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Wilma Geldorf: Reden ist Verrat, Gerstenberg Verlag 2020 € 18,00

„Reden ist Verrat“ lässt Fiktion und Realität ineinander übergehen. Nach der wahren Geschichte der Freddie Oversteegen erzählt Wilma Geldof von einer mutigen jungen Frau, die sich dem Widerstand gegen die Nazis anschließt. Freddie und ihre Schwester Truus erledigen schon länger kleinere Aufträge wie Flugblätter verteilen oder kurze Botengänge für den Widerstand gegen die nationalsozialistische Besatzung in den Niederlanden. Doch sie ahnen nicht, was auf sie zukommt. August 1941: Freddie und Truus schließen sich einer eigenen Widerstandsgruppe an. Zu Beginn helfen sie nur, indem sie hochrangige Nazis in den Wald führen, wo man sie unauffällig „liquidieren“ kann. Später erhalten sie selbst Pistolen und lernen zu schießen. Nicht alle unterstützen ihre Taten und so arbeiten Freddie und ihre Gruppe unter ständiger Lebensgefahr. „Reden ist Verrat“ greift ein Thema auf, das in so vielen Jugendbüchern über die Zeit des Nationalsozialismus unerwähnt bleibt: Was darf eigentlich Widerstand? Es schildert die Situation während des zweiten Weltkrieges in den Niederlanden. Schonungslos und ehrlich, aber unendlich einfühlsam erzählt Wilma Geldof von der Entwicklung der 15-jährigen Freddie zur mutigen Widerstandskämpferin. Dabei mischt sie Realität und Fiktion lückenlos und ohne zu verwirren. Der Roman wühlt auf und macht emotional. Und er bringt immer wieder zum Nachdenken.

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