Lagercrantz_glueckliches

Rose Lagercrantz, Eva Eriksson: Dunne 01. Mein glückliches Leben. Moritz Verlag € 11,95

Für Dunne mischen sich am ersten Schultag die Glücksgefühle mit denen der Aufregung und Unsicherheit. Wird sie eine Freundin finden? Gar nicht so einfach. Als es endlich klappt bricht für Dunne eine sehr glückliche Zeit an. Dunne beginnt ein Tagebuch, indem sie uns alles über sich und Ella Frieda erzählt. Ella Frieda schenkt Dunne dann sogar die Kette mit dem halben Herz, damit Dunne Ella Frieda niemals vergisst, selbst wenn Ella Frieda am Ende des ersten Bandes umziehen muss. Schlicht, schön und emotional dicht erzählt Rose Lagercrantz vom Kinderalltag. Der Text ist besonders locker gesetzt und durch viele stimmige schwarzweiß Illustrationen von Eva Eriksson ergänzt.
Ihre wenigen Worte unterliegen einem besonderen Zauber. Jeder, der sie liest, und sei er noch so klein wie Dunne, möchte mehr von ihnen hören oder lesen. Sie berühren die Seele und rühren das Herz. Sie sagen alles und erzählen mit Ernsthaftigkeit von großen Gefühlen die Kinder bewegen. Rose Lagercrantz Dunne Serie gehört zu den absoluten Lieblingsbüchern aller Erstleser. Jeder neue Dunne Band muss gelesen werden, selbst wenn man bis dahin schon richtig gut lesen kann.

Rose Lagercrantz, Eva Eriksson: Dunne 02. Mein Herz hüpft und lacht, Moritz Verlag € 11,95

Schon in ihrer ersten, preisgekrönten „Dunne Episode“ zeigte die Autorin, wie viel Herz in einer kleinen Geschichte stecken kann und, dass sie die große Gabe besitzt, das pralle, kindliche Leben auf wenigen, luftig gesetzten Seiten facettenreich einzufangen. Für Sachverhalte benötigt sie kaum mehr als vier knackige Worte. „Da ist Dunne wieder! Dunne die so glücklich ist.“ Ein fünftes Wort liest sich wie das Salz in der Suppe. Der aufrichtige Ton ist ein Glücksfall für Leseanfänger.  Natürlich folgt Dunnes Glück das Unglück auf dem Fuß. Doch davon hält Dunne nichts. Sie bevorzugt es, das Ende trauriger Geschichten umzuschreiben. „Unglück macht sie kaputt“. Gern dürfen Vorleser über die entwaffnenden Benennungen der Tatsachen staunen. Wenige Seiten weiter nimmt Dunnes Leben mit allen Fallstricken seinen Lauf und sie verheddert sich kolossal in ihnen. Selbst ihre Meerschweinchen können im Anblick des kleinen Dramas nur noch mit den Zähnen klappern. Das tun sie immer, wenn es aufregend wird. Die schwappende Wucht  sich bahnbrechender Gefühle aller Art sind brillant in Szene gesetzt. Sie füttern  süffisant die knappe Sprache, die deutliche Ansage mit ihren klaren Bildern und lassen das Herz klopfen. 

Gut, das Dunnes flatternde Gedanken am Ende immer wieder einen Landeplatz finden. Zuversichtlich glaubt sie „Das kann man nie wissen“, weil sie festgewurzelt auf einem dicken Strom von Hoffnung schwimmt, dem die Erinnerung seine Farbenpracht verleiht. Dunnes Erinnerung fügt sich mit raumgreifender Selbstverständlichkeit in die gegenwärtige Episode und macht die Geschichte leichtfüßig  größer. Sie erzählt von Abenteuern mit der besten Freundin in schwindelnder Höhe auf dem Affenbaum, derweil die am Boden zurückgelassenen Kletterstühle offensichtlich den Besitzer wechseln. Unglaublich wie viel in einem Erstlesebuch stecken kann! Kongenial illustriert gibt es in dem beherzten Strich noch einiges zu entdecken. Die „Dunne Serie“ ist in jeder Hinsicht Liebe auf den ersten Blick. Mal klopft das Herz, mal setzt es aus. Und dann, ganz gleich, hüpf es schon wieder.  Solche Geschichten sind großartiger Lesestoff zum Selberlesen im gesamten Grundschulalter oder  auch beide Seiten beglückender Vorlesestoff.

Rose Lagercrantz, Eva Eriksson: Dunne 04. Du mein ein und alles, Moritz Verlag € 11,95

Dunne hat in ihrem kleinen Leben schon viele Momente großer Kindertragik erlebt, aber auch viele Momente, die ihr immer wieder gezeigt haben, wie sehr man sie liebt. Sie lebt mit ihrem Vater allein und als er im dritten Band der "Dunne Geschichten" von einem Auto angefahren wurde, wünschte sich Dunne, alles möge möglichst schnell wieder so wie immer werden. Im nun neuen, vierten Band  sind  Sommerferien und weil Dunnes Vater noch in der Reha ist, fährt sie mit ihrer allerbesten Freundin Ella Frieda zusammen auf eine Insel ans Meer. Die Sonne wärmt ihnen die Bäuche und das Leben könnte für Dunne nicht schöner sein. Als Papa sie endlich besuchen kommt, begleitet ihn Wanda, eine Krankenschwester. Dunne spürt sofort: Ihr Papa liebt Wanda viel mehr als sie. Da helfen auch Papas Worte nicht, dass Dunne sein Ein und Alles wäre. Ein großer, verzweifelter Schmerz breitet sich in Dunne aus. Wie diese Geschichte am Ende doch gut ausgeht grenzt fast an Zauberei - oder nein, sie erzählt, so einfach, dass es jedes Kind kapiert, vom Zauber des Lebens.  Wie gern möchte man mit Dunne die Glücksmomente für immer festhalten. Doch das Leben ist in beständigem Wandel. Wieder einmal lernt Dunne, die so zaghaft zu Neuanfängen steht, wie sie dabei so viel Neues gewinnen kann.