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Sjored Kuyper, Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling, Gabriel 2015 € 14,99

Unverhofft müssen Kos und seine drei Schwestern versuchen das abgewirtschaftete kleine Familienhotel am Meer über Wasser zu halten, so lange Ihr Vater von seinem kranken Herzen geheilt werden muss. Von Anbeginn scheint die Sache ein aussichtsloses Unterfangen, bei der zu viele Mädchen im Spiel sind, die Kos vor größere Herausforderungen stellen als das Sichtungstraining bei Ajax Amsterdam. Als nur noch das Preisgeld einer Miss Wahl das Hotel retten kann und Kos hier für eine Schwester einspringen soll, wird es richtig kompliziert. in witzigen Varianten inszeniert Kuyper die Findungsgeschichte des 13-jährigen Jungen, dem plötzlich auffällt, dass alle Menschen die ihn umgeben, in Formen der Liebe verstrickt sind.

In leichtherziger Jungsmanier nimmt er sich des Themas an, obwohl er eigentlich überzeugt ist, dass Mädchen und Jungs sich so nahe stehen wie Backsteine und Zebras. In Kos´ Tonbandaufzeichnungen mischt sich eine Mädchenstimme. Isabel. Ihr wurde die Geschichte im Nachhinein, offensichtlich in einem Anfall von Verliebtheit, vertraulich zu Gehör gebracht. So öffnet der zweite Blickwinkel das Spielfeld um eine weitere Ebene. In seine Fragen zur Mädchenromantik und dem ersten Kuss mischen sich auch sein verschluckter Schmerz um den Verlust der Mutter und die Arbeit an seiner neuen Rolle kurzfristig „der Mann im Haus zu sein“. Eine gewisse Verschiebung der Tatsachen, damit der Vater schnell gesund wird obliegt seiner Fantasie. Bei einem dieser Gespräche unter Männern verrät ihm sein Vater:
„Ein Mann sollte nie sein wollen, wie ein anderer Mann. Wenn du gern sein willst wie ein anderer, dann nehme ich einen anderen. Du solltest immer ganz du selbst sein.“ Zitat: Kuyper, Erst wirst du verrückt
Ein Mama-Lebensgrundsatz, der Kos ins Herz trifft. Seine aktive und durch nichts auszubremsende Suche nach diesem Selbst macht die Geschichte zu einer runden und voller Genuss zu lesenden Lektüre.