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Irmgard Kramer: 17 Erkenntnisse über Leander Blum, Loewe Verlag 2018 € 17,95

Im Buch 17 Erkenntnisse über Leander Blum geht es um die beiden Streetart-Künstler Jonas und Leander. Die beiden Schüler sind beste Freunde und sprayen überall gemeinsam ihre Pices. Keiner weiß, dass sie hinter dem Schriftzug „Blux“ stecken. Alles ist perfekt, bis sich Leander in Rapunzel verliebt, das Mädchen mit den goldenen Haaren. Und Jonas sich in seiner Malerei verliert.  Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil ich mich intensiv in die Hauptpersonen einfühlen konnte. Es geht um Freundschaft, Liebe und die Leidenschaft zu sprayen. Spannend fand ich, dass das Buch auf verschiedenen Zeitebenen spielt und erst ganz am Ende ein vollständiges Bild der Geschichte entsteht. Das Besondere ist Leanders innerer Kampf zwischen seiner Trauer und dem Wunsch, endlich ein erfülltes und glückliches Leben zu führen.  Jakob, 15 Jahre


Leander und Jonas führen ein Doppelleben. Tagsüber schlafen sie sich durch die Schule, nachts streifen sie über Gleise und durch Tunnel, auf der Suche nach geeigneten Orten für ihre Graffiti. Wenn sie die Spraydose ansetzen steht die Zeit still. Sie verschmelzen mit Farbe, Form und Perspektive. In ihnen pulsiert das ganze Leben. Alles wird Kunst. Ihre Freundschaft ist alles. Sie arbeiten Hand in Hand und können einander blind vertrauen bis das Mädchen Lila Leanders Blick fesselt. Kramer erzählt von den klassischen Wirrnissen zwischen Freundschaft und Verliebtsein, bei dem das Äußerste nicht ausbleibt. So wie Leander und Jonas ihre Kunstwerke in Schichten mit unterschiedlichen Techniken auftragen, umspielen sich Lila und Leander auf verschiedenen Zeitebenen. Kommentare zu Leanders Gemälden stehen seinen Kapiteln voran. Ebenso gewinnt Lila ein Bild von ihm. Im einfühlsamen Setting treibt die Unmittelbarkeit und Dramatik von Leanders Leben seine Kunst voran. Ihre Ausdrucksmittel verleihen mit Licht, Verzerrung, Täuschung und Überraschung dem Text seinen Schwung. Die Kunst führt Leander an den Abgrund. Sie rettet ihn. Und am Ende sieht jeder etwas anders. Bemerkenswert. Katrin Rüger