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Thomas Mullen: Die Stadt am Ende der Welt, DuMont Verlag 2020 €18,00

Die Spanische Grippe breitet sich aus. Auch tief in den Wäldern des Staates Washingtons, auch in der nächsten Kleinstadt, die unmittelbar an die kleine Holzfällergemeinde Commonwealth grenzt. Wer dort lebt, arbeitet für das orstansässige Sägewerk, wer sich dort niedergelassen hat, suchte einstr die Abgeschiedenheit und ein sozial abgesichtertes Leben.  Jetzt geht die Sorge um - wie sich schützen vor der ansteckenden Krankheit? Die Gemeinde beschließt eine provokante Lösung: sie begibt sich in eine selbst auferlegte Quarantäne. Nicht alle halten dies für die beste Lösung, doch die Mehrheit. Wachposten werden an der Zufahrtsstraße aufgestellt, Menschen verirren sich selten bis nach Commonwealth. Doch was Quarantäne über einen langen Zeitraum bedeutet, bekommen die Bewohner erst nach und nach zu spüren. Ein Soldat muss erschossen werden, Vorräte können nicht mehr aufgefüllt werden, kaum noch Nachrichten dringen durch, die Arbeiter beginnen, ihrem Arbeitgeber zu misstrauen, vielen fehlt Abwechslung nach der Arbeit, selbst innerhalb der Familien knirscht es im Getriebe. Solidarität ja, aber dann ist sich doch jeder selbst am nächsten? Mit großer Spannung verfolgt man diesen Roman, der nicht aktueller sein könnte, obgleich 102 Jahre zwischen der Spanischen Grippe und dem aktuellen Coronavirus liegt.