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Kim Liggett: The Grace Year, Dressler Verlag 2020 € 22,00

In Tierneys Dorf sagt man, dass Frauen eine Magie besitzen mit der sie Männer in den Wahnsinn treiben können. Um ihnen die Magie auszutreiben, werden alle Sechszehnjährigen für ein Jahr in ein Lager geschickt. Niemand redet darüber, was in dem Lager passiert, aber jedes Jahr sterben ein paar der Mädchen und die Anderen kommen abgemagert und verstört zurück. Als Tierney selbst in das Lager muss, erfährt sie bald wieso und muss sich fragen, ob es diese Magie überhaupt gibt. Das Buch ist sprachlich sehr angenehm zu lesen. Von der Welt und den Gründen, warum Frauen konsequent unterdrückt werden, erfährt man eher wenig.
Die Charaktere bleiben einseitig, viele der Mädchen im Lager kennt man nur beim Namen. Einige sind jedoch sehr interessant. Tierney, aus deren Sicht das Buch erzählt wird, wirkt oft wie das typische, rebellische Mädchen und hat keine neuen interessanten Charakterzüge. Die Geschichte ist, da sie sich vom Grundgerüst nicht groß von anderen unterscheidet, meistens vorhersehbar. Allerdings hob sich durch einige Kleinigkeiten, wie die Bedeutung und Sprache von Blumen, von anderen Büchern ab. Außerdem wurde die Stimmung des Buches gut rübergebracht. Das Ende zieht sich in die Länge, hält aber auch noch eine überraschende Wendung bereit. Insgesamt ist das Buch gut gemacht, ähnelt aber in vielen Punkten der typischen Fantasygeschichte.

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