht unberirrt seinen Weg. Als seine Flugblattaktion entdeckt wird, steckt man ihn ins Gefängnis. Hier versucht man ihm systematisch alles zu nehmen, ihn brutal umzuerziehen. Und fast bezahlt er seine Haltung mit dem Leben. Poppe schildert ein dunkles Kapitel der DDR-Diktatur, bei der das Ausgeliefertsein nicht an den Gefängnistüren halt macht. Die Lüge und Angst regiert das ganze Leben. Wer sich beschwert, oder gar wehrt, reißt sich und andere andere, Freunde und Familie, mit in ein schwieriges Leben. Wer trägt dabei für was die Schuld? Ist Schuld hier überhaupt der richtige Begriff? Dieser letzten Frage geht Poppe in ihrem Buch eine Spur zu wenig nach. Ansonsten ist das Buch eine eindrückliche Schilderung des Überwachungsstaates und diktatorischen Regimes der DDR.