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Anne Fleming: Ziegen bringen Glück, Carlsen 2019 € 10,99

Die zart erzählte, ein wenig melancholische Geschichte gewinnt rasant an Fahrt, als sich Will und Kid daran machen, dem Gerücht einer Bergziege auf dem Hochhausdach nachzugehen. Kid ist mit ihren Eltern für ein paar Wochen zu Besuch in New York. Sie haben sich in der Wohnung eines Cousins des Vaters einquartiert. Derweil die Mutter die Proben zu einem ihrer Theaterstücke mitgestaltet, stromern Kid und ihr Vater samt Hund durch die Museen der Stadt.
Hier lernt Kid Will kennen, der von seiner Großmutter großgezogen wird. Seine Eltern sind beim Anschlag auf die Türme ums Leben gekommen. Bald verlagern sich die Treffen in Kids Wohnung. Der unselbstständige, von Höhenangst geplagte Will und Kid, die es nicht schafft bei Fragen Fremden in die Augen zu schauen treffen hier auf eine bunte Mischung von Menschen und Schicksalen. Da sind der blinde Joff und sein Hund Michigan, der beim Schachspielen am Washington Square dem Mädchen Mara begegnet, das er wiedertreffen möchte. Doris kämpft mit ihrem Mann Jonathan, der nach einem Schlaganfall teilweise gelähmt und in sich verschlossen ist. Und natürlich Kenneth, dem die Hausgemeinschaft die ZIege verdankt. Aber das ist eine andere Geschichte. Ein Buch voll prallem Leben, bei dem Pech und Glück, wie immer so untrennbar beieinander liegen, dass es manchmal eine Ziege braucht, das Glück zu sehen und sich an ihm zu erfreuen.