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Linda Rotler: Stadt der gläsernen Träume, dtv 2020 € 10,95

Nevya ist eine Klarträumerin. Sie kann ihre Träume kontrollieren und hat sich so ihre eigene kleine Fantasiewelt aufgebaut. Doch als eines Nachts ihre Träume verschwinden, muss sie sich wieder mit der harten realen Welt befassen. Nevya will ihre Träume unbedingt zurückhaben und gerät dabei immer tiefer in einen Strudel illegaler Geschäfte und geheimnisvoller Märchen, die vielleicht mehr Wahrheit enthalten, als Nevya lieb ist. Das Buch erzählt von alten Mythen über Träume und auch davon, was Alben mit Albträumen zu tun haben. Dieses Thema ist sehr spannend und interessant.
Allerdings wirken die Märchen und Sagen rund um das Thema Träume nicht ausgeschmückt genug und sind auf die Kerninformationen reduziert worden. Am Ende gibt es noch eine andere Theorie darüber, was ein Traum ist, die jedoch genauso blass bleibt und zusätzlich auch noch unlogisch wirkt. Dadurch wirkt das ganze Buch unvollständig und nicht komplett ausgearbeitet. Nevya, die sich stark von ihrem sozialen Umfeld distanziert hat, wirkt teilweise sehr aufbrausend und zu selbstbewusst. Außerdem ist sie sehr leichtgläubig. Manche Behauptungen, die ihr aufgetischt werden, müssten sich für Nevya stark nach Verschwörungstheorie anhören, jedoch braucht es nur fünf Sätze, bis sie daran glaubt. Die anderen Charaktere sind sehr interessant, bleiben aber etwas blass. Die Wendungen in dem Buch sind gelegentlich vorhersehbar, vor allem, da die Geschichte einen bekannten Aufbau hat und nicht viele Überraschungen zulässt. Trotzdem sticht sie durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema Träumen heraus.

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