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Daniela Krien: Der Brand, Diogenes 2021, € 22,00

Rahel und Peter sind seit 30 Jahren ein Paar: Sie ist Psychologin, er Professor für Literatur in Dresden. Die Kinder sind erwachsen, die Tochter hat inzwischen zwei Söhne, der Sohn arbeitet zielstrebig an seinem Berufsziel. Das Paar, beide Mitte fünfzig, kümmert sich kurzentschlossen drei Wochen lang um den Hof von Ruth und Viktor in der Uckermark. Ruth ist eine Freundin von Rahels Mutter seit deren Jugend und eine wichtige Konstante in Rahels Leben. Das Paar hegt die Hoffnung, einander wieder nahe zu kommen - nahe zu sein. denn es hat sich eine Distanz zwischen sie geschlichen, genährt aus Enttäuschung, Verschweigen, unerfüllter Sehnsucht. Sehr gut beobachtend und beschreibend erzählt die Autorin über das Beziehungsgeflecht von Partnerschaft, kleiner Familie und Großfamilie. Vom Denken, Fühlen und Handeln, vom Verschiedensein, Vertrautheit und Zueinandergehören. Ein Buch, das sich in einem Sog lesen lässt, das anregt,  sich selbst und eigenen Beziehungen anzuschauen und zu hinterfragen. Und ein Buch, das Hoffnung gibt, dass es sich lohnen kann, dies zu tun.