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Kirsten Boie: Thabo. Detektiv und Gentleman - Der Nashorn-Fall, Oetinger TB € 8,00

Wir treffen Kirsten Boie auf dem Kinder-Krimi-Festival und nutzen die Gelegenheit, ihr gleich ein paar Fragen zu stellen.

Bücherfresser: Ihr neues Buch "Thabo" spielt in Swasiland, Afrika. Haben Sie schon mal ein Nashorn gesehen? Kirsten Boie: Ja, in einem Safari-Park. Ich bin regelmäßig in Swasiland, weil ich dort mit einer Stiftung Waisenkinder unterstütze.
BF: Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem Buch? KB: Diese Idee bekam ich auf einen meiner Besuche. Momentan werden in Afrika viele Nashörner tötet, um ihr Horn als Medizin zu verkaufen. Man zahlt für das Nashornpulver fast so viel wie für Gold.
BF: Sind die ganzen afrikanischen Wörter echt, oder haben Sie sich die Wörter ausgedacht? KB: Die sind echt. Ich hatte in Sansibar eine Frau, die ich nach der Übersetzung von Wörtern fragen konnte. Sie wollte allerdings immer, dass ich keine schlimmen Wörter schreibe
BF: Wie alt ist Thabo eigentlich? KB: Ich habe es im Buch nicht ausgesprochen, aber beim Schreiben habe ich ihn mir als 12-jährigen vorgestelllt.
BF: Kennen Sie ein Kind, dass Thabo heißt? KB: Nicht direkt. Aber Thabo ist kein ungewöhnlicher Name.
BF: Gibt es schon einen zweiten Band? KB: Noch nicht. Ich schreibe daran. Voraussichtlich wird er im September erscheinen.

Band 2:Die Krokodilspur € 8,00

Band 3: Der Rinderdieb € 8,00

Kurzstreckenleser: Thabo & Emma- Eom böser Verdacht € 8,00


Kirsten Boie: Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen, Oetinger Verlag € 12,95

Leben in Swasiland. Erzählungen

In ihrem neuen Buch „Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen“ schildert Kirsten Boie die Lebensgeschichten von verschiedenen Kindern aus Swasiland, die alle schnell erwachsen werden mussten, weil sie ihre Eltern durch AIDS verloren haben. Durch die Kürze der Geschichten kann nicht ganz so genau auf die Charaktere der einzelnen Kinder eingegangen werden, aber man erkennt trotzdem die wichtigsten Charakterzüge, vor allem dadurch, wie wer mit der jeweiligen Situation umgeht. Alle Kinder haben meist keine Idee davon, dass sie auch ein besseres Leben haben könnten. Sie alle kümmern sich, wie selbstverständlich, um jüngere Geschwister und Großeltern und haben viel Verantwortung. Kirsten Boie ist nach Swasiland gereist und hat verschiedene Familien besucht, die Kinder gibt es alle wirklich, genauso wie die etwaigen Lebensumstände, nur die Geschichten sind manchmal erfunden. Jede einzelne Geschichte hat eine etwas andere Sprache, bei der ersten Geschichte wird zum Beispiel bewusst vermieden, dass das Subjekt am Anfang steht, dadurch wird man gezwungen langsamer und genauer zu lesen. Außerdem werden wichtige Dinge wie eine Formel öfters wiederholt, das ist poetisch und hinterlässt einen noch tieferen Eindruck. An sich sind die Geschichten erschreckend, man weiß einfach nicht so viel über Swasiland, in dem die meisten Menschen mit HIV infiziert sind. Die Landschaften und Orte sind nicht sehr viel beschrieben, aber in jeder Geschichte ein bisschen, sodass man es sich trotzdem vorstellen kann. Die Farben des Covers finde ich zwar nicht sonderlich schön, aber eigentlich passen sie ganz gut zu Afrika. Gut gefällt mir, dass der Titel „Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen“ an der Stelle vom Mund steht. Mich würde interessieren, für welches Alter dieses Buch gedacht ist, da Kirsten Boie zwar sehr feinfühlig schreibt, aber die Geschichten an sich sind traurig und erschütternd. Paula, 16 Jahre