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Sabine Ludwig, Schwarze Häuser, Dressler Verlag € 14,99

Deutschland vor vierzig Jahren: Vier Mädchen werden zusammen mit vielen anderen Kindern zur Erholung für 6 Wochen in ein Kinderkurheim geschickt. Uli, Fritze, Freya und Anneliese. Zuerst nur Zimmerkameraden doch dann wurden sie gute Freundinnen. Doch das Kurheim ist alles andere als Urlaub. Das Essen ist grausam, die Kinder dürfen nur einmal in der Woche duschen und die Strafen sind grausam. Doch die Strafen stehen sie gemeinsam durch. Kurz vor dem Ende der 6 Wochen, an dem ersten Advent verschwindet Freya. Wo ist sie hin verschwunden? Uli, Fritze und Anneliese machen sich während des Weihnachtsvorspiel auf den Weg, um Freya zu finden und entdeckten sie im Watt. Dieses Buch ist spannend und witzig. Man kann sich in die Charaktere gut hineinversetzen. Man merkt, das Sabine Ludwig aus ähnlicher Erfahrung schreibt. Man schmeckt das Essen und man fühlt mit den leidenden Mädchen mit, zB die vielen Ohrfeigen. Von mir bekommt das Buch die Schulnote 1. Anna, 12 Jahre

Das Buch Schwarze Häuser handelt von den vier Mädchen Fritze, Ulrike, Lieschen und Freya, die sich eigentlich auf einer Nordseeinsel erholen sollen. Die Betreuer bringen sie mit dem Bus und der Fähre dort hin, doch als sie ankommen entpuppt sich das Ganze als Alptraum. Schreckliches Essen, schreckliche Betreuer und schlimme Bestrafungen erwarten sie. Das Schöne an diesem Buch ist, dass die vier Mädchen immer zusammenhalten, egal was kommt. Ich finde die Geschichte traurig, lustig, aber auch spannend. Lara, 11 Jahre
Was ich jedoch in diesem Buch erzähle, ist nicht ausgedacht, sondern wahr“, schreibt Sabine Ludwig in ihrem Vorwort.
Mitte der 60er Jahre, als zehnjähriges Mädchen, wurde das Berliner Großstadtkind für sechs Wochen zur Erholung auf eine Nordseeinsel verschickt, fast wie ein Postpaket. In ihrem Buch erzählt Ludwig von vier bunt zusammengewürfelten Mädchen, die sich in diesen Wochen ein Zimmer teilen mussten. Die zwölfjährige Uli wird von ihrer Oma groß gezogen. Wenn diese ins Krankenhaus muss ist die Verschickung der einzig mögliche Aufbewahrungsort für Uli. Die burschikose zehnährige Fritze leidet unter schrecklichem Heimweh und Freya ist die Einzige, die zwei Paar Schuhe besitzt. Sie ist in allem immer ein wenig besonders. Die kleine Anneliese ist erst acht. Um sie kümmern sich die Mädchen besonders. Zur Erholung werden dieses Wochen an der See für die Kinder nicht. Die Erziehungsmethoden im fernen Kinderheim sind grausam, Kontakte nach Hause gibt es kaum, das Essen ist ungenießbar und die Kälte kriecht den schmächtigen Mädchen unter die Haut. Anneliese werden die langen Locken abgeschnitten und Fritze bekommt eine Lungenentzündung. Keiner von ihren Tagen vergeht ohne Tränen. Die Überlebensstrategie heißt Einfallsreichtum und Gemeinschaftssinn. Bald beginnt Fritze, die Leseratte in der kurzen Zeit, die abends im Bett noch bleibt den anderen Mädchen eine traumhaft schöne Geschichte vorzulesen. Obwohl Ludwig auf großartige Actionelemente verzichtet und fast dokumentarisch in beständigen Zeitschleifen den streng reglementierten Tagesablauf der Kinder schildert, ist man von dieser Lektüre gefesselt und tief berührt. Sie ist ein besonderes Zeitdokument kindlicher Erfahrungswelten in Zeiten bei denen man heute an wirtschaftliche Konsolidierung, Sozialreformen und sexuellem Aufbruch denkt. Die Erziehung und das Leben vieler Kinder in jener Zeit war anders. Eine gute Geschichte wie diese birgt auch aktuelle Aspekte. In den 70er Jahren fuhren Berliner Kinder wie ich eins war, zu Kinder in Luft und Sonne, einer städtischen Erholungsfürsorge, die es noch heute gibt. Am 15.8.2014 kann man unter einem Foto aus Luft und Sonne im Internet lesen: „Erst kennt man sich nicht, dann findet man sich doof. Dann checkt man, was der andere drauf hat und will unbedingt besser sein. Dann streitet man sich. Am Ende aber kann man bei „Kinder in Luft und Sonne“ Freunde werden!“ Die Kinderverschickungskarten, wie ich auch noch eine trug, scheint es heute nicht mehr zu geben. Es hat sich doch glücklicherweise so einiges geändert. Katrin Rüger